Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Spezielle Kompetenz in der HNO-Klinik: Wuchernde Narben unsichtbar machen

09.11.2010
Neu entwickeltes Verfahren zur erfolgreichen Behandlung von Keloiden an der UMM

Die Hals-Nasen-Ohren-Klinik der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) hat ein Verfahren entwickelt, mit dem Narbenwucherungen, so genannte Keloide, am Ohr dauerhaft erfolgreich behandelt werden können.


Kombinationstherapie mit Kompressionssystem - Beispiel für die erfolgreiche Behandlung eines Keloids: a/b: Keloid vor der Entfernung; c/d: nach der chirurgischen Entfernung; e/f: Behandlung mit dem Kompressionssystem; g/h: Endergebnis der erfolgreichen Therapie

Bei der Behandlungsmethode kommt im Anschluss an die chirurgische Entfernung des Keloids und Injektion von Kortikosteroiden ein neu entwickeltes Kompressionssystem zum Einsatz. Das erfolgreiche Behandlungsschema ist an der HNO-Klinik fest etabliert.

Die Wundheilung unterliegt einer fein regulierten Balance zwischen Synthese und Abbau von Ersatzgewebe. Beim normalen Heilungsprozess einer Wunde bildet sich eine unauffällige Narbe. Gerät der Prozess von Auf- und Abbau jedoch aus der Balance, kommt es zu Fehlentwicklungen in die eine oder andere Richtung: zu chronisch offenen Stellen oder zu Narbengewebe, das die gesunde Haut überwuchert.

Keloide treten bei fünf bis 15 Prozent der Wunden auf. Die Rückfallrate nach der erfolgreichen Entfernung des Keloids ist ausgesprochen hoch. Eine genetische Prädisposition ist wahrscheinlich. So neigt beispielsweise dunkel pigmentierte Haut zur häufigeren Ausbildung von Keloiden.

Ein Keloid ist auffällig, nicht schön anzusehen und führt häufig zu Bewegungseinschränkungen. Im Hals-, Nasen- und Ohrenbereich treten Keloide bevorzugt an den Ohrmuscheln auf. Aufgrund der komplexen Form der Ohrmuschel und ihres empfindlichen Knorpelgerüsts ist der Erhalt der natürlichen Ohrmuschelform nach der Therapie eines Keloids eine Herausforderung für jeden plastischen Gesichts-Chirurgen.

Bei der Behandlung von Keloiden kommt eine Vielfalt von therapeutischen Methoden zur Anwendung; ein sicheres Zeichen dafür, dass die Entstehungsmechanismen von Keloiden komplex und bislang nicht wirklich verstanden sind. Dr. med. Gregor Bran von der Hals-Nasen-Ohren-Klinik geht dem nach. Er erforscht mit seinen Mitarbeitern die Pathophysiologie, die zur Entstehung von Keloiden führt, anhand von Keloidgewebeproben. Die Wissenschaftler untersuchen die Proben im Labor auf relevante Schlüsselproteine und Zytokine. Die zentrale Frage: Sind Keloide das Ergebnis einer übermäßigen Produktion von Ersatzgewebe oder Ergebnis eines reduzierten Abbaus dieses Gewebes – oder ist es eine Kombination von beidem?

Sobald die Entstehungsmechanismen von Keloiden verstanden sind, können auf dieser Basis effektive Therapieansätze auf molekulargenetischer Ebene entwickelt werden. Bis dahin werden die klassischen therapeutischen Methoden weiter optimiert.

Der Einsatz eines neu entwickelten Kompressionssystems bei dem von Dr. Bran neben seiner Forschungsarbeit im Labor eingeführten Behandlungsschema für am Ohr befindliche Keloide führt zu einer weiteren Glättung der Narbe. Die dabei verwendeten Kompressionsschienen werden individuell angepasst, indem sie von der Ohrmuschel abgeformt werden. Sie ermöglichen eine hochpräzise Therapie, indem sie auf ein zehntel Millimeter genau Druck auf das Narbengewebe ausüben.

Keloide haben die Tendenz wiederzukommen. Mit dem Schienensystem kann dem sicher und dauerhaft vorgebeugt werden. Ein Magnetsystem vereinfacht die Anwendung, sodass die Schiene sogar von Kindern angelegt werden kann. Nach den Erfahrungen von Dr. Bran ist es ausreichend, die Schiene während der Nacht zu tragen, was die Akzeptanz bei den Patienten erhöht.

Dr. Eva Maria Wellnitz | idw
Weitere Informationen:
http://www.umm.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Gangmessdaten visualisieren und analysieren
16.07.2018 | Fachhochschule St. Pölten

nachricht „Small meets smaller“ – Nanopartikel beeinflussen Schimmelpilzinfektion der Atemwege
05.07.2018 | Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Im Focus: First evidence on the source of extragalactic particles

For the first time ever, scientists have determined the cosmic origin of highest-energy neutrinos. A research group led by IceCube scientist Elisa Resconi, spokesperson of the Collaborative Research Center SFB1258 at the Technical University of Munich (TUM), provides an important piece of evidence that the particles detected by the IceCube neutrino telescope at the South Pole originate from a galaxy four billion light-years away from Earth.

To rule out other origins with certainty, the team led by neutrino physicist Elisa Resconi from the Technical University of Munich and multi-wavelength...

Im Focus: Magnetische Wirbel: Erstmals zwei magnetische Skyrmionenphasen in einem Material entdeckt

Erstmals entdeckte ein Forscherteam in einem Material zwei unabhängige Phasen mit magnetischen Wirbeln, sogenannten Skyrmionen. Die Physiker der Technischen Universitäten München und Dresden sowie von der Universität zu Köln können damit die Eigenschaften dieser für Grundlagenforschung und Anwendungen gleichermaßen interessanten Magnetstrukturen noch eingehender erforschen.

Strudel kennt jeder aus der Badewanne: Wenn das Wasser abgelassen wird, bilden sie sich kreisförmig um den Abfluss. Solche Wirbel sind im Allgemeinen sehr...

Im Focus: Neue Steuerung der Zellteilung entdeckt

Wenn eine Zelle sich teilt, werden sämtliche ihrer Bestandteile gleichmässig auf die Tochterzellen verteilt. UZH-Forschende haben nun ein Enzym identifiziert, das sicherstellt, dass auch Zellbestandteile ohne Membran korrekt aufgeteilt werden. Ihre Entdeckung eröffnet neue Möglichkeiten für die Behandlung von Krebs, neurodegenerative Krankheiten, Alterungsprozessen und Virusinfektionen.

Man kennt es aus der Küche: Werden Aceto balsamico und Olivenöl miteinander vermischt, trennen sich die beiden Flüssigkeiten. Runde Essigtropfen formen sich,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungen

Conference on Laser Polishing – LaP: Feintuning für Oberflächen

12.07.2018 | Veranstaltungen

Materialien für eine Nachhaltige Wasserwirtschaft – MachWas-Konferenz in Frankfurt am Main

11.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vertikales Begrünungssystem Biolit Vertical Green<sup>®</sup> auf Landesgartenschau Würzburg

16.07.2018 | Architektur Bauwesen

Feinstaub macht Bäume anfälliger gegen Trockenheit

16.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Krebszellen Winterschlaf halten

16.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics