Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Münstersches Schlaganfall-Register liefert Datenbasis für Qualitätssicherung in der Hirninfarkt-Behandlung

12.05.2010
„Die Liegezeit im Krankenhaus nach einem Schlaganfall hat sich um drei Tage verkürzt. Und auch die Sterblichkeit während der Akutbehandlung ist gesunken“, sagt Dr. Marianne Kalic. Sie muss es wissen: Am Institut für Epidemiologie und Sozialmedizin der Universität Münster koordiniert die Mitarbeiterin das „Qualitätssicherungsprojekt Schlaganfall Nordwestdeutschland“.

Über 140 Krankenhäuser beteiligen sich bereits an dieser Datenbank, die sich damit zum größten der neun regionalen Schlaganfallregister in Deutschland entwickelt hat. Mit dem soeben erschienenen Jahresbericht 2009 kann das Projekt auf eine zehnjährige Geschichte zurückblicken.

Der Schlaganfall gehört zu den häufigsten Erkrankungen des höheren Lebensalters in Deutschland und zu den bedeutendsten Ursachen für eine dauerhafte Behinderung. Durch die stetig gestiegene Zahl von Spezialstationen – den so genannten Stroke Units – hat sich die Behandlung dieses Krankheitsbildes im letzten Jahrzehnt erheblich gewandelt. Einher damit gingen deutliche Veränderungen im Management der akutstationären Phase betroffener Patienten – Trends, die sich in den Daten des münsterschen Schlaganfall-Registers positiv widerspiegeln.

„Hauptsächliches Ziel ist die Qualitätssicherung der Behandlung in den teilnehmenden Kliniken. Da die - natürlich anonymisierten - Daten in einer standardisierten Form gesammelt werden, sind sie vergleichbar und zeigen den angeschlossenen Häusern, wo sie sich gegenüber anderen einordnen“, erläutert Institutsdirektor Prof. Dr. Klaus Berger. Gestartet ist das Register 1999 als Pilotprojekt mit drei teilnehmenden Krankenhäusern, unter anderem auf Initiative der Klinik für Neurologie des Universitätsklinikums Münster. Waren anfangs nur Kliniken im Bereich der Ärztekammer Westfalen-Lippe beteiligt, kamen bereits 2002 erste Interessenten aus Niedersachsen hinzu.

Die heute 140 angeschlossenen Krankenhäuser haben ihren Sitz in zehn Bundesländern, sogar Häuser aus Luxemburg und der Schweiz machen mit. Die Zahl der jährlich in Münster dokumentierten Schlaganfallpatienten wuchs von 5.099 im Jahr 2000 auf zuletzt 67.400 – einer Steigerung um das Dreizehnfache. Für 2010 rechnet Kalic wiederum mit einer Steigerung.

Zweimal jährlich erhalten die Partner-Kliniken einen ausführlichen Ergebnisbericht, anhand dessen sie sich mit den übrigen Teilnehmern in einer Reihe von Qualitätsindikatoren vergleichen können. Die Indikatoren wurden von der Arbeitsgemeinschaft Deutsche Schlaganfall-Register und, gefördert vom Bundesforschungsministerium, vom Kompetenznetz Schlaganfall in den Jahren 2004 und 2005 erarbeitet. Eigene Forschungen des münsterschen Epidemiologie-Instituts zur Versorgung beim Krankheitsbild Schlaganfall ergänzen die Qualitätssicherungsmaßnahmen in dem Projekt und erhöhen so dessen Nutzen zusätzlich. Getragen wurde das Register anfangs vom Institut; seit 2008 finanziert es sich vollständig durch die Umlagen der Teilnehmer.

Weitere Informationen:
http://campus.uni-muenster.de/qsnwd.html Weitere Informationen zum Projekt

Dr. Christina Heimken | idw
Weitere Informationen:
http://campus.uni-muenster.de/qsnwd.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Spezialfarbstoff erlaubt völlig neue Einblicke ins Gehirn
16.08.2018 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Keime fliegen mit
16.08.2018 | Friedrich-Schiller-Universität Jena

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Farbeffekte durch transparente Nanostrukturen aus dem 3D-Drucker

Neues Design-Tool erstellt automatisch 3D-Druckvorlagen für Nanostrukturen zur Erzeugung benutzerdefinierter Farben | Wissenschaftler präsentieren ihre Ergebnisse diese Woche auf der angesehenen SIGGRAPH-Konferenz

Die meisten Objekte im Alltag sind mit Hilfe von Pigmenten gefärbt, doch dies hat einige Nachteile: Die Farben können verblassen, künstliche Pigmente sind oft...

Im Focus: Color effects from transparent 3D-printed nanostructures

New design tool automatically creates nanostructure 3D-print templates for user-given colors
Scientists present work at prestigious SIGGRAPH conference

Most of the objects we see are colored by pigments, but using pigments has disadvantages: such colors can fade, industrial pigments are often toxic, and...

Im Focus: Eisen und Titan in der Atmosphäre eines Exoplaneten entdeckt

Forschende der Universitäten Bern und Genf haben erstmals in der Atmosphäre eines Exoplaneten Eisen und Titan nachgewiesen. Die Existenz dieser Elemente in Gasform wurde von einem Team um den Berner Astronomen Kevin Heng theoretisch vorausgesagt und konnte nun von Genfern Astronominnen und Astronomen bestätigt werden.

Planeten in anderen Sonnensystemen, sogenannte Exoplaneten, können sehr nah um ihren Stern kreisen. Wenn dieser Stern viel heisser ist als unsere Sonne, dann...

Im Focus: Magnetische Antiteilchen eröffnen neue Horizonte für die Informationstechnologie

Computersimulationen zeigen neues Verhalten von Antiskyrmionen bei zunehmenden elektrischen Strömen

Skyrmionen sind magnetische Nanopartikel, die als vielversprechende Kandidaten für neue Technologien zur Datenspeicherung und Informationsverarbeitung gelten....

Im Focus: Unraveling the nature of 'whistlers' from space in the lab

A new study sheds light on how ultralow frequency radio waves and plasmas interact

Scientists at the University of California, Los Angeles present new research on a curious cosmic phenomenon known as "whistlers" -- very low frequency packets...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

LaserForum 2018 thematisiert die 3D-Fertigung von Komponenten

17.08.2018 | Veranstaltungen

Aktuelles aus der Magnetischen Resonanzspektroskopie

16.08.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2018

16.08.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Bionik im Leichtbau

17.08.2018 | Verfahrenstechnologie

Klimafolgenforschung in Hannover: Kleine Pflanzen gegen große Wellen

17.08.2018 | Biowissenschaften Chemie

HAWK-Ingenieurinnen und -Ingenieure entwickeln die leichteste 9to-LKW-Achse ihrer Art

17.08.2018 | Messenachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics