Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kognitive Fähigkeiten lassen bereits mit 45 Jahren nach

20.01.2012
Dass die kognitiven Fähigkeiten mit dem Älterwerden schwinden, war bereits bekannt. Umstritten war jedoch, in welchem Alter dieser Verlust beginnt.
Bislang wurde davon ausgegangen, dass der schrittweise Abbau dieser Fähigkeiten erst mit 60 Jahren beginnt. Ein französisches Forscherteam des Instituts für Gesundheitswesen und medizinische Forschung (Inserm) um Archana Singh-Manoux hat nun aufgezeigt, dass unser Gedächtnis und unsere Fähigkeiten zu denken und zu verstehen bereits mit 45 Jahren beginnen zu schwinden. Zu diesem Ergebnis kamen die Forscher nach einer zehnjährigen Studie mit 7.000 Teilnehmern der Whitehall II-Kohorte.

Die Studie wurde gemeinsam von Forschern des Inserm und des University College London durchgeführt. Über 10 Jahre wurden die medizinischen Daten von 5.198 Männern und 2.192 Frauen im Alter zwischen 45 und 70 Jahren (zu Beginn der Untersuchung) ausgewertet. Ihre kognitiven Fähigkeiten wurden in dieser Zeit drei Mal getestet. Untersucht wurden das Gedächtnis, das Vokabular, das Denkvermögen und der Redefluss.

Die Studie ergab, dass die kognitiven Fähigkeiten (außer das Vokabular) mit dem Alter schwinden: je älter die Person desto schneller ließen sie nach. Dieser Abbau ist für jede Altersstufe bezeichnend. So nahm das Denkvermögen bei den 45 bis 49-jähigen Männern in diesem Testzeitraum um 3,6% ab und bei den 65 bis 70-jährigen Männern bereits um 9,6%. Bei den Frauen lagen diese Werte bei 3,6% bzw. 7,4%.

Archana Singh-Manoux betont, dass diese Erkenntnisse von großer Bedeutung sind, insbesondere angesichts der gestiegenen Lebenserwartung: Je früher die verhaltensorientierten und pharmakologischen Behandlungen zur Verlangsamung der kognitiven Alterung zum Einsatz kommen, desto wirksamer sind sie.

Weitere Informationen:
- Originalpublikation: “Timing of onset of cognitive decline: results from Whitehall II prospective cohort study”, British Medical Journal -05.01.12 – http://www.bmj.com/content/344/bmj.d7622

Kontakt:
Archana Singh Manoux – Inserm Einheit 1018, “Forschungszentrum für Epidemiologie und Bevölkerungsgesundheit”, Paul-Brousse Krankenhaus, Gebäude 15/16, 16 avenue Paul Vaillant Couturier, 94807 Villejuif cedex, Frankreich – Tel: 0033 1 77 74 74 10 – e-Mail: Archana.Singh-Manoux@inserm.fr

Quelle:
- Pressemitteilung des Inserm – 05.01.12 – http://www.inserm.fr/espace-journalistes/le-declin-cognitif-apparait-des-45-ans

Redakteurin: Claire Cécillon, claire.cecillon@diplomatie.gouv.fr

Claire Cécillon | Wissenschaft-Frankreich
Weitere Informationen:
http://www.wissenschaft-frankreich.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Biologicals bei chronischer Sinusitis mit Polyposis nasi – Erster therapeutischer Antikörper zugelassen
13.11.2019 | Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V.

nachricht Warum Beta-Blocker Hautentzündungen verursachen
31.10.2019 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: New Pitt research finds carbon nanotubes show a love/hate relationship with water

Carbon nanotubes (CNTs) are valuable for a wide variety of applications. Made of graphene sheets rolled into tubes 10,000 times smaller than a human hair, CNTs have an exceptional strength-to-mass ratio and excellent thermal and electrical properties. These features make them ideal for a range of applications, including supercapacitors, interconnects, adhesives, particle trapping and structural color.

New research reveals even more potential for CNTs: as a coating, they can both repel and hold water in place, a useful property for applications like printing,...

Im Focus: Magnetisches Tuning auf der Nanoskala

Magnetische Nanostrukturen maßgeschneidert herzustellen und nanomagnetische Materialeigenschaften gezielt zu beeinflussen, daran arbeiten Physiker des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR) gemeinsam mit Kollegen des Leibniz-Instituts für Festkörper- und Werkstoffforschung (IFW) Dresden und der Universität Glasgow. Zum Einsatz kommt ein spezielles Mikroskop am Ionenstrahlzentrum des HZDR, dessen hauchdünner Strahl aus schnellen geladenen Atomen (Ionen) periodisch angeordnete und stabile Nanomagnete in einem Probenmaterial erzeugen kann. Es dient aber auch dazu, die magnetischen Eigenschaften von Kohlenstoff-Nanoröhrchen zu optimieren.

„Materialien im Nanometerbereich magnetisch zu tunen birgt ein großes Potenzial für die Herstellung modernster elektronischer Bauteile. Für unsere magnetischen...

Im Focus: Magnets for the second dimension

If you've ever tried to put several really strong, small cube magnets right next to each other on a magnetic board, you'll know that you just can't do it. What happens is that the magnets always arrange themselves in a column sticking out vertically from the magnetic board. Moreover, it's almost impossible to join several rows of these magnets together to form a flat surface. That's because magnets are dipolar. Equal poles repel each other, with the north pole of one magnet always attaching itself to the south pole of another and vice versa. This explains why they form a column with all the magnets aligned the same way.

Now, scientists at ETH Zurich have managed to create magnetic building blocks in the shape of cubes that - for the first time ever - can be joined together to...

Im Focus: A new quantum data classification protocol brings us nearer to a future 'quantum internet'

The algorithm represents a first step in the automated learning of quantum information networks

Quantum-based communication and computation technologies promise unprecedented applications, such as unconditionally secure communications, ultra-precise...

Im Focus: REANIMA - für ein neues Paradigma der Herzregeneration

Endogene Mechanismen der Geweberegeneration sind ein innovativer Forschungsansatz, um Herzmuskelschäden zu begegnen. Ihnen widmet sich das internationale REANIMA-Projekt, an dem zwölf europäische Forschungszentren beteiligt sind. Das am CNIC (Centro Nacional de Investigaciones Cardiovasculares) in Madrid koordinierte Projekt startet im Januar 2020 und wird von der Europäischen Kommission mit 8 Millionen Euro über fünf Jahre gefördert.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursachen weltweit die meisten Todesfälle. Herzinsuffizienz ist geradezu eine Epidemie, die neben der persönlichen Belastung mit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Mediation – Konflikte konstruktiv lösen

12.11.2019 | Veranstaltungen

Hochleistungsmaterialien mit neuen Eigenschaften im Fokus von Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft

11.11.2019 | Veranstaltungen

Weniger Lärm in Innenstädten durch neue Gebäudekonzepte

08.11.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Mehr digitale Prozesse für den Mittelstand

13.11.2019 | Unternehmensmeldung

dormakaba mit 4 Architects' Darling in Gold ausgezeichnet

13.11.2019 | Förderungen Preise

Effiziente Motorenproduktion mit der neuesten Generation des LZH IBK

13.11.2019 | Maschinenbau

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics