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Verkehrsstau beim Blutstrom – kranke Leber sorgt für besondere Form des Hochdrucks!

03.04.2013
Der Weltgesundheitstag am 7. April 2013 weist auf den „Bluthochdruck“ hin. Es gibt verschiedene Formen des Bluthochdrucks. Auch eine kranke Leber kann zum Hochdruck in einem besonderen Blutgefäß (der Pfortader) führen.
Der Weltgesundheitstag hat in diesem Jahr das Motto „Bluthochdruck“. Nach Schätzungen des Robert-Koch-Institutes (RKI) hat jeder Zweite in Deutschland einen zu hohen Blutdruck oder nimmt blutdrucksenkende Medikamente ein. Im Gegensatz zu dieser relativ bekanntenErkrankung, gibt es eine besondere Form des Bluthochdrucks, die durch Lebererkrankungen hervorgerufen werden kann und ausschließlich die Pfortader betrifft. Die Folgen dieser Erkrankung (Pfortader-Hochdruck – „portale Hypertension“) können sehr relevant sein und sogar zum Tod führen.

Hintergrund für diese besondere Form des Hochdrucks ist, dass die Leber ihre Aufgaben nicht mehr wahrnehmen kann, weil sich das Gewebe vernarbt und seine Funktion verliert. Die Leber baut Giftstoffe nicht mehr ausreichend ab und der Blutfluss über die Pfortader (neben der Leberarterie zweiter Weg der Blutversorgung der Leber) ist nur noch eingeschränkt möglich. „Wenn der direkte Weg zur Leber nicht mehr frei ist, sucht sich das Blut einen anderen Weg, um zum Herzen zu gelangen und dort wieder Sauerstoff aufzutanken“, sagt Prof. Dr. Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung anlässlich des Weltgesundheitstages am 7. April 2013. Dadurch erhöhe sich der Blutdruck in den anderen zum Herzen führenden Gefäßen. Auch sei es möglich, dass sich durch vermehrten, ungeplanten Blutfluss, Krampfadern im Bauchraum oder in der Speiseröhre bilden. Werden diese nicht behandelt, können sie zu inneren Blutungen führen.

Der Pfortader-Hochdruck kann nicht auf herkömmlichen Weg über eine normale Blutdruckmessung festgestellt werden. Hinweise für einen Pfortader-Hochdruck kann eine Ultraschall-Untersuchung der Pfortader geben.Auch eine vergrößerte Milz, Bauchwasser (Aszites) oder Krampfadern in der Speiseröhre (Ösophagusvarizen) lassen auf einen Pfortader-Hochdruck schließen. Eine genaue Beurteilung des Pfortader-Hochdrucks kann durch eine invasive (in den Körper eingreifende) Lebervenendurchmessung mittels eines Katheders erfolgen.

Damit es zu einem solchen Pfortader-Hochdruck erst gar nicht kommt, ist es wichtig, Lebererkrankungen so früh wie möglich zu erkennen. Das geht am besten über eine Testung der Leberwerte beim Hausarzt, denn die Anzeichen für eine Lebererkrankung sind sehr unspezifisch. Es drückt im Oberbauch, ständig ist man müde, und die Konzentration kann gestört sein. Oftmals verursacht eine Erkrankung der Leber im Anfangsstadium auch gar keine spürbaren Beschwerden. Deshalb werden Lebererkrankungen oft übersehen.

Die Dunkelziffer der unerkannten Lebererkrankungen liegt bei rund 70 Prozent, so schätzen Experten. Das liegt unter anderem auch daran, dass Lebererkrankungen häufig mit anderen Volkskrankheiten zusammen auftreten. So ist zum Beispiel Übergewicht als Bestandteil des Metabolischen Syndroms unter anderem für die Entwicklung einer Fettleber verantwortlich, die sich wiederum zur Leberzirrhose und schließlich zum Leberzellkrebs weiterentwickeln kann.

Erhöhte Leberwerte sollten keinesfalls als Kavaliersdelikt abgetan werden. Sie bieten die Möglichkeit, Lebererkrankungen früh zu erkennen. Und je früher eine Erkrankung der Leber erkannt wird, desto besser sind die Chancen auf eine Heilung.

Die Leber verfügt über eine doppelte Blutversorgung. Zum einen erhält sie Blut über die Leberarterie, zum anderen über die Pfortader aus den Verdauungsorganen, wie zum Beispiel dem Darm. Über den Weg der Pfortader gelangen auch die Nährstoffe aus der Nahrung in die Leber, die dort weiterverarbeitet werden. Ist der Weg über die Pfortader durch krankes Lebergewebe nicht mehr möglich, sucht das Blut Ausweichstrecken. Ähnlich wie im Straßenverkehr sind die Ausweichstrecken jedoch für eine erhöhte Belastung nicht ausgelegt, so dass sich dort dann Krampfadern oder andere Komplikationen bilden können.
Deutsche Leberstiftung
Bianka Wiebner
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Rita Wilp | idw
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