Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Übergewicht steigert Darmkrebsrisiko

25.03.2009
Forscher untersuchen molekulare Ursachen

Darmkrebs ist die zweithäufigste Krebsart in Deutschland: Jedes Jahr erkranken 37.000 Männer und 36.000 Frauen neu daran. „Ein wichtiges Risiko für die Entstehung von Darmkrebs sind Übergewicht und zu wenig körperliche Bewegung“, erklärt Frau Dr. Melek Canan Arkan, Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München.

Im Rahmen eines Forschungsprojekts untersucht ihre Arbeitsgruppe jetzt die molekularen Mechanismen, die dem Zusammenhang zwischen Übergewicht und der Krebsentstehung zu Grunde liegen. Die Deutsche Krebshilfe unterstützt das wissenschaftliche Projekt mit 264.000 Euro.

„Epidemiologische Studien haben gezeigt: Bei stark übergewichtigen Menschen tritt Dickdarmkrebs doppelt so häufig auf wie bei Normalgewichtigen“, erklärt Arkan. „Zudem erhöht zu wenig körperliche Bewegung das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken.“ Starkes Übergewicht – medizinisch auch Fettsucht oder Adipositas genannt – liegt vor, wenn der Body-Mass-Index (BMI) größer als 30 ist. Der BMI ist ein Richtwert, der das Verhältnis von Körpergewicht zu Körpergröße beschreibt und sich aus folgender Formel errechnet: Körpergewicht in Kilogramm geteilt durch die Körpergröße in Metern zum Quadrat.

In Experimenten konnte das Team um Arkan bereits zeigen, dass eine fettreiche Ernährung die Tumorbildung im Darm fördert. „Zwar sind die exakten molekularen Mechanismen noch nicht komplett verstanden, chronische Entzündungen gelten jedoch als Hauptursache für die Krebsentstehung“, erklärt die Projektleiterin. Diese werden durch ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren hervorgerufen.

Zum einen lösen Fettsäuren entzündliche Reaktionen im Körper aus, indem sie an die Oberfläche von so genannten inflammatorischen Zellen binden. Gefährlich dabei: wenn die Fettaufnahme kontinuierlich erfolgt und die Entzündungs-Reaktion chronisch wird. Zum anderen ist Fettgewebe nicht nur ein Energiespeicher, sondern schüttet als „endokrines“ Organ auch eine Reihe von Hormonen aus. Während Fettleibigkeit entsteht, verändern sich die Fettzellen und damit auch die von ihnen abgegebenen Hormone. Dies kann ebenfalls eine Entzündungsreaktion hervorrufen. Darüber hinaus haben Tumorzellen im Gegensatz zu normalen Zellen einen größeren Energiebedarf. Daher könnte eine erhöhte Kalorien- und damit Energiezufuhr das Krebswachstum zusätzlich fördern.

„Die komplexen Wechselwirkungen zwischen Fettleibigkeit und Krebsentstehung sind angesichts der Tatsache, dass Übergewicht bei Erwachsenen und Kindern weltweit zunimmt, sehr relevant“, so Arkan. „Wir wollen den molekularen Ursachen weiter auf den Grund gehen, um neue Ansatzpunkte zu finden, die Krebsentstehung zu verhindern.“ Jeder kann aber auch selbst etwas dafür tun, sein Krebsrisiko zu verringern. So stellen eine ausgewogene Diät mit viel Obst und Gemüse sowie vermehrte körperliche Aktivität eine hervorragende Möglichkeit der Krebsvermeidung dar.

Infokasten: Darmkrebs
Darmkrebs ist die häufigste Krebsart in Deutschland. Jedes Jahr erkranken 73.000 Menschen neu daran. Rund 27.000 Betroffene sterben jährlich an einem bösartigen Tumor des Darms. Die wichtigste Waffe gegen Darmkrebs ist die Früherkennung. Denn früh genug erkannt, ist der Tumor in über 90 Prozent der Fälle heilbar. Die Deutsche Krebshilfe nimmt den Darmkrebsmonat März zum Anlass, die Bevölkerung verstärkt auf die Möglichkeiten der Vorbeugung und Früherkennung von Darmkrebs aufmerksam zu machen. Sie bietet allgemeinverständliche Informationsmaterialien zu diesem Thema an. Die Ratgeber, Präventionsfaltblätter und Plakate sowie ein Patienten-Informationsfilm auf DVD können kostenlos bestellt werden bei: Deutsche Krebshilfe, Postfach 1467, 53004 Bonn, oder im Internet unter www.krebshilfe.de heruntergeladen werden.

Projektnummer: 107977

| Deutsche Krebshilfe e.V.
Weitere Informationen:
http://www.krebshilfe.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Kokosöl verlängert Leben bei peroxisomalen Störungen
20.06.2018 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Überdosis Calcium
19.06.2018 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Leichter abheben: Fraunhofer LBF entwickelt Flugzeugrad aus Faser-Kunststoff-Verbund

Noch mehr Reichweite oder noch mehr Nutzlast - das wünschen sich Fluggesellschaften für ihre Flugzeuge. Wegen ihrer hohen spezifischen Steifigkeiten und Festigkeiten kommen daher zunehmend leichte Faser-Kunststoff-Verbunde zum Einsatz. Bei Rümpfen oder Tragflächen sind permanent Innovationen in diese Richtung zu beobachten. Um dieses Innovationsfeld auch für Flugzeugräder zu erschließen, hat das Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF jetzt ein neues EU-Forschungsvorhaben gestartet. Ziel ist die Entwicklung eines ersten CFK-Bugrads für einen Airbus A320. Dabei wollen die Forscher ein Leichtbaupotential von bis zu 40 Prozent aufzeigen.

Faser-Kunststoff-Verbunde sind in der Luftfahrt bei zahlreichen Bauteilen bereits das Material der Wahl. So liegt beim Airbus A380 der Anteil an...

Im Focus: IT-Sicherheit beim autonomen Fahren

FH St. Pölten entwickelt neue Methode für sicheren Informationsaustausch zwischen Fahrzeugen mittels Funkdaten

Neue technische Errungenschaften wie das Internet der Dinge oder die direkte drahtlose Kommunikation zwischen Objekten erhöhen den Bedarf an effizienter...

Im Focus: Innovative Handprothesensteuerung besteht Alltagstest

Selbstlernende Steuerung für Handprothesen entwickelt. Neues Verfahren lässt Patienten natürlichere Bewegungen gleichzeitig in zwei Achsen durchführen. Forscher der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) veröffentlichen Studie im Wissenschaftsmagazin „Science Robotics“ vom 20. Juni 2018.

Motorisierte Handprothesen sind mittlerweile Stand der Technik bei der Versorgung von Amputationen an der oberen Extremität. Bislang erlauben sie allerdings...

Im Focus: Temperaturgesteuerte Faser-Lichtquelle mit flüssigem Kern

Die moderne medizinische Bildgebung und neue spektroskopische Verfahren benötigen faserbasierte Lichtquellen, die breitbandiges Laserlicht im nahen und mittleren Infrarotbereich erzeugen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) zeigen in einer aktuellen Veröffentlichung im renommierten Fachblatt Optica, dass sie die optischen Eigenschaften flüssigkeitsgefüllter Fasern und damit die Bandbreite des Laserlichts gezielt über die Umgebungstemperatur steuern können.

Das Besondere an den untersuchten Fasern ist ihr Kern. Er ist mit Kohlenstoffdisulfid gefüllt - einer flüssigen chemischen Verbindung mit hoher optischer...

Im Focus: Temperature-controlled fiber-optic light source with liquid core

In a recent publication in the renowned journal Optica, scientists of Leibniz-Institute of Photonic Technology (Leibniz IPHT) in Jena showed that they can accurately control the optical properties of liquid-core fiber lasers and therefore their spectral band width by temperature and pressure tuning.

Already last year, the researchers provided experimental proof of a new dynamic of hybrid solitons– temporally and spectrally stationary light waves resulting...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Leben im Plastikzeitalter: Wie ist ein nachhaltiger Umgang mit Plastik möglich?

21.06.2018 | Veranstaltungen

Kongress BIO-raffiniert X – Neue Wege in der Nutzung biogener Rohstoffe?

21.06.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen im August 2018

20.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Leichter abheben: Fraunhofer LBF entwickelt Flugzeugrad aus Faser-Kunststoff-Verbund

22.06.2018 | Materialwissenschaften

Lernen und gleichzeitig Gutes tun? Baufritz macht‘s möglich!

22.06.2018 | Unternehmensmeldung

GFOS und skip Institut entwickeln gemeinsam Prototyp für Augmented Reality App für die Produktion

22.06.2018 | Unternehmensmeldung

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics