Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neues Gerät zur Wirbelsäulenvermessung von FH St. Pölten entwickelt

15.12.2008
FACHHOCHSCHULE ST. PÖLTEN SAGT HALTUNGSSCHÄDEN DEN KAMPF AN:
WIRBELSÄULEN-FEHLSTELLUNGEN DURCH NEU ENTWICKELTES GERÄT RASCH ERKENNBAR

Ein neu entwickeltes Gerät ermöglicht erstmals eine exakte dreidimensionale Darstellung der Wirbelsäule eines Patienten innerhalb weniger Minuten: Fehlstellungen der Wirbelsäule können damit – ohne belastende Röntgenstrahlen – detailliert festgestellt werden.

Ein interdisziplinäres Team der Fachhochschule St. Pölten entwickelte im Projekt "Taktile Wirbelsäulenvermessung" diesen mechanischen Vermessungsapparat und eine Software, mittels deren Anwendung exakte Daten über Haltungsschäden an der Wirbelsäule generiert werden. Derzeit läuft die Patentierung dieses Geräts.

Rückenschmerzen zählen zur "Volkskrankheit" Nr. 1 und besonders die Anzahl der Schulkinder mit Haltungsschäden stieg in den letzten Jahren rapide an. Nur durch ein frühzeitiges Erkennen von Fehlhaltung der Wirbelsäule können massive Schädigungen des Haltungsapparats vermieden werden. Eine einwandfreie Diagnose von Fehlstellungen oder sogar Wirbelsäulenverkrümmungen ist aber meist erst durch Röntgenbilder möglich. Deren Erstellung ist für den Körper belastend, zeitaufwendig und für die Versicherungsträger teuer.

WIRBELSÄULEN-VERMESSUNG: EXAKTE DATEN IN KÜRZESTER ZEIT

Ein Forschungsteam der FH St. Pölten, bestehend aus Physiotherapie-Experten und Fachleuten des Studiengangs Communications & Simulation Engineering, hat vor diesem Hintergrund einen Messapparat entwickelt, der sich durch eine unkomplizierte Bedienung, eine kurze Untersuchdauer und genaue wie schnell erzielbare Messdaten auszeichnet.

Bei der Untersuchung wird die Wirbelsäule des Patienten von einem speziellen Tastkopf abgetastet. Auf dem Computerbildschirm wird eine Abbildung der gesamten Wirbelsäule inklusive der Dornfortsätze oder von einzelnen Abschnitten dargestellt. Ebenso ist die Darstellung aus speziellen Winkeln möglich. Die ebenso von der FH St. Pölten entwickelte Software steuert das Gerät und wertet die Daten aus. Entwicklungsleiter DI Dr. Christian Fabian, Dozent für Computersimulation an der FH St. Pölten: "Die Vermessung der Wirbelsäule mit dem von uns entwickelten Gerät dauert nur rund eine Minute. Die Untersuchung von Kindern – sie können meist ja nur kurz ruhighalten – wird daher enorm vereinfacht. Und die exakten Ergebnisse für eine weitere Diagnose stehen sofort zur Verfügung."

Die Einsatzmöglichkeiten für den Apparat der FH St. Pölten sind
vielfältig: Da er sich leicht transportieren lässt und die Untersuchungszeit nur kurz ist, kann das Messgerät direkt an Schulen im Rahmen der Schuluntersuchungen, bei Vorsorgeuntersuchungen, beim Bundesheer oder auch in Unternehmen eingesetzt werden. Darüber hinaus eignet es sich beispielsweise auch, den Therapieverlauf in der Physiotherapie zu dokumentieren.

PATENT ANGEMELDET, PARTNER GESUCHT

Die Pläne für das taktile Messgerät der FH St. Pölten wurden im Dezember
2008 zur Patentierung eingereicht. Dr. Gabriela Ferndandes, Geschäftsführerin der FH St. Pölten: "Wir sehen es als Qualitätskriterium, die Forschungs- und Entwicklungsleistungen der FH voranzutreiben. Es ist unser Bestreben, ein Umfeld für die Studiengänge zu schaffen, die Innovationen auf höchstem Niveau ermöglichen. Wenn die Entwicklungsleistungen in einer Patentierung münden, freuen wir uns natürlich besonders und sehen uns in unserem Weg bestätigt."

Der nächste Schritt nach der Patenteinreichung ist nun die Partnersuche für die Umsetzung des Messgeräts. Dr. Fabian: „Unser Prototyp ist einsatzfähig, wir sind nun auf der Suche nach einem Produktionspartner, der uns mit dem nötigen Fach-Know-how bei der Herstellung und im Vertrieb von medizinisch-technischen Geräten unterstützt.“

ÜBER DAS PROJEKT "TAKTILE WIRBELSÄULENVERMESSUNG"

2006 wurde das Projekt "Taktile Wirbelsäulenvermessung" an der FH St.
Pölten von den Studiengängen Computersimulation und Physiotherapie ins Leben gerufen. Das Gerät wurde in zwei Projektphasen entwickelt. Im Dezember 2008 wurde der Apparat zum Patent angemeldet.

ÜBER DIE FACHHOCHSCHULE ST. PÖLTEN/ÖSTERREICH

Die Fachhochschule St. Pölten betreibt seit 1996 FH-Studiengänge.
Interessierten stehen 2009 bereits zehn Bachelor-Studiengänge zur Auswahl, zudem werden vier Master-Studien am neuen Campus in der Matthias Corvinus-Straße 15 angeboten. 1.700 Studierende befinden sich derzeit in ihrer akademischen Hochschulausbildung in den Themenbereichen Mensch, Wirtschaft und Technologie. Alle Studiengänge sind auf das Bologna-konforme Bachelor-Mastersystem umgestellt. Auch die praxisnahe Forschung nimmt einen hohen Stellenwert an der FH St. Pölten ein.

Bei Fragen und für nähere Informationen wenden Sie sich bitte an:

Dipl.-Ing. Dr. Christian Hölzl, Studiengangsleiter Communications & Simulation Engineering, Fachhochschule St. Pölten, Matthias Corvinus-Straße 15, 3100 St. Pölten

Tel.: 02742/313 228 312, E-Mail: christian.hoelzl@fhstp.ac.at

DI Dr. Christian Fabian
Fachhochschule St. Pölten,
Matthias Corvinus-Straße 15, 3100 St. Pölten
Tel.: 02742/313 228 0, E-Mail: christian.fabian@fhstp.ac.at

Petra Andrea Rotheneder | PR&D
Weitere Informationen:
http://www.prd.at
http://www.fhstp.ac.at

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Studie mit bispezifischem Antikörper liefert beeindruckende Behandlungserfolge bei Multiplem Myelom
01.04.2020 | Universitätsklinikum Würzburg

nachricht Pool-Testen von SARS-CoV-2 Proben erhöht die Testkapazität weltweit um ein Vielfaches
31.03.2020 | Goethe-Universität Frankfurt am Main

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Belle II liefert erste Ergebnisse: Auf der Suche nach dem Z‘-Boson

Vor ziemlich genau einem Jahr ist das Belle II-Experiment angelaufen. Jetzt veröffentlicht das renommierte Journal Physical Review Letters die ersten Resultate des Detektors. Die Arbeit befasst sich mit einem neuen Teilchen im Zusammenhang mit der Dunklen Materie, die nach heutigem Kenntnisstand etwa 25 Prozent des Universums ausmacht.

Seit etwa einem Jahr nimmt das Belle II-Experiment Daten für physikalische Messungen. Sowohl der Elektron-Positron-Beschleuniger SuperKEKB als auch der...

Im Focus: Belle II yields the first results: In search of the Z′ boson

The Belle II experiment has been collecting data from physical measurements for about one year. After several years of rebuilding work, both the SuperKEKB electron–positron accelerator and the Belle II detector have been improved compared with their predecessors in order to achieve a 40-fold higher data rate.

Scientists at 12 institutes in Germany are involved in constructing and operating the detector, developing evaluation algorithms, and analyzing the data.

Im Focus: Wenn Ionen an ihrem Käfig rütteln

In vielen Bereichen spielen „Elektrolyte“ eine wichtige Rolle: Sie sind bei der Speicherung von Energie in unserem Körper wie auch in Batterien von großer Bedeutung. Um Energie freizusetzen, müssen sich Ionen – geladene Atome – in einer Flüssigkeit, wie bspw. Wasser, bewegen. Bisher war jedoch der präzise Mechanismus, wie genau sie sich durch die Atome und Moleküle der Elektrolyt-Flüssigkeit bewegen, weitgehend unverstanden. Wissenschaftler*innen des Max-Planck-Instituts für Polymerforschung haben nun gezeigt, dass der durch die Bewegung von Ionen bestimmte elektrische Widerstand einer Elektrolyt-Flüssigkeit sich auf mikroskopische Schwingungen dieser gelösten Ionen zurückführen lässt.

Kochsalz wird in der Chemie auch als Natriumchlorid bezeichnet. Löst man Kochsalz in Wasser lösen sich Natrium und Chlorid als positiv bzw. negativ geladene...

Im Focus: When ions rattle their cage

Electrolytes play a key role in many areas: They are crucial for the storage of energy in our body as well as in batteries. In order to release energy, ions - charged atoms - must move in a liquid such as water. Until now the precise mechanism by which they move through the atoms and molecules of the electrolyte has, however, remained largely unknown. Scientists at the Max Planck Institute for Polymer Research have now shown that the electrical resistance of an electrolyte, which is determined by the motion of ions, can be traced back to microscopic vibrations of these dissolved ions.

In chemistry, common table salt is also known as sodium chloride. If this salt is dissolved in water, sodium and chloride atoms dissolve as positively or...

Im Focus: Den Regen für Hydrovoltaik nutzen

Wassertropfen, die auf Oberflächen fallen oder über sie gleiten, können Spuren elektrischer Ladung hinterlassen, so dass sich die Tropfen selbst aufladen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Polymerforschung (MPI-P) in Mainz haben dieses Phänomen, das uns auch in unserem Alltag begleitet, nun detailliert untersucht. Sie entwickelten eine Methode zur Quantifizierung der Ladungserzeugung und entwickelten zusätzlich ein theoretisches Modell zum besseren Verständnis. Nach Ansicht der Wissenschaftler könnte der beobachtete Effekt eine Möglichkeit zur Energieerzeugung und ein wichtiger Baustein zum Verständnis der Reibungselektrizität sein.

Wassertropfen, die über nicht leitende Oberflächen gleiten, sind überall in unserem Leben zu finden: Vom Tropfen einer Kaffeemaschine über eine Dusche bis hin...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Aachener Werkzeugmaschinen-Kolloquium AWK’21 findet am 10. und 11. Juni 2021 statt

06.04.2020 | Veranstaltungen

Interdisziplinärer Austausch zum Design elektrochemischer Reaktoren

03.04.2020 | Veranstaltungen

13. »AKL – International Laser Technology Congress«: 4.–6. Mai 2022 in Aachen – Lasertechnik Live bereits früher!

02.04.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Die Zacken in der Viruskrone

07.04.2020 | Biowissenschaften Chemie

Auf der Suche nach neuen Antibiotika

07.04.2020 | Biowissenschaften Chemie

Belle II liefert erste Ergebnisse: Auf der Suche nach dem Z‘-Boson

07.04.2020 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics