Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Grünes Licht für Jenaer Sepsiszentrum

28.01.2010
Eine internationale Fachjury empfiehlt den Aufbau eines Integrierten Forschungs- und Behandlungszentrums für Sepsis und deren Folgeerkrankungen am Universitätsklinikum Jena (UKJ).

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt im Rahmen seines Förderprogramms "Gesundheitsforschung" die Einrichtung krankheitsbezogener klinischer Forschungszentren mit zunächst bis zu 25 Millionen Euro in fünf Jahren.

Das von einem Team aus Intensivmedizinern, Internisten, Chirurgen und Neurologen entwickelte Konzept für das "Center for Sepsis Control and Care" (CSCC) am Jenaer Universitätsklinikum sieht völlig neue interdisziplinäre Strukturen für die Erforschung und die Behandlung der Sepsis vor. Es zielt sowohl auf eine wirksame Akuttherapie, als auch auf die Risikoabschätzung, Präventionsmaßnahmen, neue Diagnoseverfahren und vor allem die Untersuchung von Langzeitschäden, über die bislang noch wenig bekannt ist, und deren Vermeidung.

Die Sepsisforschung ist ein Schwerpunkt am Jenaer Uniklinikum. Das BMBF und der Freistaat Thüringen unterstützen hier mehrere Großprojekte auf diesem Gebiet. Mit ihrem positiven Votum bestätigte die Fachjury diese Ausrichtung und ebnete den Weg für das CSCC, das nach der formellen Beantragung seine Arbeit im Sommer aufnehmen soll.

Einen Schwerpunkt wird die patientenorientierte Forschung zur Diagnostik und Therapie der Sepsis bilden. In großen klinischen Studien wollen die Medizinforscher zum Beispiel Risiken, neue Diagnoseansätze, Organversagen infolge von Sepsis und neurologische Folgeerkrankungen untersuchen. Dazu werden den interdisziplinären Arbeitsgruppen zentrale Einrichtungen wie eine Biobank, ein Sepsisdatenzentrum und eine Managementeinheit für klinische Studien zur Verfügung stehen. Spezielle Forschungsprofessuren sollen die klinische Tätigkeit und die Leitung einer Forschergruppe miteinander vereinbar machen. Mit strukturierten Qualifizierungsprogrammen für Studenten, Doktoranden und Nachwuchswissenschaftler will das Zentrum Karriereperspektiven für klinische Forscher bieten.

Die aus internationalen Experten bestehende Jury zeigte sich vom Engagement des interdisziplinären Antragsteams und dem Konzept beeindruckt, "es stellt die einzigartige Möglichkeit dar, ein Modell- und Referenzzentrum für die Sepsisforschung und -behandlung in Deutschland zu gründen."

Hintergrund:
Die Sepsis - oder "Blutvergiftung" - ist die aggressivste Form einer Infektion, hervorgerufen durch Mikroorganismen und deren Gifte (Toxine). Wenn es dem Körper nicht gelingt, die Infektion auf den Ursprungsort zu begrenzen, lösen die Toxine innerhalb weniger Stunden eine Entzündung in allen Organen aus. Die Sepsis ist selten der "rote Streifen am Arm, der zum Herzen zieht", sondern kann als Komplikation bei allen Infektionskrankheiten auftreten, wie z. B. bei einer Lungen- oder einer Mandelentzündung. Von 100.000 Einwohnern erkranken jährlich etwa 300 Menschen an schwerer Sepsis. Bei AIDS sind es 17, bei Darmkrebs 50 Neuerkrankungen. Die Sterblichkeit an Sepsis ist seit Jahrzehnten mit über 50 % unverändert hoch. Mit ca. 60.000 Todesfällen jährlich ist Sepsis die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Die direkten Behandlungskosten der Sepsis werden in Deutschland auf 1,1 bis 2,45 Milliarden Euro geschätzt.
Kontakt:
Prof. Dr. med. Konrad Reinhart
Klinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie, Universitätsklinikum Jena
Tel.: 03641 / 932 31 01
E-Mail: Konrad.Reinhart[at]med.uni-jena.de

Uta von der Gönna | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-jena.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Spezialfarbstoff erlaubt völlig neue Einblicke ins Gehirn
16.08.2018 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Keime fliegen mit
16.08.2018 | Friedrich-Schiller-Universität Jena

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die Mischung macht‘s: Jülicher Forscher entwickeln schnellladefähige Festkörperbatterie

Mit Festkörperbatterien sind aktuell große Hoffnungen verbunden. Sie enthalten keine flüssigen Teile, die auslaufen oder in Brand geraten könnten. Aus diesem Grund sind sie unempfindlich gegenüber Hitze und gelten als noch deutlich sicherer, zuverlässiger und langlebiger als herkömmliche Lithium-Ionen-Batterien. Jülicher Wissenschaftler haben nun ein neues Konzept vorgestellt, das zehnmal größere Ströme beim Laden und Entladen erlaubt als in der Fachliteratur bislang beschrieben. Die Verbesserung erzielten sie durch eine „clevere“ Materialwahl. Alle Komponenten wurden aus Phosphatverbindungen gefertigt, die chemisch und mechanisch sehr gut zusammenpassen.

Die geringe Stromstärke gilt als einer der Knackpunkte bei der Entwicklung von Festkörperbatterien. Sie führt dazu, dass die Batterien relativ viel Zeit zum...

Im Focus: It’s All in the Mix: Jülich Researchers are Developing Fast-Charging Solid-State Batteries

There are currently great hopes for solid-state batteries. They contain no liquid parts that could leak or catch fire. For this reason, they do not require cooling and are considered to be much safer, more reliable, and longer lasting than traditional lithium-ion batteries. Jülich scientists have now introduced a new concept that allows currents up to ten times greater during charging and discharging than previously described in the literature. The improvement was achieved by a “clever” choice of materials with a focus on consistently good compatibility. All components were made from phosphate compounds, which are well matched both chemically and mechanically.

The low current is considered one of the biggest hurdles in the development of solid-state batteries. It is the reason why the batteries take a relatively long...

Im Focus: Farbeffekte durch transparente Nanostrukturen aus dem 3D-Drucker

Neues Design-Tool erstellt automatisch 3D-Druckvorlagen für Nanostrukturen zur Erzeugung benutzerdefinierter Farben | Wissenschaftler präsentieren ihre Ergebnisse diese Woche auf der angesehenen SIGGRAPH-Konferenz

Die meisten Objekte im Alltag sind mit Hilfe von Pigmenten gefärbt, doch dies hat einige Nachteile: Die Farben können verblassen, künstliche Pigmente sind oft...

Im Focus: Color effects from transparent 3D-printed nanostructures

New design tool automatically creates nanostructure 3D-print templates for user-given colors
Scientists present work at prestigious SIGGRAPH conference

Most of the objects we see are colored by pigments, but using pigments has disadvantages: such colors can fade, industrial pigments are often toxic, and...

Im Focus: Eisen und Titan in der Atmosphäre eines Exoplaneten entdeckt

Forschende der Universitäten Bern und Genf haben erstmals in der Atmosphäre eines Exoplaneten Eisen und Titan nachgewiesen. Die Existenz dieser Elemente in Gasform wurde von einem Team um den Berner Astronomen Kevin Heng theoretisch vorausgesagt und konnte nun von Genfern Astronominnen und Astronomen bestätigt werden.

Planeten in anderen Sonnensystemen, sogenannte Exoplaneten, können sehr nah um ihren Stern kreisen. Wenn dieser Stern viel heisser ist als unsere Sonne, dann...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

LaserForum 2018 thematisiert die 3D-Fertigung von Komponenten

17.08.2018 | Veranstaltungen

Aktuelles aus der Magnetischen Resonanzspektroskopie

16.08.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2018

16.08.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Quantenverschränkung erstmals mit Licht von Quasaren bestätigt

20.08.2018 | Physik Astronomie

1,6 Millionen Euro für den Aufbau einer Forschungsgruppe zu Quantentechnologien

20.08.2018 | Förderungen Preise

IHP-Technologie darf in den Weltraum fliegen

20.08.2018 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics