Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gefäß-Operation auch im hohen Alter sinnvoll

22.11.2012
Durchblutungsstörungen – etwa in den Beinen, in der Bauchschlagader oder am Herzen – sind der häufigste Grund für eine Einweisung in deutsche Krankenhäuser.

Jährlich stellen Ärzte hierzulande mehr als 200 000 gefäßchirurgische Hauptdiagnosen, vor allem bei betagten Patienten. Die Zahl der Fälle wird in den nächsten Jahren um 30 Prozent steigen, denn unsere Bevölkerung altert. Die Kosten für die Therapie belaufen sich auf mehrere Milliarden Euro.

Wie sich auch bei Hochbetagten gefäßchirurgische Eingriffe sicherer und zugleich effizienter machen lassen, diskutieren Experten im Rahmen der Pressekonferenz der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) am 5. Dezember 2012 in Berlin.

In jedem Fall setze dies voraus, so die Experten, der Gefäßchirurgie in den Kliniken mehr Gewicht zu verleihen.

Im Jahr 2030 wird jeder Dritte Bundesbürger über 60 Jahre alt sein. Dementsprechend wird in den kommenden Jahren der Anteil der stationären Behandlungen im Krankenhaus bei den über 60-Jährigen auf über 60 Prozent ansteigen. Vor allem die Zahl der Herz- Kreislauferkrankungen wird erheblich zunehmen: Verengte Gefäße in den Beinen oder gar eine überdehnte Bauchschlagader können schnell das Leben eines Patienten in Gefahr bringen. Gefäßchirurgische Operationen sind jedoch vor allem für ältere Patienten mit hohen Risiken verbunden, weiß Professor Dr. med. E. Sebastian Debus, Vize-Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie (DGG) aus Hamburg: „Hochbetagte werden daher oft erst operiert, wenn die Krankheit weit fortgeschritten ist“. Doch gerade diese späten Eingriffe verursachten die Hauptkosten. „Wir streben deshalb an, durch Spezialisierung und innovative Technik die Eingriffsinvasivität zu minimieren und zugleich die Effektivität der Behandlung zu maximieren“, sagt der Direktor der Klinik und Poliklinik für Gefäßmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf.

Eine aufgeweitete Bauchschlagader etwa operierten Ärzte früher in aufwendigen, offenen Eingriffen. Heute wird ein solches Aortenaneurysma meist minimalinvasiv behandelt: Der Operateur setzt über einen Katheter ein Röhrchen aus Drahtgeflecht in die Ader ein, um diese zu stabilisieren. „Dadurch treten seltener Komplikationen auf, der Patient kann früher nach Hause und braucht meist keine Rehabilitation“, sagt Debus. Dieses Vorgehen schont also den Patienten, verhindert Komplikationen und spart zugleich Kosten.
Denn allein die Behandlung von Durchblutungsstörungen kostet in Deutschland pro Jahr bis zu drei Milliarden Euro. 92 Prozent davon entfallen auf hoch betagte Patienten, erläutert Professor Debus und mahnt: „Die Spezialisierung der Gefäßchirurgie kann Kosten minimieren, vor allem aber ist sie dringend erforderlich“ Trotzdem unterhält nur etwa ein Drittel aller Kliniken eine eigenständige Abteilung für Gefäßchirurgie. Bisher hindere vor allem Personalmangel die Gefäßchirurgen daran, das Fachgebiet weiterzuentwickeln und die Spezialisierung voranzutreiben. “Denn in den meisten Krankenhäuser arbeitet die Gefäßchirurgie nicht autark und wird ohne eigene Personalhoheit betrieben“, so Debus. Es sei deshalb etwa nicht möglich, Mitarbeiter auszuwählen, anzustellen und zu befördern. Dies verhindere, die gefäßchirurgische Spezialisierung für den ärztlichen Nachwuchs attraktiv zu gestalten.

Wie immer mehr hoch Betagte ohne steigende Kosten von neuesten gefäßchirurgischen Techniken profitieren können, darüber diskutieren Experten auf der Pressekonferenz der DGCH.

Pressekonferenz der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH)

Termin: Mittwoch, 5. Dezember 2012, 11.00 bis 12.00 Uhr
Ort: Langenbeck-Virchow-Haus, Raum „Rudolf Virchow“, 2. Etage
Anschrift: Luisenstraße 58-59, 10117 Berlin

Vorläufige Themen und Referenten:

Chirurgie mit Leidenschaft & Augenmaß – von Gesichts-OP bis Lebertransplantation
Professor Dr. med. Dr. h.c. Karl-Walter Jauch
Präsident der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH), München

Bonusverträge für Chefärzte – Führen falsche Anreize zu unnötigen Operationen?
Professor Dr. med. Dr. h.c. Hans-Joachim Meyer
Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH), Berlin

„Lohnen“ sich Gefäßoperationen auch im hohen Alter – Wie können immer mehr hoch Betagte von neuesten gefäßchirurgischen Techniken profitieren, ohne dass die Kosten steigen?
Professor Dr. med. E. Sebastian Debus, Hamburg

Neueste chirurgische Techniken bei Hernien: Leistenbrüche wirksam und schonend operieren
Professor Dr. med. Stefan Post, Mannheim

Kontakt für Journalisten:
DGCH Pressestelle
Anna Julia Voormann
Irina Lorenz-Meyer
Postfach 30 11 20, 70451 Stuttgart
Berliner Büro:
Langenbeck-Virchow-Haus
Luisenstraße 59, 10117 Berlin
Telefon: 0711 8931-552
Fax: 0711 8931-167
lorenz-Meyer@medizinkommunikation.org

Anna Julia Voormann | idw
Weitere Informationen:
http://www.dgch.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Telomerverlängerung entscheidend für Krankheitsverlauf
07.12.2018 | Uniklinik Köln

nachricht Frischfleisch schnell und mobil kontrollieren
06.12.2018 | Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neuartige Lasertechnik für chemische Sensoren in Mikrochip-Größe

Von „Frequenzkämmen“ spricht man bei speziellem Laserlicht, das sich optimal für chemische Sensoren eignet. Eine revolutionäre Technik der TU Wien erzeugt dieses Licht nun viel einfacher und robuster als bisher.

Ein gewöhnlicher Laser hat genau eine Farbe. Alle Photonen, die er abstrahlt, haben genau dieselbe Wellenlänge. Es gibt allerdings auch Laser, deren Licht...

Im Focus: Topological material switched off and on for the first time

Key advance for future topological transistors

Over the last decade, there has been much excitement about the discovery, recognised by the Nobel Prize in Physics only two years ago, that there are two types...

Im Focus: Neue Methode verpasst Mikroskop einen Auflösungsschub

Verspiegelte Objektträger ermöglichen jetzt deutlich schärfere Bilder / 20fach bessere Auflösung als ein gewöhnliches Lichtmikroskop - Zwei Forschungsteams der Universität Würzburg haben dem Hochleistungs-Lichtmikroskop einen Auflösungsschub verpasst. Dazu bedampften sie den Glasträger, auf dem das beobachtete Objekt liegt, mit maßgeschneiderten biokompatiblen Nanoschichten, die einen „Spiegeleffekt“ bewirken. Mit dieser einfachen Methode konnten sie die Bildauflösung signifikant erhöhen und einzelne Molekülkomplexe auflösen, die sich mit einem normalen Lichtmikroskop nicht abbilden lassen. Die Studie wurde in der NATURE Zeitschrift „Light: Science and Applications“ veröffentlicht.

Die Schärfe von Lichtmikroskopen ist aus physikalischen Gründen begrenzt: Strukturen, die näher beieinander liegen als 0,2 tausendstel Millimeter, verschwimmen...

Im Focus: Supercomputer ohne Abwärme

Konstanzer Physiker eröffnen die Möglichkeit, Supraleiter zur Informationsübertragung einzusetzen

Konventionell betrachtet sind Magnetismus und der widerstandsfreie Fluss elektrischen Stroms („Supraleitung“) konkurrierende Phänomene, die nicht zusammen in...

Im Focus: Drei Nervenzellen reichen, um eine Fliege zu steuern

Uns wirft so schnell nichts um. Eine Fruchtfliege kann dagegen schon ein kleiner Windstoß vom Kurs abbringen. Drei große Nervenzellen in jeder Hälfte des Fliegenhirns reichen jedoch aus, um die Fliege mit Hilfe visueller Signale wieder auf Kurs zu bringen.

Bewegen wir uns vorwärts, zieht die Umwelt in die entgegengesetzte Richtung an unseren Augen vorbei. Drehen wir uns, verschiebt sich das Bild der Umwelt im...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Januar und Februar 2019

11.12.2018 | Veranstaltungen

Eine Norm für die Reinheitsbestimmung aller Medizinprodukte

10.12.2018 | Veranstaltungen

Fachforum über intelligente Datenanalyse

10.12.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neuartige Lasertechnik für chemische Sensoren in Mikrochip-Größe

11.12.2018 | Physik Astronomie

Besser Bohren – Neues Nanokomposit stabilisiert Bohrflüssigkeiten

11.12.2018 | Geowissenschaften

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Januar und Februar 2019

11.12.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics