Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hauterkrankung auch im Mund: Lichen planus

05.03.2013
UKL-Zahnmediziner bieten Hilfe mit Spezialsprechstunde

Netzförmige weiße Streifen auf der Mundschleimhaut, gar kleine Geschwüre, die beim Essen, Trinken und Zähneputzen höllisch brennen und schmerzen – bei Menschen, die mit solchen Symptomen zum Zahnarzt gehen, hat mit hoher Wahrscheinlichkeit eine lästige Hauterkrankung den Weg in den Mund gefunden: Lichen planus. Bis zu zwei Prozent der Erwachsenen leiden unter der Erkrankung. Die Zahnmediziner am Uniklinikum Leipziger bieten hier Hilfe in einer Spezialsprechstunde.

„Betroffen ist überwiegend die Generation 40 plus, vor allem Frauen“, sagt Torsten Remmerbach, Professor für klinische und experimentelle orale Medizin an der Universitätszahnklinik Leipzig, wo jährlich mehr als 400 Lichen-Patienten aus den ostdeutschen Bundesländern behandelt werden.

Sie leiden oft unter der ausgesprochen hartnäckigen und belastenden erosiven Form mit geschwürartigen Schäden an Mundschleimhaut und Zunge. „Die auf weißliche Streifen an den Wangeninnenseiten beschränkte Form macht dagegen meist keine Probleme“, erläutert Remmerbach. Bei der offenen Form kann vor allem das Essen und Trinken zur Qual werden, wenn Obst, Säfte, Wein, scharf gewürzte Speisen die entzündete Schleimhaut reizen und der ganze Mund schmerzt. Geschulte Ärzte erkennen die Erkrankung per „Blickdiagnostik“, eine Gewebeuntersuchung bestätigt die Diagnose. Wenn der Zahnarzt die Symptome jedoch übersieht oder nicht ernst nimmt, sind auch Komplikationen bei Zahnbehandlungen, etwa dem Setzen von Implantaten, nicht ausgeschlossen. Und nicht nur das. Remmerbach: „In weniger als einem Prozent der Fälle entwickelt sich aus dem Lichen ein Plattenepithelkarzinom.“ Ein bösartiger Tumor der Mundschleimhaut also.

Wie Neurodermitis und andere chronische Hautkrankheiten ist auch Lichen planus eine Autoimmunerkrankung – also eine Fehlsteuerung des Immunsystems. Für die Betroffenen bedeutet das: Sie ist schwerlich heilbar und kann immer wiederkehren. Bei der Behandlung geht es darum, die Entzündung zum Abklingen zu bringen und die Mundhöhle wieder „geschmeidig“ zu machen. Zwei bis drei Wochen lang wird eine in der Mundhöhle haftende kortisonhaltige Salbe auf die befallenen Schleimhautstellen aufgebracht, eventuell kommen auch Spüllösungen zum Einsatz. „Je nach Schwere des Befalls kann auch eine systemische Kortisontherapie nötig sein – dann nehmen die Patienten die Kortikoide als Tabletten ein“, erläutert der Oralmediziner.

Am Anfang der Therapie steht allerdings die Sanierung des Gebisses – mit der Füllung löchriger Zähne und bei Bedarf auch mit einer prothetischen Versorgung. Der Zahnstein wird entfernt, Remmerbach empfiehlt auch eine professionelle Zahnreinigung. „Denn Zahnputzprobleme haben die meisten.“ Ohne umfassende Mundhygiene und Beseitigung aller chronischen Reize in der Mundhöhle jedoch könne die medikamentöse Behandlung der Entzündung nicht optimal greifen. Alle drei bis sechs Monate kommen die Patienten in die Lichen-Spezialsprechstunde am Leipziger Uniklinikum. „Und zweimal jährlich sollte sowieso jeder zum Zahnarzt gehen“, betont Remmerbach.

Helena Reinhardt | idw
Weitere Informationen:
http://www.uniklinik-leipzig.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Spezialfarbstoff erlaubt völlig neue Einblicke ins Gehirn
16.08.2018 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Keime fliegen mit
16.08.2018 | Friedrich-Schiller-Universität Jena

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die Mischung macht‘s: Jülicher Forscher entwickeln schnellladefähige Festkörperbatterie

Mit Festkörperbatterien sind aktuell große Hoffnungen verbunden. Sie enthalten keine flüssigen Teile, die auslaufen oder in Brand geraten könnten. Aus diesem Grund sind sie unempfindlich gegenüber Hitze und gelten als noch deutlich sicherer, zuverlässiger und langlebiger als herkömmliche Lithium-Ionen-Batterien. Jülicher Wissenschaftler haben nun ein neues Konzept vorgestellt, das zehnmal größere Ströme beim Laden und Entladen erlaubt als in der Fachliteratur bislang beschrieben. Die Verbesserung erzielten sie durch eine „clevere“ Materialwahl. Alle Komponenten wurden aus Phosphatverbindungen gefertigt, die chemisch und mechanisch sehr gut zusammenpassen.

Die geringe Stromstärke gilt als einer der Knackpunkte bei der Entwicklung von Festkörperbatterien. Sie führt dazu, dass die Batterien relativ viel Zeit zum...

Im Focus: It’s All in the Mix: Jülich Researchers are Developing Fast-Charging Solid-State Batteries

There are currently great hopes for solid-state batteries. They contain no liquid parts that could leak or catch fire. For this reason, they do not require cooling and are considered to be much safer, more reliable, and longer lasting than traditional lithium-ion batteries. Jülich scientists have now introduced a new concept that allows currents up to ten times greater during charging and discharging than previously described in the literature. The improvement was achieved by a “clever” choice of materials with a focus on consistently good compatibility. All components were made from phosphate compounds, which are well matched both chemically and mechanically.

The low current is considered one of the biggest hurdles in the development of solid-state batteries. It is the reason why the batteries take a relatively long...

Im Focus: Farbeffekte durch transparente Nanostrukturen aus dem 3D-Drucker

Neues Design-Tool erstellt automatisch 3D-Druckvorlagen für Nanostrukturen zur Erzeugung benutzerdefinierter Farben | Wissenschaftler präsentieren ihre Ergebnisse diese Woche auf der angesehenen SIGGRAPH-Konferenz

Die meisten Objekte im Alltag sind mit Hilfe von Pigmenten gefärbt, doch dies hat einige Nachteile: Die Farben können verblassen, künstliche Pigmente sind oft...

Im Focus: Color effects from transparent 3D-printed nanostructures

New design tool automatically creates nanostructure 3D-print templates for user-given colors
Scientists present work at prestigious SIGGRAPH conference

Most of the objects we see are colored by pigments, but using pigments has disadvantages: such colors can fade, industrial pigments are often toxic, and...

Im Focus: Eisen und Titan in der Atmosphäre eines Exoplaneten entdeckt

Forschende der Universitäten Bern und Genf haben erstmals in der Atmosphäre eines Exoplaneten Eisen und Titan nachgewiesen. Die Existenz dieser Elemente in Gasform wurde von einem Team um den Berner Astronomen Kevin Heng theoretisch vorausgesagt und konnte nun von Genfern Astronominnen und Astronomen bestätigt werden.

Planeten in anderen Sonnensystemen, sogenannte Exoplaneten, können sehr nah um ihren Stern kreisen. Wenn dieser Stern viel heisser ist als unsere Sonne, dann...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

LaserForum 2018 thematisiert die 3D-Fertigung von Komponenten

17.08.2018 | Veranstaltungen

Aktuelles aus der Magnetischen Resonanzspektroskopie

16.08.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2018

16.08.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Quantenverschränkung erstmals mit Licht von Quasaren bestätigt

20.08.2018 | Physik Astronomie

1,6 Millionen Euro für den Aufbau einer Forschungsgruppe zu Quantentechnologien

20.08.2018 | Förderungen Preise

IHP-Technologie darf in den Weltraum fliegen

20.08.2018 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics