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Übergewicht: Schlafmangel verhindert Traumfigur

29.10.2012
Weniger als sechs Stunden Ruhe bringen Chaos in Energiehaushalt

Wer zu wenig schläft, bringt seinen Energiehaushalt aus dem Gleichgewicht, was zur Gewichtszunahme führt. "Verschiedene Untersuchungen haben ergeben, dass sich auch partieller Schlafentzug auf das Körpergewicht auswirkt", so Sharon M. Nickols-Richardson von der Pennsylvania State University.

Menschen, die abnehmen möchten, sollten daher auf ausreichend Schlaf achten. In den USA sind mehr als 35 Prozent der Erwachsenen übergewichtig und 30 Prozent schlafen weniger als sechs Stunden pro Nacht.

Hormonhaushalt beeinträchtigt

Nickols-Richardson und ihr Team haben anhand einer Analyse von Patientendaten ermittelt, dass Schlafentzug den Hormonhaushalt beeinträchtigt. Das appetitanregende Ghrelin und das appetitzügelnde Leptin sind dann nicht mehr in der Balance.

"Mangelnder Schlaf beeinflusst die Appetitregulation", bestätigt Hubertus Himmerich, Projektleiter beim Integrierten Forschungs- und Behandlungszentrum für Adipositas-Erkrankungen http://ifb-adipositas.de/ifb in Leipzig, gegenüber pressetext.

Dem Experten nach haben Menschen, die nur vier oder fünf Stunden schlafen, weniger Leptin im Blut. Das Hormon, das die Energiezufuhr reguliert, wird vermindert gebildet. Der Gegenspieler Ghrelin wird dann möglicherweise zuviel gebildet. "Wenn man zu wenig schläft, wird der Appetit angestachelt", sagt Himmerich. Ob das bei einmaligem Schlafentzug relevant ist, weiß man allerdings noch nicht, so Himmerich. Menschen, die regelmäßig zu kurz schlafen, neigen hingegen zu Übergewicht, haben die Forscher in den USA nun belegt.

Zu viel Schlaf ebenfall schlecht

"Für einen Erwachesenen in unserem Kulturkreis sind sieben Stunden Schlaf normal - je weniger man schläft, desto höher ist das Risiko Übergewicht zu bekommen", erklärt Himmerich. Vor 50 Jahren haben die Deutschen im Schnitt mehr geschlafen. Inzwischen wird im TV mehr Unterhaltung geboten. "Man erschöpft sich auch nicht mehr durch körperliche Arbeit. Es gibt verschiedene Gründe dafür, dass man heute vermindert schläft - diese Entwicklung kann auch mit ein Grund dafür sein, dass es mehr Übergewichtige gibt als noch vor 50 Jahren."

Aber auch zu viel Schlaf kann zu Übergewicht führen. Wer neun oder zehn Stunden täglich schläft, verbringt viel Zeit im Bett und bewegt sich wenig. Bei zu kurzem Schlaf spielen auch nicht nur die Hormone eine Rolle. Denn eine müde Person ist auch nicht motiviert, sich viel zu bewegen. "Müdigkeit führt dazu, dass man sich schlapp fühlt und sich zu wenig bewegt. Dadurch baut man auch weniger Energie ab", weiß Himmerich. Der Mediziner rät dazu, Sport zu treiben.

Denn mit Sport könne man auch Stress abbauen. Wenn wir gestresst sind, produzieren wir widerum Hormone, die dazu führen, dass man nicht schlafen kann. Menschen, die unter Dauerstress leiden, haben Schlafstörungen.

Oranus Mahmoodi | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.huck.psu.edu

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