Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Start des Kölner Parkinson Netzwerks

15.08.2012
Nach einer sechsmonatigen Pilotphase geht heute (15.08.2012) das Kölner Parkinson Netzwerk offiziell an den Start.
Es wurde an der Uniklinik Köln ins Leben gerufen, um eine nahtlose und schnellere medizinische Versorgung der Patienten zu gewährleisten. Am Kölner Parkinson Netzwerk können alle Patienten mit der Diagnose eines Morbus Parkinson, gleich welchen Alters und gleich welcher Krankenkassenzugehörigkeit teilnehmen.

Zu Beginn der Pressekonferenz sagte Prof. Dr. Gereon R. Fink, Direktor der Klinik und Poliklinik für Neurologie an der Uniklinik Köln: „Einer der Forschungs- und klinischen Schwerpunkte der Klinik für Neurologie sind Bewegungsstörungen, wie zum Beispiel der Morbus Parkinson. Unser Ziel ist es, durch die Schaffung des Kölner Parkinson Netzwerks eine engere Verzahnung von stationärer und ambulanter Versorgung zu erreichen und somit für eine Verbesserung der Lebensqualität von Patienten mit Morbus Parkinson und deren Angehörigen zu sorgen.“

Prof. Dr. Lars Timmermann, Oberarzt an der Klinik für Neurologie an der Uniklinik Köln und Sprecher des Kölner Parkinson Netzwerks stellte die Argumente für die Gründung des Netzwerks vor. Er sagte: „Durch eine verbesserte Kommunikation mit niedergelassenen Fachärzten und raschere Anpassung auf Verschlechterungen des Patientenzustandes soll eine optimierte Versorgung der Parkinson-Patienten gewährleistet werden.“

Das neue Projekt wird zudem wissenschaftlich begleitet. Untersucht wird, ob sich durch die individuelle und flexible Betreuung der Patienten im Rahmen des Kölner Parkinson Netzwerkes, eine bessere Versorgung erreichen lässt. Prof. Timmermann: „Aus diesem Grund bitten wir jeden Teilnehmer zu definierten Zeitpunkten mehrere Fragebögen auszufüllen und an einer neurologischen Untersuchung teilzunehmen.“

Dr. Birgit Cremer ist niedergelassene Neurologin in Köln. Sie erläuterte die Gründe für ihre Teilnahme am Kölner Parkinson Netzwerk: „Wir als niedergelassene Fachärzte müssen Patienten in enger Folge und in einem hohen Takt versorgen. Das Kölner Parkinson Netzwerk ermöglicht es, sich intensiv um einen schwerkranken Patienten zu kümmern. Der Patient hat in seinem vertrauten Facharzt einen beständigen Ansprechpartner, verfügt aber gleichzeitig auch über die Expertise einer ganzen Klinik.“

Das Parkinson Netzwerk verbindet viele Bausteine, die eine ganzheitliche Therapie der Parkinsonerkrankung unterstützen. Die Mitwirkung verschiedener Berufsgruppen (Ärzte, Pfleger, Physiotherapeuten, Logopäden, etc.) ermöglicht für den Patienten und seine Angehörigen eine individualisierte und dynamische Vorgehensweise bei der Therapie, wie Dr. Carsten Eggers, Koordinator des Kölner Parkinson Netzwerks, betonte: „Durch eine gemeinsame Sprechstunde von niedergelassenen Ärzten, dem Neurologen der Uniklinik Köln und einem Parkinson-Pfleger der Uniklinik Köln können Patienten von einer optimalen Interaktion und gebündeltem, ganzheitlich orientiertem Fachwissen profitieren.“

In kooperierenden Praxen findet eine regelmäßige Visite eines Facharztes der Uniklinik Köln gemeinsam mit dem niedergelassenen Neurologen statt. Im Rahmen dieser Visiten können durch das „Vier-Augen-Prinzip“ Probleme rascher erkannt und Therapieänderungen besprochen werden. Durch einen mit der Parkinsonschen Erkrankung sehr erfahrenen Arzt aus der Uniklinik Köln können im Laufe der Erkrankung entstehende Probleme umfassend diagnostiziert und Therapieneuerungen zeitnah an den Patienten weitergegeben werden.
Durch den Einsatz eines speziell ausgebildeten Parkinson-Pflegers liegt zudem ein wichtiger Fokus auf der häuslichen Begleitung der Patienten. Nach Aufnahme in das Netzwerk, führt er einen Erstbesuch bei den Patienten zu Hause durch. Hier werden vor allem häusliche Probleme thematisiert und Hilfsangebote für das häusliche Umfeld erarbeitet. Es folgen regelmäßige (ein Mal pro Quartal) Besuche beim Patienten zu Hause, so dass auf Änderungen des Gesundheitszustandes im individuellen Kontext des Patienten schnell und präzise reagiert werden kann.

Zusätzlich besteht die Möglichkeit, dass der Parkinson-Pfleger durch den Patienten bei akuter Verschlechterung der Gesundheitssituation kontaktiert und gegebenenfalls nach Hause bestellt werden kann (24-Stunden Hotline, 365 Tage im Jahr). Hierdurch ist eine flexible und rasch verfügbare Fachkraft in der Lage, die Situation zu beurteilen und in Absprache mit dem Facharzt aus der Uniklinik Köln entsprechend zu reagieren.

Während der Kontakte mit den Patienten sollen immer wieder auch Schulungsaspekte in Bezug auf die Erkrankung, die Ernährung oder allgemeine Gesundheitsthemen berücksichtigt werden. Sollte es zu einer stationären Aufnahme kommen, besucht der Parkinson-Pfleger den Patienten in der Uniklinik Köln. Außerdem sorgt er dabei für eine lückenlose Übergabe an das stationäre Behandlungsteam.
„Ich besuche Patienten auch zu Hause und bin damit quasi ein Bindeglied zwischen Patienten und Ärzten. Durch mich wird gesichert, dass Informationen aus dem häuslichen Umfeld des Patienten die Ärzte erreichen“, umschreibt Richard Dano seine Funktion als Parkinson-Pfleger im Kölner Parkinson Netzwerk. Außerdem erfolgt über ihn auch eine intensive Einbindung der Familienmitglieder in die Pflege und Therapie. Probleme oder Fragen können so vor Ort direkt geklärt werden.

Für Rückfragen:
Christoph Wanko
Pressesprecher Uniklinik Köln
Stabsabteilung Unternehmenskommunikation
Telefon: 0221 478-5548
E-Mail: presse@uk-koeln.de

Christoph Wanko | idw
Weitere Informationen:
http://www.uk-koeln.de
http://www.koelner-parkinson-netzwerk.de/
http://neurologie-psychiatrie.uk-koeln.de/neurologie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Modernste Diagnostik eröffnet neue Perspektiven für eine "personalisierte“ Medizin
14.08.2018 | Universitätsklinikum Magdeburg

nachricht Ist Salz besser als sein Ruf?
10.08.2018 | Universitätsspital Bern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue interaktive Software: Maschinelles Lernen macht Autodesigns aerodynamischer

Neue Software verwendet erstmals maschinelles Lernen um Strömungsfelder um interaktiv designbare 3D-Objekte zu berechnen. Methode wird auf der renommierten SIGGRAPH-Konferenz vorgestellt

Wollen Ingenieure oder Designer die aerodynamischen Eigenschaften eines neu gestalteten Autos, eines Flugzeugs oder anderer Objekte testen, lassen sie den...

Im Focus: New interactive machine learning tool makes car designs more aerodynamic

Scientists develop first tool to use machine learning methods to compute flow around interactively designable 3D objects. Tool will be presented at this year’s prestigious SIGGRAPH conference.

When engineers or designers want to test the aerodynamic properties of the newly designed shape of a car, airplane, or other object, they would normally model...

Im Focus: Der Roboter als „Tankwart“: TU Graz entwickelt robotergesteuertes Schnellladesystem für E-Fahrzeuge

Eine Weltneuheit präsentieren Forschende der TU Graz gemeinsam mit Industriepartnern: Den Prototypen eines robotergesteuerten CCS-Schnellladesystems für Elektrofahrzeuge, das erstmals auch das serielle Laden von Fahrzeugen in unterschiedlichen Parkpositionen ermöglicht.

Für elektrisch angetriebene Fahrzeuge werden weltweit hohe Wachstumsraten prognostiziert: 2025, so die Prognosen, wird es jährlich bereits 25 Millionen...

Im Focus: Robots as 'pump attendants': TU Graz develops robot-controlled rapid charging system for e-vehicles

Researchers from TU Graz and their industry partners have unveiled a world first: the prototype of a robot-controlled, high-speed combined charging system (CCS) for electric vehicles that enables series charging of cars in various parking positions.

Global demand for electric vehicles is forecast to rise sharply: by 2025, the number of new vehicle registrations is expected to reach 25 million per year....

Im Focus: Der „TRiC” bei der Aktinfaltung

Damit Proteine ihre Aufgaben in Zellen wahrnehmen können, müssen sie richtig gefaltet sein. Molekulare Assistenten, sogenannte Chaperone, unterstützen Proteine dabei, sich in ihre funktionsfähige, dreidimensionale Struktur zu falten. Während die meisten Proteine sich bis zu einem bestimmten Grad ohne Hilfe falten können, haben Forscher am Max-Planck-Institut für Biochemie nun gezeigt, dass Aktin komplett von den Chaperonen abhängig ist. Aktin ist das am häufigsten vorkommende Protein in höher entwickelten Zellen. Das Chaperon TRiC wendet einen bislang noch nicht beschriebenen Mechanismus für die Proteinfaltung an. Die Studie wurde im Fachfachjournal Cell publiziert.

Bei Aktin handelt es sich um das am häufigsten vorkommende Protein in höher entwickelten Zellen, das bei Prozessen wie Zellstabilisation, Zellteilung und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Das Architekturmodell in Zeiten der Digitalen Transformation

14.08.2018 | Veranstaltungen

EEA-ESEM Konferenz findet an der Uni Köln statt

13.08.2018 | Veranstaltungen

Digitalisierung in der chemischen Industrie

09.08.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neue interaktive Software: Maschinelles Lernen macht Autodesigns aerodynamischer

14.08.2018 | Informationstechnologie

Der ängstliche Nao - Wenn Menschen emotional auf Roboter reagieren

14.08.2018 | Gesellschaftswissenschaften

Gebirge in Bewegung

14.08.2018 | Geowissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics