Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Verbesserung des Tuberkulose-Screenings in abgelegenen Gebieten

02.12.2019

Jedes Jahr sterben weltweit 1,5 Millionen Menschen an Tuberkulose (TB). In abgelegenen Gebieten ist die Diagnose und die Behandlung besonders schwierig. Heute kündigt das Schweizerische Tropen- und Public Health-Institut (Swiss TPH) zusammen mit internationalen Partnern den Start des 4-jährigen TB TRIAGE+ Projekts an. TB TRIAGE+ wird neue diagnostische Ansätze evaluieren, um die aktive Fallsuche von TB-Patienten in abgelegenen Gebieten im südlichen Afrika effizienter und kostengünstiger zu gestalten. Das Projekt wird von der European and Developing Countries Clinical Trials Partnership (EDCTP) finanziert.

Tuberkulose (TB) ist nach wie vor die Infektionskrankheit, die weltweit am meisten Todesfälle fordert. Vor allem in schwer zugänglichen Gebieten bleibt die Diagnose und Behandlung von TB eine grosse Herausforderung.


Tuberkulosepatienten finden und behandeln ist in abgelegenen Gebieten eine grosse Herausforderung.

Foto: Niklaus Labhardt/Swiss TPH

In Gebieten mit hohem Vorkommen wird ein Drittel der Patienten nie diagnostiziert. Um diese Patienten zu finden, zu diagnostizieren und zu behandeln, führen mehrere Länder aktive Fallsuchkampagnen durch. Während solcher Kampagnen wird die Bevölkerung nach Symptomen gefragt, die auf TB hinweisen, und, wenn sie positiv sind, mit einem molekularen Sputumtest, dem Xpert MTB/RIF, getestet.

"Es ist arbeitsintensiv und kostspielig, jede Person, die unspezifische TB-Symptome aufweist, mit Xpert MTB/RIF zu testen, zumal die meisten Personen nicht an TB erkrankt sind", sagt Klaus Reither, Leiter der Einheit «Clinical Research» am Swiss TPH und Projektleiter von TB TRIAGE+.

"Eine viel effizientere und kostengünstigere Methode wäre es, zuerst einen Triage-Test durchzuführen, um Menschen auszuschliessen, die höchstwahrscheinlich nicht TB haben. Der molekulare Test müsste dann nur noch bei den übrigen Personen durchgeführt werden."

Das TB TRIAGE+ Projekt wird die Exaktheit, Wirkung und Kosteneffizienz neuer Fallsuch-Methoden auf Gemeindeebene eruieren, um potenzielle Tuberkulosepatienten besser zu triagieren. Das Herzstück von TB TRIAGE+ ist eine gross angelegte, cluster-randomisierte klinische Studie in den ländlichen Gemeinden Lesotho und KwaZulu-Natal in Südafrika, die stark von TB- und HIV-Epidemien betroffen sind. TB TRIAGE+ wird vom EDCTP mit 3,19 Millionen Euro finanziert und beginnt am 1. Januar 2020.

Neuartige Röntgenanalyse und Blutmarker zur Untersuchung von Patienten

"Ziel der Hauptstudie von TB TRIAGE+, an der 35.000 Menschen teilnehmen werden, ist es, eine geeignete Triage-Methode zu identifizieren, die den Zugang zu Diagnose und Behandlung verbessert und die Diagnosekosten substantiell reduziert", sagt Reither.

Einerseits wird das Projekt die automatisierte Röntgenanalyseplattform (CAD4TB) testen, die innerhalb von Sekunden erkennen kann, ob es Anzeichen einer Lungen-TB gibt. "CAD4TB hat sich zu einem Hochdurchsatz-Screening-Tool entwickelt, das viele Menschen in kurzer Zeit auf TB testen kann.

In Kombination mit einem tragbaren Röntgengerät werden wir die Röntgenbilder auch in den entlegensten Gebieten durchführen und analysieren können", so Reither. Andererseits wird der C-reactives Protein Test, ein Blutmarker für Entzündungen und Infektionen, auf sein Potenzial für die Triagierung überprüft. In der Studie werden beide Tools mit dem aktuellen Behandlungsstandard verglichen.

Über TB TRIAGE+

Neben der grossen klinischen Studie will TB TRIAGE+ auch eine Reihe von Forschungsfragen im Zusammenhang mit Triage-Tests und der aktiven TB-Fallsuche beantworten. Das Projekt wird auch Forschungskapazitäten und neue Netzwerke für zukünftige Forschungsprojekte aufbauen.

Swiss TPH leitet TB TRIAGE+ in Zusammenarbeit mit SolidarMed (Lesotho/Schweiz), dem Human Sciences Research Council (Südafrika), dem Institute of Tropical Medicine in Antwerpen (Belgien), dem Radboud University Medical Center, Nijmegen (Niederlande), der Charité Universitätsmedizin Berlin (Deutschland) und dem Universitätsspital Basel (Schweiz).

Wissenschaftliche Ansprechpartner:

Klaus Reither, Head of the Clinical Research Unit at Swiss TPH and project leader of TB TRIAGE+, Tel. +41 61 284 89 67, klaus.reither@swisstph.ch

Sabina Beatrice-Matter | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
https://www.swisstph.ch/de/swiss-tph-news/news-detail-d/news/improving-tuberculosis-screening-in-remote-areas/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Aktivierung von Opioid-Rezeptor aufgeklärt
28.11.2019 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Sich dehnen für die grauen Zellen
27.11.2019 | Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kleiner, schneller, energieeffizienter – leistungsstarke Bauelemente für den digitalen Wandel

Hocheffiziente Leistungshalbleiter sollen die Voraussetzungen für vielfältige neue Anwendungen schaffen – von der Elektromobilität bis hin zur künstlichen Intelligenz. Darauf zielt das kürzlich gestartete Verbundprojekt „Leistungstransistoren auf Basis von AlN (ForMikro-LeitBAN)“, das vom Ferdinand-Braun-Institut koordiniert wird.

Smarte Energieversorgung, Elektromobilität, breitbandige Kommunikationssysteme und Anwendungen der künstlichen Intelligenz (KI) – die Anzahl miteinander...

Im Focus: KATRIN-Experiment begrenzt die Masse von Neutrinos auf unter 1 Elektronenvolt

Neutrinos spielen durch ihre kleine, aber von Null verschiedene Masse eine Schlüsselrolle in Kosmologie und Teilchenphysik. Seit 2018 soll mit dem KArlsruher TRitium Neutrino Experiment (KATRIN) die Masse von Neutrinos bestimmt werden. Schon nach einer ersten kurzen Neutrino-Messphase konnten die Forscherinnen und Forscher die Masse des Neutrinos auf kleiner als 1 Elektronenvolt (eV) begrenzen, was doppelt so genau ist wie alle bisher durchgeführten teils mehrjährigen Laborexperimente. Das Ergebnis ist diese Woche als Titelgeschichte des renommierten Fachjournals „Physical Review Letters“ veröffentlicht worden. Am Experiment beteiligt ist auch ein Team der Bergischen Universität Wuppertal.

Neben den Photonen, den masselosen elementaren Quanten des Lichts, sind Neutrinos die häufigsten Teilchen im Universum. Neutrinos werden „Geisterteilchen“...

Im Focus: How do scars form? Fascia function as a repository of mobile scar tissue

Abnormal scarring is a serious threat resulting in non-healing chronic wounds or fibrosis. Scars form when fibroblasts, a type of cell of connective tissue, reach wounded skin and deposit plugs of extracellular matrix. Until today, the question about the exact anatomical origin of these fibroblasts has not been answered. In order to find potential ways of influencing the scarring process, the team of Dr. Yuval Rinkevich, Group Leader for Regenerative Biology at the Institute of Lung Biology and Disease at Helmholtz Zentrum München, aimed to finally find an answer. As it was already known that all scars derive from a fibroblast lineage expressing the Engrailed-1 gene - a lineage not only present in skin, but also in fascia - the researchers intentionally tried to understand whether or not fascia might be the origin of fibroblasts.

Fibroblasts kit - ready to heal wounds

Im Focus: McMaster researcher warns plastic pollution in Great Lakes growing concern to ecosystem

Research from a leading international expert on the health of the Great Lakes suggests that the growing intensity and scale of pollution from plastics poses serious risks to human health and will continue to have profound consequences on the ecosystem.

In an article published this month in the Journal of Waste Resources and Recycling, Gail Krantzberg, a professor in the Booth School of Engineering Practice...

Im Focus: Eine Ampel für die Wahrnehmung

caesar-Wissenschaftler der Forschungsgruppe „In Silico Brain Sciences“ entschlüsseln, wie Informationen im Gehirn weitergeleitet werden.

Wir sehen, riechen, hören und spüren Berührungen entlang unserer Haut. In jedem Moment verarbeitet unser Gehirn diese Sinneseindrücke und setzt sie in...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Weltkorallenriffkonferenz ICRS 2020 lädt zum Fotowettbewerb ein

02.12.2019 | Veranstaltungen

Digital Innovation – von AI bis UX

25.11.2019 | Veranstaltungen

Chemnitzer Linux-Tage 2020: „Mach es einfach!“

18.11.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Big Data macht Intensivmedizin besser

02.12.2019 | Informationstechnologie

Roboter lernen, selbstständig und im Team zu arbeiten

02.12.2019 | Informationstechnologie

Maschinelles Lernen für die Präzisionsmedizin: Schnelltest für die Asthma-Diagnose

02.12.2019 | Medizintechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics