Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Online-Coach gegen Essanfälle

23.03.2011
Was hilft besser gegen unkontrollierbare Essanfälle (Binge Eating): Internet- oder ambulante Einzeltherapie? / Medizinische Universitätsklinik Heidelberg sucht Studienteilnehmer

Erst kommt der Heißhunger, dann Scham und Ekel: Wer an einer sogenannten Binge-Eating-Störung leidet, wird häufig von regelrechten Essanfällen heimgesucht, die er nicht stoppen kann. Die Betroffenen nehmen stetig zu.

Hilfe bietet die Klinik für Allgemeine Innere Medizin und Psychosomatik des Universitätsklinikums Heidelberg aktuell im Rahmen einer bundesweiten Studie an. Ziel ist es, die Wirksamkeit einer neuen Internet-Therapie im Vergleich zur gängigen ambulanten Einzeltherapie zu prüfen. Es werden noch Studienteilnehmer gesucht.

Bei der Internet-Therapie bzw. internet-basierten, angeleiteten Selbsthilfe durchlaufen die Teilnehmer in einem Zeitraum von vier Monaten selbständig ein psychotherapeutisches Programm mit 20 Einheiten. Währenddessen stehen sie im wöchentlichen E-Mail-Kontakt mit einem Therapeuten. Die einzelnen Lektionen z.B. zu Impulskontrolle, Ernährung und Körperbild sowie zum Umgang mit Stress rufen sie über ein speziell gesichertes Internetportal auf. Das Programm ist streng nach psychotherapeutischen Behandlungsrichtlinien aufgebaut.

Psychotherapeutische Einheiten sind jederzeit über Internetportal abrufbar

„Bisherige Untersuchungen haben gezeigt, dass die angeleitete Selbsthilfe über das Internet sehr gut wirkt und viele Vorteile hat“, sagt Privatdozent Dr. Hans-Christoph Friederich, Leitender Oberarzt an der Universitätsklinik für Allgemeine Innere Medizin und Psychosomatik. So können die Patienten die Lektionen jederzeit und ohne Zeitdruck bearbeiten sowie bei Bedarf wiederholen. Zudem fällt es Betroffenen zum Teil leichter, Probleme und Gefühle zu thematisieren, wenn der Therapeut nicht direkt gegenüber sitzt.

Besonders wichtig ist die Erfahrung des erfolgreichen Selbstmanagements: „Die Patienten lernen, dass sie den Essattacken nicht ausgeliefert sind, sondern aktiv und selbständig dagegen angehen können“, so Friederich. Dabei unterstützt sie der Therapeut, den die Teilnehmer beim Einführungsgespräch kennen gelernt haben, per E-Mail: Er erinnert, bestärkt und motiviert dazu, durchzuhalten.

Therapieziel: Essanfälle vermeiden und nicht weiter zunehmen

Teilnehmen können Übergewichtige mit einem Body-Mass-Index zwischen 27 und 40 kg/m², die unter häufigen Essanfällen leiden. Nach einer ausführlichen Untersuchung werden die Patienten zufällig einer der beiden Behandlungsformen zugeteilt. Beide Therapien dauern vier Monate und gelten dann als erfolgreich, wenn die Betroffenen gelernt haben, Essanfälle zu vermeiden und nicht weiter zunehmen. Es handelt sich nicht um Programme zur Gewichtsreduktion.

Die Heidelberger Universitätsklinik führt die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Studie im Verbund mit sechs weiteren Universitätsklinika unter der Federführung der Universitätsklinik Erlangen durch. Alle Patientendaten fließen anonymisiert in die Studie ein.

Ungefähr 1,5 Millionen Menschen in Deutschland leiden an einer sogenannten Binge-Eating-Störung. Damit ist diese Erkrankung noch vor Magersucht und Bulimie die am weitesten verbreitete Essstörung. Betroffene leiden häufig an Übergewicht mit den entsprechenden gesundheitlichen Problemen. Auslöser sind in der Regel unterdrückte, emotionale Probleme.

Interessenten ab 18 Jahren wenden sich bitte an die Universitätsklinik für Allgemeine Innere Medizin und Psychosomatik Heidelberg, Tel.: 06221 / 56 37 619 (zwischen 9 und 12 Uhr) oder E-Mail: elisabeth.haefeli@med.uni-heidelberg.de.

Weitere Informationen über die Klinik im Internet:
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/Psychosomatische-und-Allgemeine-Innere-Medizin.106663.0.html
Ansprechpartner:
Priv. Doz. Dr. med. Hans-Christoph Friederich
Leiter der Heidelberger Studiengruppe
Zentrum für Psychosoziale Medizin
Klinik für Allgemeine Innere Medizin und Psychosomatik
Universitätsklinikum Heidelberg
Tel.: 06221 / 56 38 176
E-Mail: hans-christoph.friederich@med.uni-heidelberg.de
Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Heidelberg
Krankenversorgung, Forschung und Lehre von internationalem Rang
Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der größten und renommiertesten medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg zählt zu den international bedeutsamen biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung neuer Therapien und ihre rasche Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund 10.000 Mitarbeiter und sind aktiv in Ausbildung und Qualifizierung. In mehr als 50 Departments, Kliniken und Fachabteilungen mit ca. 2.000 Betten werden jährlich rund 550.000 Patienten ambulant und stationär behandelt. Derzeit studieren ca. 3.600 angehende Ärzte in Heidelberg; das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der Spitze der medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland.
Bei Rückfragen von Journalisten:
Dr. Annette Tuffs
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Universitätsklinikums Heidelberg
und der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 672
69120 Heidelberg
Tel.: 06221 / 56 45 36
Fax: 06221 / 56 45 44
E-Mail: annette.tuffs(at)med.uni-heidelberg.de

Dr. Annette Tuffs | idw
Weitere Informationen:
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Mit dem Nano-U-Boot gezielt gegen Kopfschmerzen und Tumore
19.07.2018 | Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

nachricht Verminderte Hirnleistung bei schwachem Herz
18.07.2018 | Universitätsklinikum Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Automatisiertes Befüllen von Regalen im Einzelhandel

19.07.2018 | Verkehr Logistik

Mobilfunkstrahlung kann die Gedächtnisleistung bei Jugendlichen beeinträchtigen

19.07.2018 | Studien Analysen

Mit dem Nano-U-Boot gezielt gegen Kopfschmerzen und Tumore

19.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics