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Verhütung in Deutschland

30.11.2000


Das beliebteste Verhütungsmittel der Deutschen ist die Pille, auf die regelmäßig mehr als 40 % bei der Verhütung zurückgreifen. Etwa ein Fünftel (19 %) nutzen Kondome. Knapp 12 % von insgesamt 2.400 befragten Personen gaben an, beim Geschlechtsverkehr nicht zu verhüten, obwohl kein Kinderwunsch bestand. Ermittelt wurden diese Ergebnisse von Prof. Dr. Norbert Kluge und Dr. Marion Sonnenmoser von der Forschungsstelle für Sexualwissenschaft und Sexualpädagogik der Universität in Landau in Zusammenarbeit mit dem Umfrageinstitut EMNID. Andere Verhütungsmittel und -methoden wie Diaphragma, Portiokappe, chemische Mittel oder natürliche Methoden wurden nur von sehr wenigen Befragten zur Empfängnisverhütung angewandt. Etwas weiter verbreitet sind Sterilisation (5 %) und die Spirale (3 %).
Die Auswertung der Ergebnisse zeigte auch einen Zusammenhang zwischen dem Alter der Befragten und ihrem Verhütungsverhalten. Die unter 30-Jährigen verwenden deutlich häufiger Kondome (28%), die über 40-Jährigen greifen weniger zur Pille. Mit zunehmendem Alter und verminderter Fruchtbarkeit wird zudem häufiger überhaupt nicht mehr verhütet.

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Unterschiede bestehen auch zwischen einzelnen Bundesländern. Besonders häufig werden Kondome in Schleswig-Holstein (30 %) und Mecklenburg-Vorpommern (25 %) übergestreift, während hier die Rheinland-Pfälzer deutlich zurückhaltender sind (7 %). Umso verbreiteter ist die Pille in Rheinland-Pfalz, die von 60 % der Befragten als häufigstes Verhütungsmittel genannt wurde. Auf der anderen Rheinseite, in Hessen, greifen hingegen weniger als ein Drittel (30 %) zur Pille. Am wenigsten verhütet wird in Thüringen (22 %) und in Mecklenburg-Vorpommern (21 %).
Auch die Schulbildung scheint das Verhütungsverhalten zu beeinflussen. Frauen und Männer mit Hauptschulabschluss verhüten deutlich weniger, obwohl kein Kinderwunsch bestand, als Personen mit einem höheren Schulabschluss, die auch mehr als andere Kondome verwenden.
Eine ausführliche Darstellung der Untersuchungsergebnisse hat die Forschungsstelle für Sexualwissenschaft und Sexualpädagogik ins Internet gestellt: http://fss.uni-landau.de

Tel.-Kontakt:


Prof. Dr. Norbert Kluge, 06341/990-160 oder-162

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Bernd Hegen | idw

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