Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Herzinfarkt und Schlaganfall vermeiden: „Polypille“ erhöht Therapieerfolg bei Risikopatienten

10.12.2013
Jedes Jahr erleiden in Deutschland rund 280 000 Menschen einen Herzinfarkt, und etwa ebenso viele haben einen Schlaganfall.

Häufige Ursachen sind ein zu hoher Blutdruck, erhöhtes Cholesterin und Durchblutungsstörungen aufgrund von Arteriosklerose. Leiden Patienten gleich unter allen drei Erkrankungen, müssen sie eine Vielzahl von Medikamenten einnehmen. Dies erhöht jedoch die Gefahr, einzelne Arzneien unregelmäßig, nicht dauerhaft zu nehmen oder gar zu vergessen.

Wie eine sogenannte „Polypille“ Betroffene in ihrer Therapie unterstützen und die Behandlung sicherer machen kann, erläutern Experten auf der heutigen Pressekonferenz anlässlich des 37. wissenschaftlichen Kongresses der Deutschen Hochdruckliga DHL® – Deutschen Gesellschaft für Hypertonie und Prävention. Nehmen Patienten ihre Medikamente gegen Bluthochdruck, erhöhtes Cholesterin oder Durchblutungsstörungen nur unregelmäßig oder nicht dauerhaft ein, steigt für sie das Risiko, einen Schlaganfall oder Herzinfarkt zu erleiden, stark an.

Beobachtungen aus der Praxis zeigen: Je mehr Medikamente verordnet werden, desto weniger befolgen die Patienten die entsprechenden Therapievorgaben, da sie häufig überfordert sind. „Wir schätzen, dass daher in Europa etwa neun Prozent aller auftretenden Schlaganfälle und Herzinfarkte durch falsch oder zu selten eingenommene Medikamente verursacht werden“, erklärt Professor Dr. med. Peter Baumgart, Chefarzt der Klinik Innere Medizin I am Clemenshospital GmbH in Münster. „Für Deutschland bedeutet dies: Über 25 000 Menschen erleiden einen Schlaganfall oder Herzinfarkt, weil sie ihre Medikamente nicht therapiegerecht einnehmen.“

Reduziert man hingegen die Anzahl der Medikamente, steigt die Therapietreue an, wie Unter-suchungen zeigen. „Die Kombination mehrerer Substanzen in einer Tablette kann also das Risiko für Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, schwere Folgeschäden zu erleiden, deutlich reduzieren“, betont Dr. med. Siegfried Eckert, Kongresspräsident des 37. wissenschaftlichen Kongresses der DHL®. So setzen Hypertensiologen immer mehr auf die sogenannte „Polypille“ – eine Tablette, in der mehrere Medikamente enthalten sind.

Bislang gab es für Bluthochdruck-Patienten Polypillen mit einer Kombination aus zwei oder drei blutdrucksenkenden Substanzen. „Neu sind Polypillen, die zusätzlich zu den Blutdrucksenkern fettsenkende und gefäßschützende Medikamente enthalten. Menschen mit Herzinfarkten, Schlaganfällen und schweren arteriosklerotisch bedingten Erkrankungen müssen so nur eine einzige Tablette einnehmen“, so Eckert.

Das wichtigste Therapieziel ist, die Folgen des Bluthochdrucks zu verhindern. „Obwohl die Polypille dies sicherlich erfüllt, müssen noch weitere Studien folgen, um diese als Standard-Therapie einsetzen zu können“, führt Professor Dr. med. Hermann Pavenstädt, ebenfalls Kongresspräsident des 37. wissenschaftlichen Kongresses der DHL® aus. „Denn bislang ist noch unklar, wie man mit einer solchen Pille einzelne Substanzen individuell dosieren kann, um bestimmte Zielwerte zu erreichen.“

Bei welchen Patienten eine Polypille empfehlenswert ist, wann die Polypille mit Wirkstoffen für unterschiedliche Erkrankungen in der Bluthochdruck-Therapie Verwendung finden wird und welche Vor- und Nachteile für Patienten bestehen, erläutern Experten auf der Pressekonferenz am 12. Dezember 2013 anlässlich des 37. wissenschaftlichen Kongresses der DHL® in Münster.

Literatur:

• Chowdhury R, Khan, H.Heydon E et al.:Adherence to cardiovascular therapy: a meta-analysis of prevalence and clinical consequences, European Heart Journal (2013) 34: 2940–2948
• Herttua K, Tabak A G, Martikainen P et al., Adherence to antihypertensive therapy prior to the first presentation of stroke in hypertensive adults: population-based study, European Herat Journal (2013) 34:2933–2939

• Thom S, Poulter N, Filed J. et al., Effects of a fixed-dose Combination Strategy on Adherence and Risk Factors in Patients with o rat High Risk of CVD The UMPIRE Randomized Clinical Trial, JAMA (2013) 310: 918–929

Terminhinweise:

37. Wissenschaftlicher Kongress der Deutschen Hochdruckliga e. V. DHL® – Deutsche Gesellschaft für Hypertonie und Prävention
„Hypertonie und Prävention Münster 2013“
Termin: 12. bis 14. Dezember 2013
Ort: Messe und Congress Centrum in Münster, Halle Münsterland
Adresse: Albersloher Weg 32, 48155 Münster
Kongress-Pressekonferenz
Termin: Donnerstag, 12. Dezember 2013, 12.30 bis 13.30 Uhr
Ort: Messe und Congress Centrum Halle Münsterland, Blauer Saal 3
Adresse: Albersloher Weg 32, 48155 Münster
Eines der Themen:
Drei auf einen Streich: die Polypille – das Wundermedikament für Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen?
Professor Dr. med. Peter Baumgart
Chefarzt der Klinik Innere Medizin I am Clemenshospital GmbH, Münster
Verleihung des Medizin-Publizistik-Preises
Dr. Eckart von Hirschhausen
Termin: Freitag, den 13. Dezember 2013, 10 Uhr
Ort: Messe und Congress Centrum Halle Münsterland, Blauer Saal 3
Adresse: Albersloher Weg 32, 48155 Münster
Patiententag auf dem Kongress
„Den hohen Blutdruck in den Griff bekommen“
Termin: Freitag, 13. Dezember 2013, 17.00 bis 19.00 Uhr
Ort: Erbdrostenhof, Münster
Adresse: Salzstr. 38, 48143 Münster
Kontakt für Journalisten:
Deutsche Hochdruckliga e. V. DHL® – Deutsche Gesellschaft für Hypertonie und Prävention
Pressestelle
Anna Julia Voormann, Christina Seddig
Postfach 30 11 20
70451 Stuttgart
Tel.: 0711 8931-442
Fax: 0711 8931-167
seddig@medizinkommunikation.org

Maximilian Broglie | idw
Weitere Informationen:
http://www.hochdruckliga.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Forscher entschlüsseln Wirkung von Ebola-Impfstoff - Virologen der Uniklinik Köln identifizieren neue Antikörper
08.10.2019 | Uniklinik Köln

nachricht Icaros: Fliegendes Trainingsgerät
07.10.2019 | Deutsche Sporthochschule Köln

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Controlling superconducting regions within an exotic metal

Superconductivity has fascinated scientists for many years since it offers the potential to revolutionize current technologies. Materials only become superconductors - meaning that electrons can travel in them with no resistance - at very low temperatures. These days, this unique zero resistance superconductivity is commonly found in a number of technologies, such as magnetic resonance imaging (MRI).

Future technologies, however, will harness the total synchrony of electronic behavior in superconductors - a property called the phase. There is currently a...

Im Focus: Ultraschneller Blick in die Photochemie der Atmosphäre

Physiker des Labors für Attosekundenphysik haben erkundet, was mit Molekülen an den Oberflächen von nanoskopischen Aerosolen passiert, wenn sie unter Lichteinfluss geraten.

Kleinste Phänomene im Nanokosmos bestimmen unser Leben. Vieles, was wir in der Natur beobachten, beginnt als elementare Reaktion von Atomen oder Molekülen auf...

Im Focus: Wie entstehen die stärksten Magnete des Universums?

Wie kommt es, dass manche Neutronensterne zu den stärksten Magneten im Universum werden? Eine mögliche Antwort auf die Frage nach der Entstehung dieser sogenannten Magnetare hat ein deutsch-britisches Team von Astrophysikern gefunden. Die Forscher aus Heidelberg, Garching und Oxford konnten mit umfangreichen Computersimulationen nachvollziehen, wie sich bei der Verschmelzung von zwei Sternen starke Magnetfelder bilden. Explodieren solche Sterne in einer Supernova, könnten daraus Magnetare entstehen.

Wie entstehen die stärksten Magnete des Universums?

Im Focus: How Do the Strongest Magnets in the Universe Form?

How do some neutron stars become the strongest magnets in the Universe? A German-British team of astrophysicists has found a possible answer to the question of how these so-called magnetars form. Researchers from Heidelberg, Garching, and Oxford used large computer simulations to demonstrate how the merger of two stars creates strong magnetic fields. If such stars explode in supernovae, magnetars could result.

How Do the Strongest Magnets in the Universe Form?

Im Focus: Wenn die Erde flüssig wäre

Eine heisse, geschmolzene Erde wäre etwa 5% grösser als ihr festes Gegenstück. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie unter der Leitung von Forschenden der Universität Bern. Der Unterschied zwischen geschmolzenen und festen Gesteinsplaneten ist wichtig bei die Suche nach erdähnlichen Welten jenseits unseres Sonnensystems und für das Verständnis unserer eigenen Erde.

Gesteinsplaneten so gross wie die Erde sind für kosmische Massstäbe klein. Deshalb ist es ungemein schwierig, sie mit Teleskopen zu entdecken und zu...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

10. Weltkonferenz der Ecosystem Services Partnership an der Leibniz Universität Hannover

14.10.2019 | Veranstaltungen

Bildung.Regional.Digital: Tagung bietet Rüstzeug für den digitalen Unterricht von heute und morgen

10.10.2019 | Veranstaltungen

Zukunft Bau Kongress 2019 „JETZT! Bauen im Wandel“

10.10.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

BiClean – Smarte antibakterielle Oberflächen mittels bidirektionaler Displaytechnologie

14.10.2019 | Biowissenschaften Chemie

Fehlerhafte Proteinfaltung als Alzheimer-Risikomarker – bis zu 14 Jahre vor der Diagnose

14.10.2019 | Biowissenschaften Chemie

Flechten: Teamwork macht den Unterschied

14.10.2019 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics