Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Infektionszunahme auf Intensivstationen

05.07.2000


... mehr zu:
»Infektion »Pilznachweis
Tödliche Pilze

Köln, den 4. Juli 1999 - Mit einem sogenannten "Multivarianzmodell" ist

es möglich, schon am Aufnahmetag anhand der individuellen Risikofaktoren des Patienten, die Wahrscheinlichkeit zu berechnen, ob der Patient während der Intensivtherapie zur Pilz tragenden Gruppe gehört, und ob er ein hohes Risiko trägt, an einer Hautpilzkrankheit zu sterben. Zu diesem Ergebnis kommt Dr. Stefan Willi Mester in einer Studie, die er am Zentrum für Innere Medizin der Universität zu Köln angefertigt hat.

Infektionskrankheiten, die durch Übertragung von Erregern im Krankenhausbereich hervorgerufen werden, kommen in den letzten zwanzig Jahren immer häufiger vor. Pilznachweise bei Intensivpatienten sind nicht nur ein Anzeichen der höheren Sterblichkeit, sondern sie können auch Ursache oder mindestens ein Teil der Ursache der Krankheit und des Todes sein. Deswegen ist es sehr wichtig, die krankhafte Bedeutung eines Pilzes und in diesem Zusammenhang eine Pilzinfektion rechtzeitig zu erkennen.

Hautpilze sind die am meisten vorhandenen Keime und haben eigentlich keine wichtige Bedeutung für eine Krankheit. Das bedeutet, daß eine Besiedlung mit Hautpilzen an verschiedenen Regionen des Körpers nicht unbedingt krankhaft sein muß. Erst dem Beweis einer Infektion mit Pilzen kommt eine therapeutische Bedeutung zu, was für einen Intensivpatienten eine klinische Verschlechterung bedeutet. Jedoch ist charakteristisch für die Hautpilzinfektion, daß sie sich von anderen Infektionen nicht unterscheiden. Doch kann ein Pilznachweis, auch wenn der Pilz nicht genau bestimmt werden kann, als ein Zeichen für die Erkrankungsschwere und indirekt auch für die Voraussage eines Patienten angesehen werden.

Die Untersuchung wurde auf der Intensivstation der Klinik für Innere Medizin der Universität zu Köln an 224 Patienten durchgeführt. Die Patienten wurden 17 Monate beobachtet. Bei mehr als einem Drittel der Patienten konnte ein Pilz nachgewiesen werden. Zwischen dem Intensivaufenthalt und der Infektionszunahme wurde eine Wechselbeziehung gefunden: Je länger der Patient therapiert wurde und verordnete Antibiotika bekam, desto intensiver war die Infektionszunahme. Auch die Sterblichkeit der Patienten mit einem Pilznachweis lag 10 Prozent höher als die Sterblichkeit der Patienten ohne Pilznachweis. Aus diesem Grunde ist eine möglichst frühe Entdeckung eines Pilzbefundes dringlich, und es sollte bei vorliegenden Risikofaktoren zu einer frühzeitigen Therapie oder Behandlung kommen.

Alleine hat ein Hautpilznachweis keine wesentliche Bedeutung. Daher empfiehlt Dr. Mester die Bewertung des Pilzbefalles nach einem festgelegten Schema vorzunehmen. Das Schema orientiert sich an den Nachweisorten wie Blutkultur, an der Anzahl der Nachweisorte und an der Keimzahl an den jeweiligen Nachweisorten (z.B. massenhaft, Nachweis, vereinzelt). Darüber hinaus werden für jeden Pilznachweis die klinischen Daten für den Nachweistag berücksichtigt. Anhand dieser Angaben kann die Zuteilung des Befundes statistisch bestimmt werden.

Verantwortlich: Dr. Wolfgang Mathias

Für Rückfragen steht Ihnen Dr. Salzberger unter der Telefonnummer 0221/478-3745, der Fax-Nummer 0221/478-3470 und unter der Email-Adresse Bernd.Salzberger@uni-koeln.de zur Verfügung.
Unsere Presseinformationen finden Sie auch im World Wide Web (http://www.uni-koeln.de/organe/presse/pi/index.html).

Für die Übersendung eines Belegexemplars waren wir Ihnen dankbar.

Gabriele Rutzen |

Weitere Berichte zu: Infektion Pilznachweis

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht MHH-Forscher entdeckt: Ein Muskelprotein hilft bei der Eizellteilung
14.10.2019 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Forscher entschlüsseln Wirkung von Ebola-Impfstoff - Virologen der Uniklinik Köln identifizieren neue Antikörper
08.10.2019 | Uniklinik Köln

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hohlraum vermittelt starke Wechselwirkung zwischen Licht und Materie

Forschern ist es gelungen, mithilfe eines mikroskopischen Hohlraumes eine effiziente quantenmechanische Licht-Materie-Schnittstelle zu schaffen. Darin wird ein einzelnes Photon bis zu zehn Mal von einem künstlichen Atom ausgesandt und wieder absorbiert. Das eröffnet neue Perspektiven für die Quantentechnologie, berichten Physiker der Universität Basel und der Ruhr-Universität Bochum in der Zeitschrift «Nature».

Die Quantenphysik beschreibt Photonen als Lichtteilchen. Will man ein einzelnes Photon mit einem einzelnen Atom interagieren lassen, stellt dies aufgrund der...

Im Focus: A cavity leads to a strong interaction between light and matter

Researchers have succeeded in creating an efficient quantum-mechanical light-matter interface using a microscopic cavity. Within this cavity, a single photon is emitted and absorbed up to 10 times by an artificial atom. This opens up new prospects for quantum technology, report physicists at the University of Basel and Ruhr-University Bochum in the journal Nature.

Quantum physics describes photons as light particles. Achieving an interaction between a single photon and a single atom is a huge challenge due to the tiny...

Im Focus: Freiburger Forschenden gelingt die erste Synthese eines kationischen Tetraederclusters in Lösung

Hauptgruppenatome kommen oft in kleinen Clustern vor, die neutral, negativ oder positiv geladen sein können. Das bekannteste neutrale sogenannte Tetraedercluster ist der weiße Phosphor (P4), aber darüber hinaus sind weitere Tetraeder als Substanz isolierbar. Es handelt sich um Moleküle aus vier Atomen, deren räumliche Anordnung einem Tetraeder aus gleichseitigen Dreiecken entspricht. Bisher waren neben mindestens sechs neutralen Versionen wie As4 oder AsP3 eine Vielzahl von negativ geladenen Tetraedern wie In2Sb22– bekannt, jedoch keine kationischen, also positiv geladenen Varianten.

Ein Team um Prof. Dr. Ingo Krossing vom Institut für Anorganische und Analytische Chemie der Universität Freiburg ist es gelungen, diese positiv geladenen...

Im Focus: Die schnellste Ameise der Welt - Wüstenflitzer haben kurze Beine, aber eine perfekte Koordination

Silberameisen gelten als schnellste Ameisen der Welt - obwohl ihre Beine verhältnismäßig kurz sind. Daher haben Forschende der Universität Ulm den besonderen Laufstil dieses "Wüstenflitzers" auf einer Ameisen-Rennstrecke ergründet. Veröffentlicht wurde diese Entdeckung jüngst im „Journal of Experimental Biology“.

Sie geht auf Nahrungssuche, wenn andere Siesta halten: Die saharische Silberameise macht vor allem in der Mittagshitze der Sahara und in den Wüsten der...

Im Focus: Fraunhofer FHR zeigt kontaktlose, zerstörungsfreie Qualitätskontrolle von Kunststoffprodukten auf der K 2019

Auf der K 2019, der Weltleitmesse für die Kunststoff- und Kautschukindustrie vom 16.-23. Oktober in Düsseldorf, demonstriert das Fraunhofer-Institut für Hochfrequenzphysik und Radartechnik FHR das breite Anwendungsspektrum des von ihm entwickelten Millimeterwellen-Scanners SAMMI® im Kunststoffbereich. Im Rahmen des Messeauftritts führen die Wissenschaftler die vielseitigen Möglichkeiten der Millimeterwellentechnologie zur kontaktlosen, zerstörungsfreien Prüfung von Kunststoffprodukten vor.

Millimeterwellen sind in der Lage, nicht leitende, sogenannte dielektrische Materialien zu durchdringen. Damit eigen sie sich in besonderem Maße zum Einsatz in...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

13. Aachener Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung – »Collaborate to Innovate: Making the Net Work«

22.10.2019 | Veranstaltungen

Serienfertigung von XXL-Produkten: Expertentreffen in Hannover

22.10.2019 | Veranstaltungen

Digitales-Krankenhaus – wo bleibt der Mensch?

21.10.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Latest News

Kirigami inspires new method for wearable sensors

22.10.2019 | Materials Sciences

3D printing, bioinks create implantable blood vessels

22.10.2019 | Medical Engineering

Ionic channels in carbon electrodes for efficient electrochemical energy storage

22.10.2019 | Power and Electrical Engineering

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics