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Forscher testen neue Substanz zur Behandlung der AMD

04.10.2017

Die Hälfte aller Erblindungsfälle in Deutschland geht auf die altersabhängige Makuladegeneration (AMD) zurück. Für die trockene Spätform der Erkrankung gibt es bislang keine Therapiemöglichkeit. Wissenschaftler unter Federführung der Universitäts-Augenklinik Bonn untersuchen nun in einer präklinischen Studie die Eignung eines neuen Hemmstoffs, der die Entzündung in der Netzhaut bei AMD stoppen soll. Das Projekt wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft mit 267.000 Euro gefördert.

Autofahren, Zeitung lesen oder Gesichter erkennen wird zunehmend schwieriger, weil die Sehschärfe im Zentrum des Blickfeldes verloren geht. So stellt sich das Fortschreiten der altersabhängigen Makuladegeneration (AMD) für Betroffene dar.


Im Vortrag: Prof. Dr. med. Tim U. Krohne von der Universitäts-Augenklinik Bonn.

© Foto: Katharina Wislsperger/UKB

Die Erkrankung ist die Hauptursache für Erblindung in Deutschland. „Für Patienten mit der trockenen Spätform der Erkrankung gibt es bisher keine Therapiemöglichkeiten“, sagt Prof. Dr. Tim U. Krohne von der Universitäts-Augenklinik Bonn.

Der Wissenschaftler leitet ein gemeinsames Forschungsprojekt mit der Universitäts-Augenklinik Köln, das jetzt von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) für die nächsten drei Jahre mit insgesamt 267.000 Euro gefördert wird.

Dabei wird in einer vorklinischen Studie eine neue Substanz zur Behandlung der atrophischen AMD erprobt. Es handelt sich dabei um eine neue Medikamentenklasse, die so genannten NLRP3-Inhibitoren, mit der die Entzündungsprozesse bei der AMD gehemmt und dadurch ein Fortschreiten der Erkrankung gestoppt werden sollen.

„Die neuartigen NLRP3-Hemmstoffe wurden von der Firma IFM Therapeutics in Boston, USA, und ihrer deutschen Niederlassung, der IFM Therapeutics GmbH in Bonn, entwickelt und uns für das Projekt zur Verfügung stellt“, berichtet Prof. Krohne.

Diese Hemmstoffe werden im Labor an Erkrankungsmodellen der AMD getestet. „Sollten sich die Medikamente in den präklinischen Versuchen als wirksam erweisen, ist im Anschluss die Überprüfung in einer klinischen Studie mit AMD-Patienten geplant“, sagt Prof. Dr. Frank Holz, Direktor der Universitäts-Augenklinik Bonn.

Neben der Forschungsgruppe der Bonner Universitäts-Augenklinik ist als weiterer Antragsteller Prof. Dr. Thomas Langmann, Direktor des Lehrstuhls für Experimentelle Immunologie des Auges der Uniklinik Köln, mit seinem Team und als Kollaborationspartner Prof. Dr. Eicke Latz, Direktor des Instituts für Angeborene Immunität des Bonner Uniklinikums, beteiligt.

Kontakt für die Medien:

Prof. Dr. Tim U. Krohne
Universitäts-Augenklinik Bonn
Tel. 0228/287-19839
E-Mail: krohne@uni-bonn.de

Johannes Seiler | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.uni-bonn.de

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