Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schlüssellochoperation an Leber und Bauchspeicheldrüse vorerst nur an spezialisierten Zentren

27.08.2013
Je nach Klinik werden heute bis zu 50 Prozent aller Bauchoperationen minimal-invasiv, also ohne großen Bauchschnitt, durchgeführt.

Mittlerweile können Ärzte auch anspruchsvolle Eingriffe, etwa Krebsoperationen an Leber und Bauchspeicheldrüse, als „Schlüssellochoperationen“ vornehmen. Minimalinvasive Eingriffe an diesen Organen sind jedoch technisch komplex und müssten deshalb vorerst auf hochspezialisierte Kliniken beschränkt bleiben, betonen Experten im Vorfeld des Kongresses „Viszeralmedizin 2013“.

Viszeralchirurgen führen heute viele Eingriffe „laparoskopisch“, als sogenannte „Schlüsselloch-Operationen“ durch. Ein großer Bauchschnitt ist dann nicht mehr notwendig. Stattdessen erfolgt der Eingriff über mehrere kleinere Öffnungen in der Bauchdecke. Über diese führen Ärzte die Operationsinstrumente und eine Kamera ein. Damit verfolgen und kontrollieren die Operateure jeden Schritt am Monitor. „Studien bescheinigen der laparoskopischen Technik eine Reihe von Vorteilen: Der Patient erholt sich schneller, er hat weniger Schmerzen und kaum Narben“, sagt Professor Dr. med. Matthias Anthuber, Direktor der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie am Klinikum Augsburg und einer der Kongresspräsidenten der Viszeralmedizin 2013. „Standard-OPs an Blinddarm und Gallenblase, Bauchwandbrüche oder auch Darmkrebsoperationen führen wir deshalb heute oft laparoskopisch durch“, so der Experte. Bei Eingriffen an Leber und Pankreas seien die Hürden jedoch hoch: Insbesondere Krebsoperationen in diesem Bereich gehörten, auch bei offenen Operationen, zu den größten und technisch schwierigsten Eingriffen.

Spezialisierte Zentren führen laparoskopische Eingriffe an Leber und Bauchspeicheldrüse jedoch bereits durch. Eine Alternative zur offenen Operation bieten sie etwa für jene Patienten, bei denen Vorstufen von Krebs entfernt werden müssen: „Auch viele gutartige Gewebeveränderungen an der Bauchspeicheldrüse werden heute operativ entfernt, da sie entarten und sich zu bösartigen Tumoren entwickeln können“, erklärt Professor Dr. med. Tobias Keck, Direktor der Klinik für Allgemeine Chirurgie am Campus Lübeck des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein. Gerade bei der Entfernung von Krebsvorstufen hätten die Vorteile der minimal-invasiven Methode – schnelle Erholung, kurzer Aufenthalt im Krankenhaus und kaum Narben – starkes Gewicht.

Dennoch müssten laparoskopische Eingriffe an Leber und Pankreas vorerst auf spezialisierte Einrichtungen beschränkt bleiben. „Diese Techniken sind hochkomplex und die Lernkurve für den Chirurgen ist recht lang“, so der Experte. Um die Sicherheit des Patienten immer zu gewährleisten, sei es mitunter notwendig, dass Chirurgen während eines Eingriffs zur offenen Operation wechseln – etwa wenn sich technische Schwierigkeiten ergeben oder aber bislang nicht bekannte Tumoren entdeckt werden. „Jede neue OP-Technik muss mit großem Verantwortungsbewusstsein eingeführt werden, da sonst zu befürchten ist, dass die Behandlungsqualität leidet“, betont auch Anthuber.

Der Kongresspräsident der DGAV wird im Rahmen der Eröffnungs-Pressekonferenz am Mittwoch, den 11. September 2013, über neueste Methoden in der Viszeralchirurgie referieren. Dabei wird es auch darum gehen, bei welchen Patienten und Krankheitsbildern minimal-invasive Methoden zum Einsatz kommen sollten und wann der „große Schnitt“ sinnvoller ist.

Terminhinweise:

Viszeralmedizin 2013
11. bis 14. September 2013, NCC Ost Nürnberg
Eröffnungs-Pressekonferenz
Termin: Mittwoch, 11. September 2013, 11.00 bis 12.00 Uhr
Ort: NCC Nürnberg (NCC-Ost), Raum Prag, Messezentrum, 90471 Nürnberg
Kongress-Pressekonferenz
Termin: Freitag, 13. September 2013, 10.45 bis 11.45 Uhr
Ort: NCC Nürnberg (NCC-Ost), Raum Prag, Messezentrum, 90471 Nürnberg
Kongress-Sitzungen zum Thema:
Freitag, 13. September 2013, 10:00-11:30 Uhr , Raum Kiew, NCC Nürnberg (NCC-Ost)

Laparoskopische Pankreas- und Leberchirurgie

Kontakt für Journalisten:
Pressestelle Viszeralmedizin 2013
Juliane Pfeiffer, Irina Lorenz-Meyer
Pf 30 11 20
70451 Stuttgart
Tel: 0711 8931-693/-642, Fax: 0711 8931-167
pfeiffer@medizinkommunikation.org

Juliane Pfeiffer | idw
Weitere Informationen:
http://www.viszeralmedizin.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Studie mit bispezifischem Antikörper liefert beeindruckende Behandlungserfolge bei Multiplem Myelom
01.04.2020 | Universitätsklinikum Würzburg

nachricht Pool-Testen von SARS-CoV-2 Proben erhöht die Testkapazität weltweit um ein Vielfaches
31.03.2020 | Goethe-Universität Frankfurt am Main

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Quantenimaging: Unsichtbares sichtbar machen

Verschränkte Lichtteilchen lassen sich nutzen, um Bildgebungs- und Messverfahren zu verbessern. Ein Forscherteam am Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF in Jena hat eine Quantenimaging-Lösung entwickelt, die in extremen Spektralbereichen und mit weniger Licht genaueste Einblicke in Gewebeproben ermöglichen kann.

Optische Analyseverfahren wie Mikroskopie und Spektroskopie sind in sichtbaren Wellenlängenbereichen schon äußerst effizient. Doch im Infrarot- oder...

Im Focus: Sensationsfund: Spuren eines Regenwaldes in der Westantarktis

90 Millionen Jahre alter Waldboden belegt unerwartet warmes Südpol-Klima in der Kreidezeit

Ein internationales Forscherteam unter Leitung von Geowissenschaftlern des Alfred-Wegener-Institutes, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI)...

Im Focus: A sensational discovery: Traces of rainforests in West Antarctica

90 million-year-old forest soil provides unexpected evidence for exceptionally warm climate near the South Pole in the Cretaceous

An international team of researchers led by geoscientists from the Alfred Wegener Institute, Helmholtz Centre for Polar and Marine Research (AWI) have now...

Im Focus: Blockierung des Eisentransports könnte Tuberkulose stoppen

Tuberkulose-Bakterien brauchen Eisen zum Überleben. Wird der Eisentransport in den Bakterien gestoppt, so kann sich der Tuberkulose-Erreger nicht weiter vermehren. Nun haben Forscher der Universität Zürich die Struktur des Transportproteins ermittelt, das für die Eisenzufuhr zuständig ist. Dies eröffnet Möglichkeiten zur Entwicklung neuer Medikamente.

Einer der verheerendsten Erreger, der sich im Inneren menschlicher Zellen vermehren kann, ist Mycobacterium tuberculosis – der Bazillus, der Tuberkulose...

Im Focus: Blocking the Iron Transport Could Stop Tuberculosis

The bacteria that cause tuberculosis need iron to survive. Researchers at the University of Zurich have now solved the first detailed structure of the transport protein responsible for the iron supply. When the iron transport into the bacteria is inhibited, the pathogen can no longer grow. This opens novel ways to develop targeted tuberculosis drugs.

One of the most devastating pathogens that lives inside human cells is Mycobacterium tuberculosis, the bacillus that causes tuberculosis. According to the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

13. »AKL – International Laser Technology Congress«: 4.–6. Mai 2022 in Aachen – Lasertechnik Live bereits früher!

02.04.2020 | Veranstaltungen

Europäischer Rheumatologenkongress EULAR 2020 wird zum Online-Kongress

30.03.2020 | Veranstaltungen

“4th Hybrid Materials and Structures 2020” findet web-basiert statt

26.03.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Quantenimaging: Unsichtbares sichtbar machen

02.04.2020 | Physik Astronomie

Innovative Materialien und Bauelemente für die Terahertz-Elektronik

02.04.2020 | Materialwissenschaften

Besser gewappnet bei Überflutungen in der Stadt

02.04.2020 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics