Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Überregionaler Forschungsverbund zu Stresserfahrungen im Kindesalter

29.08.2012
Am 3. September 2012 fällt an der Universität Leipzig der Startschuss zu einer in Deutschland einzigartigen Zusammenarbeit unterschiedlicher Fachdisziplinen, um die Folgen stressreicher Lebenserfahrung in der Kindheit zu erforschen. Das zunächst auf drei Jahre angelegte Projekt wird mit 2,5 Millionen Euro aus Bundesmitteln gefördert.

Unter der Leitung von Professor Kai von Klitzing, Direktor der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik des Kindes- und Jugendalters, hat die Medizinische Fakultät den Grundstein für eine fachübergreifende Zusammenarbeit gelegt. Die Jugendämter in Leipzig und München sind aktiver Teil des Forschungsverbundes und werden Daten beisteuern.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt das Verbundprojekt mit rund 2,5 Mio. Euro. Die Förderung geht zurück auf die Initiative des runden Tischs "sexueller Kindesmissbrauch in Abhängigkeits- und Machtverhältnissen", der von der Bundesregierung im Jahr 2010 eingerichtet wurde.

In der Beratungsphase wurde unter anderem beschlossen, deutsche Forschungsverbünde zu Verhaltensstörungen im Zusammenhang mit Gewalt, Vernachlässigung, Misshandlung und Missbrauch in Kindheit und Jugend in einem Wettbewerb auszuschreiben. Der in Leipzig initiierte Verbund "Stresserfahrungen im Kindesalter und ihre Folgen für die seelische Gesundheit", dem auch Wissenschaftler von der TU Dresden, aus dem Max-Planck-Institut für Psychiatrie angehören, wurde von einem internationalen Wissenschaftlergremium positiv bewertet und erhielt deshalb den Zuschlag.

Zu stressreichen Erfahrungen zählen unter anderem körperliche und seelische Misshandlungen sowie Vernachlässigung. Rückblickend werden Sie im weiteren Leben häufig als Auslöser für Angst- oder Depressionserkrankungen angeführt. Dass es sich tatsächlich um typische Verlaufsmuster von der negativen Lebenserfahrung hin zur psychischen Erkrankung handelt, dazu gibt es in der Forschung bislang nur wenige gesicherte Zahlen. Auch die Frage, warum manche Menschen nach der Misere erkranken und manche nicht und welche Schutzmechanismen zum tragen kommen, ist noch völlig offen.

Das Leipziger Projekt will diesen Zustand ändern. Ziel ist es, die psychosozialen und biologischen Mechanismen, die solche Erfahrungen nach sich ziehen, genauer zu verstehen und in der Folge auch verbesserte Ansatzpunkte für die Behandlung betroffener Kinder abzuleiten. Besonders an dem Forschungsverbund ist außerdem, dass in ihm hochkarätige Grundlagenforscher und anwendungsorientierte Mediziner sowie Sozialarbeiter zusammenarbeiten.

Am Montag, den 3. 9. 2012 findet in Leipzig das erste Verbundtreffen zum Auftakt der Forschungsaktivitäten statt. Teilnehmer werden unter anderem sein: das Leipziger Team um Prof. von Klitzing, außerdem Dr. Marcus Ising, Leiter der Abteilung Molekularpsychologie des Max Planck Instituts für Psychiatrie München, Mitarbeiter der Abteilung Biopsychologie der TU Dresden um den bekannten Stressforscher Prof. Clemens Kirschbaum sowie die Leiter der Jugendämter München und Leipzig, Maria Kurz-Adam und Siegfried Haller.

Weitere Informationen:
Prof. Dr. med. Kai von Klitzing
Telefon: +49 341 97-24010
E-Mail: kai.vonklitzing@uniklinik-leipzig.de
kjp.uniklinikum-leipzig.de

Susann Huster | idw
Weitere Informationen:
http://www.uniklinik-leipzig.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Gangmessdaten visualisieren und analysieren
16.07.2018 | Fachhochschule St. Pölten

nachricht „Small meets smaller“ – Nanopartikel beeinflussen Schimmelpilzinfektion der Atemwege
05.07.2018 | Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Im Focus: First evidence on the source of extragalactic particles

For the first time ever, scientists have determined the cosmic origin of highest-energy neutrinos. A research group led by IceCube scientist Elisa Resconi, spokesperson of the Collaborative Research Center SFB1258 at the Technical University of Munich (TUM), provides an important piece of evidence that the particles detected by the IceCube neutrino telescope at the South Pole originate from a galaxy four billion light-years away from Earth.

To rule out other origins with certainty, the team led by neutrino physicist Elisa Resconi from the Technical University of Munich and multi-wavelength...

Im Focus: Magnetische Wirbel: Erstmals zwei magnetische Skyrmionenphasen in einem Material entdeckt

Erstmals entdeckte ein Forscherteam in einem Material zwei unabhängige Phasen mit magnetischen Wirbeln, sogenannten Skyrmionen. Die Physiker der Technischen Universitäten München und Dresden sowie von der Universität zu Köln können damit die Eigenschaften dieser für Grundlagenforschung und Anwendungen gleichermaßen interessanten Magnetstrukturen noch eingehender erforschen.

Strudel kennt jeder aus der Badewanne: Wenn das Wasser abgelassen wird, bilden sie sich kreisförmig um den Abfluss. Solche Wirbel sind im Allgemeinen sehr...

Im Focus: Neue Steuerung der Zellteilung entdeckt

Wenn eine Zelle sich teilt, werden sämtliche ihrer Bestandteile gleichmässig auf die Tochterzellen verteilt. UZH-Forschende haben nun ein Enzym identifiziert, das sicherstellt, dass auch Zellbestandteile ohne Membran korrekt aufgeteilt werden. Ihre Entdeckung eröffnet neue Möglichkeiten für die Behandlung von Krebs, neurodegenerative Krankheiten, Alterungsprozessen und Virusinfektionen.

Man kennt es aus der Küche: Werden Aceto balsamico und Olivenöl miteinander vermischt, trennen sich die beiden Flüssigkeiten. Runde Essigtropfen formen sich,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungen

Conference on Laser Polishing – LaP: Feintuning für Oberflächen

12.07.2018 | Veranstaltungen

Materialien für eine Nachhaltige Wasserwirtschaft – MachWas-Konferenz in Frankfurt am Main

11.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vertikales Begrünungssystem Biolit Vertical Green<sup>®</sup> auf Landesgartenschau Würzburg

16.07.2018 | Architektur Bauwesen

Feinstaub macht Bäume anfälliger gegen Trockenheit

16.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Krebszellen Winterschlaf halten

16.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics