Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neues schonendes Verfahren zur Nierensteinentfernung

07.05.2013
Präzise Entfernung, geringe Blutungsgefahr und schnellere Genesung der Patienten

Am Universitätsklinikum Freiburg wurde ein neues Verfahren zur Nierensteinentfernung durchgeführt. Das neue Verfahren wurde speziell zur schonenden Therapie größerer Nierensteine entwickelt. Dr. Martin Schönthaler, Oberarzt in der Abteilung Urologie des Universitätsklinikums Freiburg, hat den Eingriff im April als einer der ersten in Europa durchgeführt.

Große Nierensteine werden üblicherweise mit der sogenannten Perkutanen Nephrolithotomie (PCNL) entfernt. Dabei wird über eine Punktion der Niere durch die Haut ein Arbeitskanal (bislang ca. ein Zentimeter Durchmesser) ins Niereninnere geschaffen. Mit einem Spiegelungsgerät, dem sogenannten Nephroskop, kann durch den Arbeitskanal das Innere der Niere eingesehen werden. Dann wird ein Laser eingeführt, der die Nierensteine zerkleinert. Die so entstehenden Teilchen werden mit einem Fasszängchen geborgen oder herausgespült.

Das neue Verfahren kommt nun mit deutlich verkleinerten Instrumenten aus. Bei gleichem Grundprinzip konnte die Kreisfläche des Hautdurchtritts für den notwendigen Kanal zur Niere auf ein Zehntel reduziert werden. Die Operation kann jetzt wesentlich schonender für den Patienten durchgeführt werden. „Das sehr dünne Laser-Nephroskop-System ermöglicht nicht nur eine einfache und präzise Punktion der Niere, auch der Blutverlust und die Verletzung des umliegenden Gewebes sind deutlich niedriger als bei anderen Systemen“, erklärt Dr. Martin Schönthaler.

„Eine massive Aufdehnung des Gewebes wie bei den bisherigen Verfahren ist nicht notwendig. In der Folge kann am Ende der Operation auf die Einlage einer Drainage verzichtet werden.“ Aufgrund einer speziellen Technologie ist es möglich, trotz des kleinen Durchmessers der Instrumente auch größere Nierensteine (bis zu zwei Zentimeter) vollständig zu entfernen. Die zahlreichen kleinen Steinteilchen, die bei der Lasertherapie im Inneren der Niere entstehen, können ohne eine gefährliche Druckerhöhung in der Niere einfach mit einer Salzlösung ausgespült werden.

Mit der sogenannten „Ultra-Mini-PCNL“ der Firma Schölly/LUT können nun auch größere Nierensteine ohne den bisher notwendigen breiteren Zugang zur Niere behandelt werden. Die hochauflösende Mikrooptik ermöglicht dabei eine hervorragende Darstellung von Niereninnerem und Stein. Die Operation kann schnell und sicher durchgeführt werden. „Für den Patienten hat das Verfahren den Vorteil, dass er sich schneller von der Operation erholt und wegen der hohen Entfernungsrate meist keine zweite Behandlung notwendig ist“, so Schönthaler. Der Krankenhausaufenthalt wird kürzer und nach dem Eingriff ist eine Narbe kaum mehr sichtbar.
Kontakt:
Dr. Martin Schönthaler
Universitätsklinikum Freiburg
Abteilung Urologie
Telefon: 0761 270-27120
martin.schoenthaler@uniklinik-freiburg.de

Hanna Mühlbauer | idw
Weitere Informationen:
http://www.uniklinik-freiburg.de/presse/live/Pressemitteilungen/Archiv2013/2Quartal2013/neuesschonendesverfahrenzurnierensteinentfernun

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Gangmessdaten visualisieren und analysieren
16.07.2018 | Fachhochschule St. Pölten

nachricht „Small meets smaller“ – Nanopartikel beeinflussen Schimmelpilzinfektion der Atemwege
05.07.2018 | Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Im Focus: First evidence on the source of extragalactic particles

For the first time ever, scientists have determined the cosmic origin of highest-energy neutrinos. A research group led by IceCube scientist Elisa Resconi, spokesperson of the Collaborative Research Center SFB1258 at the Technical University of Munich (TUM), provides an important piece of evidence that the particles detected by the IceCube neutrino telescope at the South Pole originate from a galaxy four billion light-years away from Earth.

To rule out other origins with certainty, the team led by neutrino physicist Elisa Resconi from the Technical University of Munich and multi-wavelength...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungen

Conference on Laser Polishing – LaP: Feintuning für Oberflächen

12.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Optische Kontrolle von Herzfrequenz oder Insulinsekretion durch lichtschaltbaren Wirkstoff

17.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Umweltressourcen nachhaltig nutzen

17.07.2018 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Textilien 4.0: Smarte Kleidung und Wearables als Innovation

17.07.2018 | Innovative Produkte

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics