Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Wirkung bei Medikament entdeckt – schonende Leukämie-Behandlung von Kindern mit Down Syndrom

28.09.2012
Durch intensive Chemotherapie kann die Mehrzahl der Kinder mit Leukämie geheilt werden. Dies geschieht allerdings nur unter Inkaufnahme erheblicher Nebenwirkungen, wie Haarausfall, schweren Infektionen sowie Schädigungen des Magen-Darm-Traktes.
Insbesondere Kinder mit Down Syndrom, die ein hohes Risiko für das Auftreten von Leukämien aufweisen, sind sehr anfällig für die Nebenwirkungen. Neue schonende Therapien sollen gezielt die Leukämiezellen zerstören, die gesunden Körperzellen dabei jedoch verschonen. Forscher aus Hannover haben entdeckt, dass das Epilepsie-Medikament Valproat bei Down Syndrom-Kindern mit Leukämie eine solch schonende Heilung ermöglichen kann.

Professor Dr. Dirk Reinhard und Dr. Jan Henning Klusmann an der Klinik für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie der Medizinischen Hochschule Hannover haben herausgefunden, dass junge Leukämiepatienten mit Down Syndrom positiv auf die schonende Behandlung mit Valproat (VPA) reagieren können. VPA wird seit Jahren zur Behandlung von Epilepsien eingesetzt und zeigt nur wenige Nebenwirkungen.

Die Mechanismen, durch die VPA die Leukämiezellen tötet, sind jedoch genauso wenig geklärt wie die molekularen Zielstrukturen, an die das Medikament angreift.

In einem durch die Wilhelm Sander-Stiftung geförderten Projekt wollen die Ärzte die Wirkungsweise der Substanzen in Valproat unter die Lupe nehmen, um zu verstehen, wie genau das Medikament in den Leukämiezellen seine Wirkung entfaltet. „Unser Ziel ist es, die Behandlung von Kindern mit Leukämien in der Zukunft weiter zu verbessern. Die Erkenntnisse aus unseren Beobachtungen zur Wirkung von Valproat könnten dabei richtungweisend sein“, erläutert Dr. Klusmann.

Die Wilhelm Sander-Stiftung fördert dieses Forschungsprojekt mit rund 180.000 Euro. Stiftungszweck ist die Förderung der medizinischen Forschung, insbesondere von Projekten im Rahmen der Krebsbekämpfung. Seit Gründung der Stiftung wurden insgesamt über 190 Mio. Euro für die Forschungsförderung in Deutschland und der Schweiz bewilligt. Die Stiftung geht aus dem Nachlass des gleichnamigen Unternehmers hervor, der 1973 verstorben ist.
Kontakt (Projektleitung):
Dr. med. Jan-Henning Klusmann
Medizinische Hochschule Hannover, Abteilung für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie
Carl-Neuberg-Str. 1, 30625 Hannover
E-Mail: klusmann.jan-henning@mh-hannover.de
Telefon: +49(0)511/532-3252

Sylvia Kloberdanz | idw
Weitere Informationen:
http://www.wilhelm-sander-stiftung.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Genaue Entschlüsselung von Brustkrebszellen könnte neue Therapie eröffnen
16.04.2019 | Universität Zürich

nachricht Dauerstress stört die Frakturheilung Überreaktionen des Immunsystems behindern Knochenneubildung
08.04.2019 | Universität Ulm

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Explosion on Jupiter-sized star 10 times more powerful than ever seen on our sun

A stellar flare 10 times more powerful than anything seen on our sun has burst from an ultracool star almost the same size as Jupiter

  • Coolest and smallest star to produce a superflare found
  • Star is a tenth of the radius of our Sun
  • Researchers led by University of Warwick could only see...

Im Focus: Neues „Baustein-Konzept“ für die additive Fertigung

Volkswagenstiftung fördert Wissenschaftler aus dem IPF Dresden bei der Erkundung eines innovativen neuen Ansatzes im 3D-Druck

Im Rahmen Ihrer Initiative „Experiment! - Auf der Suche nach gewagten Forschungsideen“
fördert die VolkswagenStiftung ein Projekt, das von Herrn Dr. Julian...

Im Focus: Vergangenheit trifft Zukunft

autartec®-Haus am Fuß der F60 fertiggestellt

Der Hafen des Bergheider Sees beherbergt seinen ersten Bewohner. Das schwimmende autartec®-Haus – entstanden im Rahmen eines vom Bundesministerium für Bildung...

Im Focus: Hybrid-Neuronen-Netzwerke mit 3D-Lithografie möglich

Netzwerken aus wenigen Neuronenzellen können gezielt künstliche dreidimensionale Strukturen vorgegeben werden. Sie werden dafür elektronisch verschaltet. Dies eröffnet neue Möglichkeiten, Fehler in neuralen Netzwerken besser zu verstehen und technische Anwendungen mit lebenden Zellen gezielter zu steuern. Dies stellt ein Team aus Forschenden aus Greifswald und Hamburg in einer Publikation in der Fachzeitschrift „Advanced Biosystems“ vor.

Eine der zentralen Fragen der Lebenswissenschaften ist, die Funktionsweise des Gehirns zu verstehen. Komplexe Abläufe im Gehirn ermöglichen uns, schnell Muster...

Im Focus: Was geschieht im Körper von ALS-Patienten?

Wissenschaftler der TU Dresden finden Wege, um das Absterben von Nervenzellen zu verringern und erforschen Therapieansätze zur Behandlung von ALS

Die Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) ist eine unheilbare Erkrankung des zentralen Nervensystems. Nicht selten verläuft ALS nach der Diagnose innerhalb...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Künstliche Intelligenz: Lernen von der Natur

17.04.2019 | Veranstaltungen

Mobilität im Umbruch – Conference on Future Automotive Technology, 7.-8. Mai 2019, Fürstenfeldbruck

17.04.2019 | Veranstaltungen

Augmented Reality und Softwareentwicklung: 33. Industrie-Tag InformationsTechnologie (IT)²

17.04.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Irdischer Schutz für außerirdisches Metall

18.04.2019 | Verfahrenstechnologie

Erster astrophysikalischer Nachweis des Heliumhydrid-Ions

18.04.2019 | Physik Astronomie

Radioteleskop LOFAR blickt tief in den Blitz

18.04.2019 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics