Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Brüchige Knochen: Ältere Menschen auf der Leiter sind bei Obstbaumernte besonders gefährdet

13.08.2014

Leiterstürze bei älteren Menschen häufen sich vor allem im Spätsommer. Die Folge sind oftmals Knochenbrüche an Oberschenkel, Becken, Wirbelsäule und Unterarm sowie Schädelhirntraumen.

Insbesondere Osteoporose und die Einnahme von Blutverdünnungsmitteln haben bei Senioren einen großen Einfluss auf die Auswirkungen eines Sturzes. Unfallchirurgen der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie e.V. (DGU) raten, keine unnötigen Gefahren auf der Leiter bei der Obstbaumernte einzugehen und geben Tipps, wie ältere Menschen mit einfachen Vorkehrungen sicherer mobil sein können.

Dazu gehören unter anderem Kreislaufübungen vor dem Leiteraufstieg und die Beachtung von Vorsichtsmaßnahmen.

„Ältere Menschen sind heute erfreulicherweise viel mobiler als früher. Mit den Aktivitäten steigt jedoch auch das Risiko für eine Verletzung, da die Knochen nicht mehr so stabil sind. Insbesondere im Spätsommer haben wir immer wieder ältere Menschen nach einem Leitersturz zu versorgen“, sagt Reinhard Hoffmann, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie.

Eine Osteoporoseerkrankung erhöht das Risiko für Knochenbrüche erheblich. Die zusätzliche Einnahme von Blutverdünnungsmitteln führt häufig zu Gehirn- und Weichteilgewebsblutungen. Auch der Heilungsprozess wird von den zuvor bestehenden meist Mehrfacherkrankungen und einer generellen „Gebrechlichkeit“ stark beeinflusst.

„Die Rekonvaleszenz ist mitunter sehr langwierig und nicht selten mit einer unsicheren Prognose bezüglich der vollständigen Wiederherstellung des Gesundheitszustandes und der sozialen Eingliederung in das gewohnte Umfeld verbunden“, so Hoffmann.

Vor der Unfallversorgung steht für Unfallchirurgen allerdings die Prävention von Verletzungen. Für die Zeit der Obstbaumernte geben Unfallchirurgen folgende Tipps:

• vor dem Leiteraufstieg den Kreislauf mit Gymnastikübungen in Schwung bringen
• insbesondere Greif- und Dehnübungen durchführen (Apfelgreifübungen auf dem Boden)
• festes Schuhwerk auf der Leiter tragen, keine Gartenclogs oder Schlappen
• Leiter wackelfrei positionieren und von einer zweiten Person sichern lassen
• Körper nicht übermäßig von der Leiter wegbewegen, sondern Leiter umstellen, um entferntere Früchte zu erreichen
• eine Hand immer an der Leiter halten, Sammelkorb dazu durch einen Haken an der Leiter oder einem Ast befestigen
• alte Leitern aussortieren
• Klappleitern nutzen, auf Anstellleitern verzichten

Die Unfallchirurgen raten folgenden Personengruppen von einem Leiteraufstieg ab:

• Personen, die zu Schwindel oder kurzen Bewusstseinsaussetzern neigen
• Personen mit kreislaufwirksamen Herzrhythmusstörungen
• Menschen, die an Erkrankungen mit Störungen der Wahrnehmung oder der Motorik leiden

Mit zunehmender Überalterung der Gesellschaft versorgen Unfallchirurgen immer mehr Altersbrüche. Die DGU erwartet eine Verdopplung bis Verdreifachung von Altersbrüchen in den kommenden 20 Jahren. Um dem zukünftigen unfallchirurgischen Versorgungsanstieg mit einer auf Senioren und ihren oftmals bestehenden Mehrfacherkrankungen abgestimmten Versorgung gerecht zu werden, hat die DGU das neue Zertifizierungsverfahren AltersTraumaZentrum DGU® entwickelt. Es bescheinigt die strukturierte Vernetzung von unfallchirurgischer und geriatrischer Kompetenz und damit die Umsetzung von Anforderungen an eine optimale Zusammenarbeit eines interdisziplinären Behandlungsteams sowie die Qualität und Sicherheit der Behandlungsabläufe. Im Juli 2014 hat die DGU mit dem Caritas-Krankenhaus St. Josef in Regensburg die deutschlandweit erste Klinik als AltersTraumaZentrum DGU® zertifiziert.

Pressekontakt für Rückfragen:
Susanne Herda, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) e.V.
Straße des 17. Juni 106-108, 10623 Berlin
Telefon: +49 (0)30 340 60 36 -20 (Durchwahl: -06)
Telefax: +49 (0)30 340 60 36 21
E-Mail: susanne.herda@dgu-online.de
URL: http://www.dgu-online.de

Weitere Informationen:

http://www.alterstraumazentrum-dgu.de
http://www.dgu-online.de

Susanne Herda | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neu entdeckte Erkrankung liefert Ideen, Mukoviszidose besser zu behandeln
04.06.2020 | Westfälische Wilhelms-Universität Münster

nachricht Coronavirus: Reproduktionszahl genauer geschätzt
02.06.2020 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kleines Protein, große Wirkung

In Meningokokken spielt das unscheinbare Protein ProQ eine tragende Rolle. Zusammen mit RNA-Molekülen reguliert es Prozesse, die für die krankmachenden Eigenschaften der Bakterien von Bedeutung sind.

Meningokokken sind Bakterien, die lebensbedrohliche Hirnhautentzündungen und Sepsis auslösen können. Diese Krankheitserreger besitzen ein sehr kleines Protein,...

Im Focus: Small Protein, Big Impact

In meningococci, the RNA-binding protein ProQ plays a major role. Together with RNA molecules, it regulates processes that are important for pathogenic properties of the bacteria.

Meningococci are bacteria that can cause life-threatening meningitis and sepsis. These pathogens use a small protein with a large impact: The RNA-binding...

Im Focus: Magnetische Kristallschichten für den Computer von Morgen

Ist die Elektronik, so wie wir sie kennen, am Ende?

Der Einsatz moderner elektronischer Schaltkreise für immer leistungsfähigere Rechentechnik und mobile Endgeräte stößt durch die zunehmende Miniaturisierung in...

Im Focus: K-State study reveals asymmetry in spin directions of galaxies

Research also suggests the early universe could have been spinning

An analysis of more than 200,000 spiral galaxies has revealed unexpected links between spin directions of galaxies, and the structure formed by these links...

Im Focus: Neue Messung verschärft altes Problem

Seit Jahrzehnten rätseln Astrophysiker über zwei markante Röntgen-Emissionslinien von hochgeladenem Eisen: ihr gemessenes Helligkeitsverhältnis stimmt nicht mit dem berechneten überein. Das beeinträchtigt die Bestimmung der Temperatur und Dichte von Plasmen. Neue sorgfältige, hoch-präzise Messungen und Berechnungen mit modernsten Methoden schließen nun alle bisher vorgeschlagenen Erklärungen für diese Diskrepanz aus und verschärfen damit das Problem.

Heiße astrophysikalische Plasmen erfüllen den intergalaktischen Raum und leuchten hell in Sternatmosphären, aktiven Galaxienkernen und Supernova-Überresten....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Was Salz und Mensch verbindet

04.06.2020 | Veranstaltungen

Gebäudewärme mit "grünem" Wasserstoff oder "grünem" Strom?

26.05.2020 | Veranstaltungen

Dresden Nexus Conference 2020 - Gleicher Termin, virtuelles Format, Anmeldung geöffnet

19.05.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Alternativer Zement - Rezeptur für Öko-Beton

04.06.2020 | Architektur Bauwesen

Was Salz und Mensch verbindet

04.06.2020 | Veranstaltungsnachrichten

Unschuldig und stark oxidierend

04.06.2020 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics