Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Tamoxifen - neue Hoffnung für Frauen mit genetisch bedingtem hohen Brustkrebsrisiko

15.08.2013
Neue Untersuchungen haben ergeben, dass Frauen mit einer hohen genetischen Veranlagung für Brustkrebs ein stubstantiell geringeres Risiko haben, erneut an Brustkrebs zu erkranken, wenn sie Tamoxifen nach der ersten Tumorerkrankung einnehmen.

Die weltweit durchgeführte Studie unter der Leitung der University of Melbourne und des Peter MacCallum Cancer Centre wurde am 7. August 2013 im Fachmagazin Journal of Clinical Oncology veröffentlicht.

Die Studie umfasste 2.500 Frauen aus Europa, Nordamerika und Australien, deren Erbanlagen Mutationen in BRCA1 oder BRCA2, die für Brustkrebs empfänglichen Gene aufweisen und mit Brustkrebs diagnostiziert wurden. Rund ein Drittel der Frauen wurden mit Tamoxifen behandelt.

Tamoxifen wird seit Jahrzehnten zur Therapie von Brustkrebs eingesetzt. Vor kurzem konnte gezeigt werden, dass Tamoxifen bei vielen Frauen Brustkrebs verhindern kann.

Bis jetzt gab es nur unzureichende Informationen darüber, ob Tamoxifen das Brustkrebsrisiko bei Frauen mit dem höchsten Risiko aufgrund von BRCA1 oder BRCA2 senkt.

Leitautor Professor Kelly-Anne Philips sagte, die bis dato umfassendste Studie deute darauf hin, dass Tamoxifen bei diesen risikobelasteten Frauen wirke und ihr Brustkrebsrisiko halbiere.

„In der Vergangenheit war invasive Chirurgie und die Entfernung der Brüste und/oder der Eierstöcke die einzige Möglichkeit das Brustkrebsrisiko bei diesen Risikopatientinnen zu reduzieren. Für Frauen, die sich gegen eine derartige Operation entscheiden oder sie aufschieben möchten, bis sie älter sind, könnte Tamoxifen nun eine realistische Alternative sein.“

Das war der Fall der amerikanischen Schauspielerin Angelina Jolie, bei der eine Mutation in einem dieser Gene nachgewiesen wurde.

Frühere Forschungen von Professor Philips ergaben, dass nur eine von fünf australischen Frauen mit einer Mutation in BRCA1 und BRCA2 sich für eine beidseitige Mastektomie entscheidet.

Professor John Hopper, Co-Autor von der School of Population and Global Health an der University of Melborne, sagte: „Angesichts der Ergebnisse ist es klar, dass Frauen mit einer Mutation in BRCA1 und BRCA2 ihren Behandlungsplan mit ihrem Spezialisten besprechen und verfügbare Optionen zur Verringerung des Brustkrebsrisikos erneut erörtern sollten.“

Diese wichtigen Ergebnisse stammen aus über 20-jähriger Forschung mit Familien, in denen Brustkrebs aufgetreten ist, und die landesweit aus Krebsregistern und von Krebskliniken für diese Studie rekrutiert wurden.

„Ohne die großzügige Unterstützung dieser Familien wäre es für uns nicht möglich, derartige Entdeckungen zu machen, die zukünftigen Generationen dabei helfen Brustkrebs zu bekämpfen“, sagte Professor Hopper.

Institut Ranke-Heinemann / Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund Pressestelle
Friedrichstr. 95
10117 Berlin
Email: berlin(at)ranke-heinemann.de
Tel.: 030-20 96 29 593
oder
Media Contact:
Anne Rahilly
University of Melbourne
Tel.: +61 3 9035 5380
Tel.: +61 432 758 734
Email: arahilly@unimelb.edu.au

Sabine Ranke-Heinemann | idw
Weitere Informationen:
http://www.ranke-heinemann.de
http://www.ranke-heinemann.at
http://www.ranke-heinemann.tv

Weitere Berichte zu: BRCA1 BRCA2 Brustkrebs Brustkrebsrisiko Mutation Tamoxifen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Zwischen Erregung und Hemmung
06.12.2019 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

nachricht Wenn der Rücken vom vielen Sitzen schmerzt
05.12.2019 | Technische Universität Chemnitz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Das 136 Millionen Atom-Modell: Wissenschaftler simulieren Photosynthese

Die Umwandlung von Sonnenlicht in chemische Energie ist für das Leben unerlässlich. In einer der größten Simulationen eines Biosystems weltweit haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler diesen komplexen Prozess an einem Bestandteil eines Bakteriums nachgeahmt – am Computer, Atom um Atom. Die Arbeit, die jetzt in der renommierten Fachzeitschrift „Cell“ veröffentlicht wurde, ist ein wichtiger Schritt zum besseren Verständnis der Photosynthese in einigen biologischen Strukturen. An der internationalen Forschungskooperation unter Leitung der University of Illinois war auch ein Team der Jacobs University Bremen beteiligt.

Das Projekt geht zurück auf eine Initiative des inzwischen verstorbenen, deutsch-US-amerikanischen Physikprofessors Klaus Schulten von der University of...

Im Focus: Developing a digital twin

University of Texas and MIT researchers create virtual UAVs that can predict vehicle health, enable autonomous decision-making

In the not too distant future, we can expect to see our skies filled with unmanned aerial vehicles (UAVs) delivering packages, maybe even people, from location...

Im Focus: Freiformflächen bis zu 80 Prozent schneller schlichten: Neue Werkzeuge und Algorithmen für die Fräsbearbeitung

Beim Schlichtfräsen komplexer Freiformflächen können Kreissegment- oder Tonnenfräswerkzeuge jetzt ihre Vorteile gegenüber herkömmlichen Werkzeugen mit Kugelkopf besser ausspielen: Das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen entwickelte im Forschungsprojekt »FlexiMILL« gemeinsam mit vier Industriepartnern passende flexible Bearbeitungsstrategien und implementierte diese in eine CAM-Software. Auf diese Weise lassen sich große frei geformte Oberflächen nun bis zu 80 Prozent schneller bearbeiten.

Ziel im Projekt »FlexiMILL« war es, für die Bearbeitung mit Tonnenfräswerkzeugen nicht nur neue, verbesserte Werkzeuggeometrien zu entwickeln, sondern auch...

Im Focus: Bis zu 30 Prozent mehr Kapazität für Lithium-Ionen-Akkus

Durch Untersuchungen struktureller Veränderungen während der Synthese von Kathodenmaterialen für zukünftige Hochenergie-Lithium-Ionen-Akkus haben Forscherinnen und Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und kooperierender Einrichtungen neue und wesentliche Erkenntnisse über Degradationsmechanismen gewonnen. Diese könnten zur Entwicklung von Akkus mit deutlich erhöhter Kapazität beitragen, die etwa bei Elektrofahrzeugen eine größere Reichweite möglich machen. Über die Ergebnisse berichtet das Team in der Zeitschrift Nature Communications. (DOI 10.1038/s41467-019-13240-z)

Ein Durchbruch der Elektromobilität wird bislang unter anderem durch ungenügende Reichweiten der Fahrzeuge behindert. Helfen könnten Lithium-Ionen-Akkus mit...

Im Focus: Neue Klimadaten dank kompaktem Alexandritlaser

Höhere Atmosphärenschichten werden für Klimaforscher immer interessanter. Bereiche oberhalb von 40 km sind allerdings nur mit Höhenforschungsraketen direkt zugänglich. Ein LIDAR-System (Light Detection and Ranging) mit einem diodengepumpten Alexandritlaser schafft jetzt neue Möglichkeiten. Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Atmosphärenphysik (IAP) und des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT entwickeln ein System, das leicht zu transportieren ist und autark arbeitet. Damit kann in Zukunft ein LIDAR-Netzwerk kontinuierlich und weiträumig Daten aus der Atmosphäre liefern.

Der Klimawandel ist in diesen Tagen ein heißes Thema. Eine wichtige wissenschaftliche Grundlage zum Verständnis der Phänomene sind valide Modelle zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

QURATOR 2020 – weltweit erste Konferenz für Kuratierungstechnologien

04.12.2019 | Veranstaltungen

Die Zukunft der Arbeit

03.12.2019 | Veranstaltungen

Intelligente Transportbehälter als Basis für neue Services der Intralogistik

03.12.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

RNA-Modifikation - Umbau unter Druck

06.12.2019 | Biowissenschaften Chemie

Der Versteppung vorbeugen

06.12.2019 | Geowissenschaften

Verstopfung in Abwehrzellen löst Entzündung aus

06.12.2019 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics