Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Brustkrebsdiagnostik: Abklärung im deutschen Mammographie-Screening-Programm hat hohe Qualität

05.09.2012
Die Kooperationsgemeinschaft Mammographie legt den zweiten Qualitätsbericht (2008-2009) vor – nur 1,5 Prozent aller untersuchten Frauen im Screening erhalten die Indikation zur minimal-invasiven Gewebeentnahme (Biopsie). Dabei kommen auf einen gutartigen Befund zwei bestätigte Brustkrebsfälle.

Von 1000 im Screening untersuchten Frauen werden rund 50 Frauen zu einer weiteren Untersuchung einbestellt. In den meisten Fällen kann durch eine zusätzliche mammographische Aufnahme, Ultraschalluntersuchung und Tastuntersuchung Brustkrebs ausgeschlossen werden.

Lediglich bei 15 von 1000 Frauen wird die Indikation zur Biopsie gestellt. Der Verdacht auf Brustkrebs bestätigt sich dann in der Mehrzahl der Fälle. Das Verhältnis von benignen zu malignen Biopsien beträgt im Screening 1:2,3 (für Stanzbiopsie bei Ultraschallkontrolle).

Die hohe Qualität des Programms zeigt sich auch am Anteil der präoperativ gesicherten Karzinome, der mit rund 92 Prozent weit über den mindestens geforderten 70 Prozent liegt (Referenzwerte für Screening-Untersuchungen BMV-Ä/EKV). Damit sind Lage, Größe und Ausmaß des Brustkrebses in der Regel bereits vor der Operation bekannt. Das ist ein großer Vorteil für brustkrebserkrankte Frauen, da Operation und Anschlusstherapie schon vor dem Eingriff, in gemeinsamer Abstimmung zwischen den behandelnden Ärzten und individuell auf die Frau zugeschnitten, geplant werden können.

Der aktuelle Qualitätsbericht belegt, dass sich Bilddiagnostik und Befundung im Mammographie-Screening-Programm auf einem sehr hohen Niveau befinden. Bei 8 von 1000 Frauen wird Brustkrebs entdeckt bei einer relativ geringen Biopsie-Rate. Deutlich höher fallen die Biopsie-Raten für Brustkrebsfrüherkennungs-Untersuchungen mittels Ultraschall (3-fach höher) und Magnetresonanztomographie (10-fach höher) aus. Dadurch wird jedoch in der Regel nur maximal ein zusätzliches Karzinom gefunden.

Das Vertrauen von Frauen in die Qualität des Mammographie-Screening-Programms ist entsprechend hoch. 95 Prozent der wiedereinbestellten Frauen folgen der Einladung zur Abklärung und nehmen dort Bilddiagnostik und Befundung in Anspruch.

Der vollständige Qualitätsbericht ist veröffentlicht unter
www.mammo-programm.de

Hintergrund:
Jährlich erkranken mehr als 72.000 Frauen in Deutschland neu an Brustkrebs (Robert Koch-Institut 2010); rund 17.000 Frauen sterben jedes Jahr daran. Damit ist das Mammakarzinom der häufigste bösartige Tumor bei Frauen. Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken.

Das 2005 eingeführte Mammographie-Screening-Programm wird seit Ende 2009 flächendeckend von 94 Screening-Einheiten angeboten. Jede Frau in Deutschland zwischen 50 und 69 Jahren hat alle zwei Jahre Anspruch auf eine Mammographie-Untersuchung. Etwa jede zweite Frau – rund 54 Prozent – nimmt dieses Angebot zur Früherkennung von Brustkrebs im qualitätsgesicherten Mammographie-Screening-Programm wahr.

Die Kooperationsgemeinschaft Mammographie ist in gemeinsamer Trägerschaft von den gesetzlichen Krankenkassen und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) im August 2003 gegründet worden. Ihre Aufgabe ist die Koordination, Qualitätssicherung und Evaluation des Mammographie-Screening-Programms.

Corinna Heinrich | idw
Weitere Informationen:
http://www.mammo-programm.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Zwei Städte, ein Operationstisch
17.10.2018 | Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

nachricht Antiblockiersystem in Arterien schützt vor Herzinfarkt
16.10.2018 | Eberhard Karls Universität Tübingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Auf dem Weg zu maßgeschneiderten Naturstoffen

Biotechnologen entschlüsseln Struktur und Funktion von Docking Domänen bei der Biosynthese von Peptid-Wirkstoffen

Mikroorganismen bauen Naturstoffe oft wie am Fließband zusammen. Dabei spielen bestimmte Enzyme, die nicht-ribosomalen Peptid Synthetasen (NRPS), eine...

Im Focus: Größter Galaxien-Proto-Superhaufen entdeckt

Astronomen enttarnen mit dem ESO Very Large Telescope einen kosmischen Titanen, der im frühen Universum lauert

Ein Team von Astronomen unter der Leitung von Olga Cucciati vom Istituto Nazionale di Astrofisica (INAF) Bologna hat mit dem VIMOS-Instrument am Very Large...

Im Focus: Auf Wiedersehen, Silizium? Auf dem Weg zu neuen Materalien für die Elektronik

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Polymerforschung (MPI-P) in Mainz haben zusammen mit Wissenschaftlern aus Dresden, Leipzig, Sofia (Bulgarien) und Madrid (Spanien) ein neues, metall-organisches Material entwickelt, welches ähnliche Eigenschaften wie kristallines Silizium aufweist. Das mit einfachen Mitteln bei Raumtemperatur herstellbare Material könnte in Zukunft als Ersatz für konventionelle nicht-organische Materialien dienen, die in der Optoelektronik genutzt werden.

Bei der Herstellung von elektronischen Komponenten wie Solarzellen, LEDs oder Computerchips wird heutzutage vorrangig Silizium eingesetzt. Für diese...

Im Focus: Goodbye, silicon? On the way to new electronic materials with metal-organic networks

Scientists at the Max Planck Institute for Polymer Research (MPI-P) in Mainz (Germany) together with scientists from Dresden, Leipzig, Sofia (Bulgaria) and Madrid (Spain) have now developed and characterized a novel, metal-organic material which displays electrical properties mimicking those of highly crystalline silicon. The material which can easily be fabricated at room temperature could serve as a replacement for expensive conventional inorganic materials used in optoelectronics.

Silicon, a so called semiconductor, is currently widely employed for the development of components such as solar cells, LEDs or computer chips. High purity...

Im Focus: Blauer Phosphor – jetzt erstmals vermessen und kartiert

Die Existenz von „Blauem“ Phosphor war bis vor kurzem reine Theorie: Nun konnte ein HZB-Team erstmals Proben aus blauem Phosphor an BESSY II untersuchen und über ihre elektronische Bandstruktur bestätigen, dass es sich dabei tatsächlich um diese exotische Phosphor-Modifikation handelt. Blauer Phosphor ist ein interessanter Kandidat für neue optoelektronische Bauelemente.

Das Element Phosphor tritt in vielerlei Gestalt auf und wechselt mit jeder neuen Modifikation auch den Katalog seiner Eigenschaften. Bisher bekannt waren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Natürlich intelligent

19.10.2018 | Veranstaltungen

Rettungsdienst und Feuerwehr - Beschaffung von Rettungsdienstfahrzeugen, -Geräten und -Material

18.10.2018 | Veranstaltungen

11. Jenaer Lasertagung

16.10.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Ultraleichte und belastbare HighEnd-Kunststoffe ermöglichen den energieeffizienten Verkehr

19.10.2018 | Materialwissenschaften

IMMUNOQUANT: Bessere Krebstherapien als Ziel

19.10.2018 | Biowissenschaften Chemie

Raum für Bildung: Physik völlig schwerelos

19.10.2018 | Bildung Wissenschaft

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics