Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Vorreiter in der Versorgung Herzkranker

11.06.2012
Universitätsklinikum Heidelberg eröffnet deutschlandweit erste Wachstation speziell für Patienten mit schwerer Herzschwäche

Das Universitätsklinikum Heidelberg hat die deutschlandweit erste Wachstation ausschließlich für Patienten mit fortgeschrittener Herzschwäche eröffnet.

Die schwer herzkranken Patienten, die z.B. unter akuter Herzmuskelentzündung leiden, sich von einem Infarkt erholen müssen oder auf ein Spenderherz warten, können in der „Advanced Heart Failure Unit“ (AHFU) nun intensiver betreut werden als bisher. Dazu tragen ein speziell zusammengesetztes Behandlungsteam, modernste technische Ausstattung sowie die enge Zusammenarbeit von Kardiologen, Herzchirurgen und – wenn der Patient ein junger Erwachsener mit angeborenem Herzfahler ist – Kinder-Kardiologen bei.

„Mit dieser Station haben wir die Behandlung von Patienten mit fortgeschrittener Herzinsuffizienz entscheidend weiterentwickelt. Die AHFU hat deutschlandweit Modellcharakter“, erklärt Professor Dr. Hugo. A. Katus, Ärztlicher Direktor der Abteilung Kardiologie, Angiologie, Pneumologie an der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg, wo die neue Station angesiedelt ist. Die AHFU verfügt über acht Betten, pro Jahr können circa 400 Patienten dort behandelt werden.

Wichtige Rolle für Heidelberger Transplantationszentrum

Eine wichtige Rolle spielt die neue Station auch für die Heidelberger Transplantationsmedizin: Patienten, deren Zustand sich ohne Aussicht auf Besserung lebensbedrohlich verschlechtert und die auf der Hochdringlichkeits-Liste für ein Spenderherz stehen, können dank engmaschiger Betreuung durch das erfahrene Team und den Einsatz moderner Herzunterstützungssysteme meist gut stabilisiert werden. „Die Patienten befinden sich zum Zeitpunkt der Transplantation in einem besseren körperlichen Zustand als bei Betreuung in nicht spezialisierten Stationen – das erhöht ihre Überlebenschancen“, erklärt Professor Dr. Matthias Karck, Ärztlicher Direktor der Universitätsklinik für Herzchirurgie Heidelberg. Zudem können nun mehr Hochdringlichkeits-Patienten gleichzeitig versorgt werden. „Die AHFU trägt wesentlich zum Ausbau des Heidelberger Transplantationszentrums im Bereich der Herztransplantationen bei“, so der Herzchirurg.

Die intensivere und damit bessere Betreuung ist möglich, da die Advanced Heart Failure Unit in der Medizinischen Universitätsklinik ausschließlich auf die Versorgung dieser einen Patientengruppe ausgerichtet ist. Ein spezialisiertes Ärzte- und Pflegeteam ist rund um die Uhr vor Ort und kann in schwierigen Situationen souverän und schnell reagieren. „Dank unserer Erfahrung können wir z.B. sehr gut abschätzen, welche Behandlung sich für welchen Patienten am besten eignet, oder ab wann der Patient nicht mehr auf ein Spenderherz warten kann, sondern ein Kunstherz benötigt“, erklärt Oberarzt Dr. Philip Raake, Leiter der Station. Er entwickelte einen Therapieplan, der die optimale Versorgung der AHFU-Patienten unter Ausschöpfung aller sinnvollen Therapien gewährleistet. Er kann dabei auf ein weites Spektrum an konventionellen, kathetergestützten und chirurgischen Therapieoptionen zugreifen.

Minimal-invasive Herzunterstützungssysteme immer griffbereit

An allen acht Plätzen der AHFU können Herzfunktion und Allgemeinzustand der Patienten invasiv und nicht-invasiv überwacht werden. „Unser Ziel ist es, die Patienten optimal zu überwachen, damit wir sofort erkennen, wenn das Herz weitere Unterstützung braucht“, sagt Dr. Raake. In diesem Fall stehen auf der Station modernste minimal-invasive Herzunterstützungssysteme (Assist-Systeme) bereit, die vorrübergehend den Kreislauf aufrecht erhalten, das Herz entlasten und ihm so Gelegenheit geben, sich zu erholen. Sie können aber auch die Zeit bis zu einer Transplantation oder dem Einsatz eines Kunstherzens überbrücken. Ein Beispiel ist eine kleine Katheterpumpe: Sie wird über die Armarterie mittels Katheter in die linke Herzkammer vorgeschoben und pumpt von dort Blut in die Hauptschlagader. „Diese Systeme retten vielen Patienten das Leben, da sonst ihr Kreislauf zum Erliegen käme“, so der Kardiologe.

Die enge Zusammenarbeit mit den Herzchirurgen garantiert einen reibungslosen Übergang bei der Kunstherz-OP oder Herztransplantation. Bei jungen Erwachsenen mit angeborenem Herzfehler verstärken Kinder-Kardiologen aus dem Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin das interdisziplinäre Team. „Diese Patienten wurden in der Regel schon seit ihrer Geburt bei uns betreut und behandelt“, erklärt Professor Dr. Matthias Gorenflo, Ärztlicher Direktor der Klinik für Pädiatrische Kardiologie / Angeborene Herzfehler des Zentrums. „Da wir sie als schwerst herzkranke Erwachsene für diese Therapieform nicht mehr in die Kinderklinik aufnehmen können, freut es mich, dass wir die Betreuung auch auf der AHFU gemeinsam mit den Kollegen nahtlos fortsetzen können.“

400.000 Menschen in Deutschland leiden an schwerer Herzschwäche

In Deutschland leiden rund 400.000 Menschen an fortgeschrittener Herzinsuffizienz, etwa 40 Prozent von ihnen sterben innerhalb eines Jahres. Damit sind die Überlebenschancen bisher schlechter als bei den meisten Tumorerkrankungen. Laut Schätzungen des Statistischen Bundesamtes nimmt die Anzahl der Betroffenen in den kommenden Jahren noch weiter zu.
Kontakt:
Dr. med. Philip Raake
Oberarzt, Innere Medizin III, Kardiologie, Angiologie und Pneumologie
Herzzentrum Heidelberg
Tel.: +49 6221 5637758
E-mail: philip.raake@med.uni-heidelberg.de
Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Heidelberg
Krankenversorgung, Forschung und Lehre von internationalem Rang
Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der größten und renommiertesten medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg zählt zu den international bedeutsamen biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung neuer Therapien und ihre rasche Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund 11.000 Mitarbeiter und sind aktiv in Ausbildung und Qualifizierung. In mehr als 50 Departments, Kliniken und Fachabteilungen mit ca. 2.000 Betten werden jährlich rund 550.000 Patienten ambulant und stationär behandelt. Derzeit studieren ca. 3.600 angehende Ärzte in Heidelberg; das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der Spitze der medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland.
Bei Rückfragen von Journalisten:
Julia Bird
Referentin Unternehmenskommunikation / Pressestelle
des Universitätsklinikums Heidelberg und der
Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 672
69120 Heidelberg
Tel.: 06221 / 56 70 71
Fax: 06221 / 56 45 44
E-Mail: julia.bird(at)med.uni-heidelberg.de

Dr. Annette Tuffs
Leiterin Unternehmenskommunikation / Pressestelle
des Universitätsklinikums Heidelberg und der
Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 672
69120 Heidelberg
Tel.: 06221 / 56 45 36
Fax: 06221 / 56 45 44
E-Mail: annette.tuffs(at)med.uni-heidelberg.de

Dr. Annette Tuffs | idw
Weitere Informationen:
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Innovatives Raumluftsystem reduziert Keimbelastung in Krankenhäusern
23.10.2018 | Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie e.V.

nachricht Zwei Städte, ein Operationstisch
17.10.2018 | Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: memory-steel – ein neues Material zur Verstärkung von Bauwerken

Ein neues, an der Empa entwickeltes Baumaterial steht kurz vor der Markteinführung: Mit «memory-steel» lassen sich nicht nur neue, sondern auch bestehende Betonstrukturen verstärken. Erhitzt man das Material (einmalig), spannt es sich wie von selber vor. Das Empa-Spin-off re-fer AG präsentiert das Material mit Formgedächtnis nun in einer Vortragsreihe.

Bislang wurden die Stahl-Armierungen in Betonbauwerken meist hydraulisch vorgespannt. Dazu sind Hüllrohre für die Führung der Spannkabel, Anker zur...

Im Focus: memory-steel - a new material for the strengthening of buildings

A new building material developed at Empa is about to be launched on the market: "memory-steel" can not only be used to reinforce new, but also existing concrete structures. When the material is heated (one-time), prestressing occurs automatically. The Empa spin-off re-fer AG is now presenting the material with shape memory in a series of lectures.

So far, the steel reinforcements in concrete structures are mostly prestressed hydraulically. This re-quires ducts for guiding the tension cables, anchors for...

Im Focus: Mit Gravitationswellen die Dunkle Materie ausleuchten

Schwarze Löcher stossen zusammen, Gravitationswellen breiten sich durch die Raumzeit aus - und ein riesiges Messgerät ermöglicht es, die Struktur des Universums zu erkunden. Dies könnte bald Realität werden, wenn die Raumantenne LISA ihren Betrieb aufnimmt. UZH-Forschende zeigen nun, dass LISA auch Aufschluss über die schwer fassbaren Partikel der Dunklen Materie geben könnte.

Dank der Laserinterferometer-Raumantenne (LISA) können Astrophysiker Gravitationswellen beobachten, die von Schwarzen Löchern ausgesendet werden. Diese...

Im Focus: Auf dem Weg zu maßgeschneiderten Naturstoffen

Biotechnologen entschlüsseln Struktur und Funktion von Docking Domänen bei der Biosynthese von Peptid-Wirkstoffen

Mikroorganismen bauen Naturstoffe oft wie am Fließband zusammen. Dabei spielen bestimmte Enzyme, die nicht-ribosomalen Peptid Synthetasen (NRPS), eine...

Im Focus: Größter Galaxien-Proto-Superhaufen entdeckt

Astronomen enttarnen mit dem ESO Very Large Telescope einen kosmischen Titanen, der im frühen Universum lauert

Ein Team von Astronomen unter der Leitung von Olga Cucciati vom Istituto Nazionale di Astrofisica (INAF) Bologna hat mit dem VIMOS-Instrument am Very Large...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Lehren und Lernen mit digitalen Medien im Fokus

22.10.2018 | Veranstaltungen

Natürlich intelligent

19.10.2018 | Veranstaltungen

Rettungsdienst und Feuerwehr - Beschaffung von Rettungsdienstfahrzeugen, -Geräten und -Material

18.10.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer FIT auf der MEDICA & COMPAMED: Von Elektrobenetzung bis Telemedizin

23.10.2018 | Messenachrichten

memory-steel – ein neues Material zur Verstärkung von Bauwerken

23.10.2018 | Architektur Bauwesen

Quantenkommunikation auf Glasfaserbasis - Interferenz mit Lichtquanten unabhängiger Quellen

23.10.2018 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics