Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Entwicklung einer Kombinationstherapie: Das körpereigene Immunsystem im Kampf gegen Krebs stärken

07.05.2010
Tumore mit der körpereigenen Immunabwehr zu bekämpfen, scheint sich als vielversprechende Methode in der Krebstherapie abzuzeichnen. Ein großer Vorteil sind die geringeren Nebenwirkungen im Vergleich zur Chemotherapie.

Mit dieser sogenannten immunologischen Tumortherapie konnten Mediziner bereits erste Erfolge in der klinischen Erprobung vorweisen. Die Erfolgsrate soll nun durch die Erforschung der Grundlagen dieser Mechanismen deutlich verbessert werden.

Prof. Günter J. Hämmerling und Prof. Bernd Arnold vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg wollen in einem aktuellen Forschungsprojekt klären, wie sich die Einwanderung von Immunzellen in Tumore fördern lässt.

Aus klinischen Studien ist bekannt, dass Patienten, bei denen bestimmte Zellen der Immunabwehr, die so genannten T-Zellen, besonders zahlreich im Tumorgewebe vorkommen, eine bessere Heilungschance haben als Patienten mit einem niedrigeren T-Zell-Aufkommen. Vergleichbares beobachteten Prof. Günter J. Hämmerling und Prof. Bernd Arnold in einem Tumormaus-Modell das Geschwulste an der Bauchspeicheldrüse (Insulinome) ausbildet.

Die Behandlung mit einem Impfstoff gegen die Tumoren oder ein Transfer von tumorreaktiven T-Zellen in die Insulinommäuse reichte allein jedoch nicht aus, um die Tiere zu heilen. Die spezifischen Immunzellen konnten nicht in den Tumor einwandern. Die gewünschte Wirkung brachte erst eine Aktivierung der Blutgefässe des Tumors durch Entzündungsreaktionen – etwa durch Bestrahlung oder die Behandlung mit entzündungsfördernden Stoffen. Auf diese Weise konnten T-Zellen in das Tumorgewebe eindringen und die Tumorzellen zerstören. Prof. Dr. Günter J. Hämmerling resümiert: “Für eine effektive Tumortherapie ist eine Kombination von Immuntherapie und Veränderung des Tumormikromilieus erforderlich“.

Die Forscher wollen diese Erkenntnisse in einem von der Wilhelm Sander-Stiftung geförderten Forschungsprojekt intensiver untersuchen und geeignete Therapieansätze für die klinische Anwendung entwickeln. Dabei verfolgen sie drei Ansätze.

Ein Schwerpunkt liegt auf der Ausarbeitung von punktgenauen Bestrahlungsmethoden. Der Vorteil hierbei ist, dass Kliniken dafür bereits gut ausgerüstet wären. Als weiteren Aspekt wollen die Mediziner die Wirkung von Hemmstoffen auf die Gefäßneubildung erforschen. Erste Beobachtung haben nämlich gezeigt, dass eine Hemmung der übermäßigen Neubildung von Blutgefässen in Tumoren die Einwanderung von Immunzellen begünstigt.

Darüber hinaus wollen die Wissenschaftler sogenannten regulatorischen T-Zellen (Tregs) unter die Lupe nehmen. Vorarbeiten haben gezeigt, dass diese die Einwanderung von Immunzellen beschränken. Nach Entfernung der Tregs wurde eine stark erhöhte Einwanderung gefunden.

Die Untersuchungen erfolgen zum Teil in Zusammenarbeit mit Dr. Philipp Beckhove, Abteilung Translationale Immunologie, DKFZ.

Kontakt:
Prof. Dr. Günter J. Hämmerling, Deutsches Krebsforschungszentrum – DKFZ, Abteilung Molekulare Immunologie; E-Mail: hammerling@dkfz.de

Die Wilhelm Sander-Stiftung fördert dieses Forschungsprojekt mit über 250.000 Euro. Stiftungszweck der Stiftung ist die medizinische Forschung, insbesondere Projekte im Rahmen der Krebsbekämpfung. Seit Gründung der Stiftung wurden dabei insgesamt über 190 Mio. Euro für die Forschungsförderung in Deutschland und der Schweiz bewilligt. Die Stiftung geht aus dem Nachlass des gleichnamigen Unternehmers hervor, der 1973 verstorben ist.

Bernhard Knappe | idw
Weitere Informationen:
http://www.wilhelm-sander-stiftung.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Essigsäure steuert Immunzellen für eine präzise orchestrierte Abwehr
05.08.2020 | Universität Basel

nachricht Den Ursachen von schwarzem Hautkrebs auf der Spur
04.08.2020 | Deutsche Krebshilfe

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Projektabschluss ScanCut: Filigranere Steckverbinder dank Laserschneiden

Eine entscheidende Ergänzung zum Stanzen von Kontakten erarbeiteten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT. Die Aachener haben im Rahmen des EFRE-Forschungsprojekts ScanCut zusammen mit Industriepartnern aus Nordrhein-Westfalen ein hybrides Fertigungsverfahren zum Laserschneiden von dünnwandigen Metallbändern entwickelt, wodurch auch winzige Details von Kontaktteilen umweltfreundlich, hochpräzise und effizient gefertigt werden können.

Sie sind unscheinbar und winzig, trotzdem steht und fällt der Einsatz eines modernen Fahrzeugs mit ihnen: Die Rede ist von mehreren Tausend Steckverbindern im...

Im Focus: ScanCut project completed: laser cutting enables more intricate plug connector designs

Scientists at the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT have come up with a striking new addition to contact stamping technologies in the ERDF research project ScanCut. In collaboration with industry partners from North Rhine-Westphalia, the Aachen-based team of researchers developed a hybrid manufacturing process for the laser cutting of thin-walled metal strips. This new process makes it possible to fabricate even the tiniest details of contact parts in an eco-friendly, high-precision and efficient manner.

Plug connectors are tiny and, at first glance, unremarkable – yet modern vehicles would be unable to function without them. Several thousand plug connectors...

Im Focus: Elektrogesponnene Vliese mit gerichteten Fasern für die Sehnen- und Bänderrekostruktion

Sportunfälle und der demografische Wandel sorgen für eine gesteigerte Nachfrage an neuen Möglichkeiten zur Regeneration von Bändern und Sehnen. Eine Kooperation aus italienischen und deutschen Wissenschaftler*innen forschen gemeinsam an neuen Materialien, um dieser Nachfrage gerecht zu werden.

Dem Team ist es gelungen elektrogesponnene Vliese mit hochgerichteten Fasern zu generieren, die eine geeignete Basis für Ersatzmaterialien für Sehnen und...

Im Focus: New Strategy Against Osteoporosis

An international research team has found a new approach that may be able to reduce bone loss in osteoporosis and maintain bone health.

Osteoporosis is the most common age-related bone disease which affects hundreds of millions of individuals worldwide. It is estimated that one in three women...

Im Focus: Neue Strategie gegen Osteoporose

Ein internationales Forschungsteam hat einen neuen Ansatzpunkt gefunden, über den man möglicherweise den Knochenabbau bei Osteoporose verringern und die Knochengesundheit erhalten kann.

Die Osteoporose ist die häufigste altersbedingte Knochenkrankheit. Weltweit sind hunderte Millionen Menschen davon betroffen. Es wird geschätzt, dass eine von...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Innovationstage 2020 – digital

06.08.2020 | Veranstaltungen

Innovationen der Luftfracht: 5. Air Cargo Conference real und digital

04.08.2020 | Veranstaltungen

T-Shirts aus Holz, Möbel aus Popcorn – wie nachwachsende Rohstoffe fossile Ressourcen ersetzen können

30.07.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Der Türsteher im Gehirn

06.08.2020 | Biowissenschaften Chemie

Kognitive Energiesysteme: Neues Kompetenzzentrum sucht Partner aus Wissenschaft und Wirtschaft

06.08.2020 | Energie und Elektrotechnik

Projektabschluss ScanCut: Filigranere Steckverbinder dank Laserschneiden

06.08.2020 | Verfahrenstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics