Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sanfte Methode zeigt Leberschäden

12.12.2007
Neues Gerät macht Leberbiopsie meist überflüssig

Leberschäden schnell, schmerzfrei und gefahrlos erkennen - das kann jetzt die Essener Uni-Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie. Dank eines neuen, modernen Diagnosegerätes - dem so genannten Fibroscan.

Bisher war meist eine Leberpunktion notwendig, damit der Arzt Art und Umfang einer Leberschädigung bei seinem Patienten abschätzen konnte. Im Gegensatz hierzu ist jetzt beim Fibroscan kein Eingriff in den Körper mehr notwendig; er funktioniert ähnlich wie ein Ultraschallgerät. Die Hemmschwelle ist dadurch für Arzt und Patient viel geringer, mögliche Leberschädigungen aufzuspüren.

"Hat ein Patient beispielsweise erhöhte Leberwerte, wissen wir jetzt mit Hilfe des Gerätes schon zehn Minuten später näheres zum Ausmaß der Erkrankung, ohne Schmerz- und Blutungsrisiko", erläutert Prof. Guido Gerken, der Direktor der Klinik, die Vorteile des neuen Verfahrens. Nähere Infos unter: 02 01 / 7 23 - 23 90.

Gerade bei Lebererkrankungen ist eine möglichst frühe Diagnose der Erkrankung wichtig. Rund 14.000 Menschen sterben jährlich an einer Vernarbung des Organs, der so genannten Zirrhose, wobei Alkoholmissbrauch und Viren in Deutschland zu den größten Risikofaktoren zählen. "Eine frühzeitige Therapie hat meist einen positiven Einfluss auf den Verlauf der Krankheit", betont Prof. Gerken. Doch leider könne sie lange unbemerkt verlaufen, da der Betroffene zunächst keine Schmerzen habe. Erst wenn das Organ schwer geschädigt, Leber- bereits durch Bindegewebe ersetzt sei, würde der Erkrankte deutliche Symptome spüren. Umso wichtiger sei es, bereits ersten Anzeichen gründlich nachzugehen, um eine Leberfibrose auszuschließen oder möglichst früh behandeln zu können. Wurde eine entsprechende Erkrankung diagnostiziert, helfen dem Patienten regelmäßige Untersuchungen mit dem Fibroscan, den Verlauf der Erkrankung mit wenig Aufwand und ohne Nebenwirkungen zu beobachten. Die dadurch gewonnen Erkenntnisse liefern dann wertvolle Hinweise für die Therapie.

Zum Verfahren: Die Untersuchung mit dem Fibroscan wird ambulant durchgeführt. Dabei wird die Festigkeit der Leber in mindestens zehn Untersuchungsschritten gemessen. Je fester die Leber ist, desto fortgeschrittener ist die Schädigung des Organs. Zu den Ursachen der Erkrankung lässt die Methode zwar keine Aussagen zu, hierfür stehen der Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie weitere Diagnoseverfahren zur Verfügung: Blutuntersuchung, Kernspintomographie, Mini-Laparoskopie oder dann doch die Leberpunktion.

Nähere Informationen:
Prof. Guido Gerken, Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie, Universitätsklinikum Essen, Tel. 02 01 - 36 10, guido.gerken@uk-essen.de

Kristina Gronwald | idw
Weitere Informationen:
http://universitaetsklinikum-essen.de

Weitere Berichte zu: Fibroscan Gastroenterologie Hepatologie Leberschaden Organ

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neue effektive Behandlungsform bei akuter Leukämie
31.07.2020 | Philipps-Universität Marburg

nachricht Schneller Test für neutralisierende Antikörper gegen Sars-Cov-2
30.07.2020 | Ruhr-Universität Bochum

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Künstliche Intelligenz & Einzelzellgenomik: Neue Software sagt das Schicksal einer Zelle vorher

Die Erforschung der Zelldynamik ermöglicht einen tieferen Einblick in die Entstehung und Entwicklung von Zellen sowie ein besseres Verständnis von Krankheitsverläufen. Wissenschaftler des Helmholtz Zentrums München und der Technischen Universität München (TUM) haben „scVelo“ entwickelt – eine auf maschinellem Lernen basierende Methode und Open-Source-Software, welche die Dynamik der Genaktivität in einzelnen Zellen prognostizieren kann. Damit können die Forscher den künftigen Zustand einzelner Zellen vorhersagen.

Herkömmliche Verfahren für die Einzelzellsequenzierung erlauben es, Erkenntnisse über Unterschiede und Funktionen auf zellulärer Ebene zu gewinnen - allerdings...

Im Focus: Perseiden: Die Sternschnuppen-Sommernächte im August

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde (VdS) und des Hauses der Astronomie in Heidelberg -In diesem Jahr wird der Sternschnuppenstrom der Perseiden am Vormittag des 12. August seinen Höhepunkt erreichen. In den Nächten vom 11. auf den 12. und vom 12. auf den 13. August geht der Mond nach Mitternacht auf, so dass die späten Abendstunden nicht vom Mondlicht aufgehellt werden - ideal um nach den Perseiden Ausschau zu halten. Man blickt dazu in Richtung Osten, wo das Sternbild Perseus aufgeht, nach dem diese Sternschnuppen benannt wurden.

Der Hochsommer ist die Zeit der Sternschnuppen: Schon ab Mitte bis Ende Juli tauchen die ersten Sternschnuppen der Perseiden am Himmel auf, die aus dem dem...

Im Focus: Mit dem Lego-Prinzip gegen das Virus

HZDR-Wissenschaftler*innen erhalten millionenschwere Förderung für Corona-Forschung

Um die Corona-Pandemie zu bewältigen, stattet der Freistaat Sachsen ein Forschungsteam um Prof. Michael Bachmann vom Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf...

Im Focus: Im Einsatz für eine Welt ohne Narben

Hinter jeder Narbe steht eine Geschichte. Manchmal ist diese mit einer dramatischen Erfahrung verbunden: schwere Verletzungen, Operationen oder chronische Erkrankungen. Wenn es nach Dr. Yuval Rinkevich ginge, würden wir anstelle von Narben vielmehr über Regeneration sprechen, also der spurenlosen Wundheilung. Damit dies eines Tages Wirklichkeit wird, untersucht Rinkevich mit seinem Team am Helmholtz Zentrum München jeden einzelnen Aspekt der Wundheilung von Säugetieren, beginnend beim Embryo bis hin zum hohen Erwachsenenalter. Yuval Rinkevich erklärt, wie er sich eine Welt ohne Narben vorstellt.

Narben gehören zum natürlichen Wundheilunsgprozess des Körpers nach einer Verletzung. Warum wollen wir sie vermeiden?

Im Focus: TU Graz Forschende modellieren Nanopartikel nach Maß

Sogenannte Core-Shell-Cluster ebnen den Weg für neue effiziente Nanomaterialien, die Katalysatoren, Magnet- und Lasersensoren oder Messgeräte zum Aufspüren von elektromagnetischer Strahlung effizienter machen.

Ob bei innovativen Baustoffen, leistungsfähigeren Computerchips, bei Medikamenten oder im Bereich erneuerbarer Energien: Nanopartikel als kleinste Bausteine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

T-Shirts aus Holz, Möbel aus Popcorn – wie nachwachsende Rohstoffe fossile Ressourcen ersetzen können

30.07.2020 | Veranstaltungen

Städte als zukünftige Orte der Nahrungsmittelproduktion?

29.07.2020 | Veranstaltungen

»Conference on Laser Polishing – LaP 2020«: Der letzte Schliff für Oberflächen

23.07.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Chlamydien: Gierig nach Glutamin

03.08.2020 | Biowissenschaften Chemie

Arzneimittelforschung: Erste rationale Strategie für die Entdeckung von „Molecular Glue Degraders“

03.08.2020 | Biowissenschaften Chemie

Atome beim Fotoshooting

03.08.2020 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics