Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wieder eine gelungene weltweite Premiere

27.11.2000


... mehr zu:
»Fingergelenk »Knorpelzelle
Erstmals gelang Ärzten des Universitätsklinikums Freiburg durch Gewebezüchtung im Labor hergestelltes Fingergelenk einzusetzen

Ärzten der Abteilungen Plastische und Handchirurgie sowie Unfallchirurgie am Universitätsklinikum Freiburg haben nun erstmals weltweit ein durch Gewebezüchtung im Labor hergestelltes Fingergelenk eingesetzt. Das Gelenk wurde gemeinsam von dem Plastischen Chirurgen Dr. Dirk Schaefer und dem Unfallchirurgen Dr. Christof Klemt entwickelt. Bei der Operation ist einem 35jährigen Patienten, der durch einen Unfall das Mittelgelenk seines Mittelfingers verloren hatte - gleichzeitig fehlte der Zeigefinger - eine biologische Gelenkprothese bestehend aus patienteneigenen Knorpel- und Knochenzellen sowie Biomaterialien implantiert worden. Das Gelenkkonstrukt wurde aus Rippenknorpeln und Knochengewebe in anatomischer Form in Kooperation mit dem Freiburger Biotechnologieunternehmen BioTissue Technologies AG (BTT) hergestellt.

Bereits Ende August gelang es einem Ärzteteam an der Abteilung für Plastische und Handchirurgie des Freiburger Universitätsklinikums unter der Leitung des Ärztlichen Direktors, Professor Dr. G. Björn Stark, einem Patienten körpereigene kultivierte Knorpelzellen zur Rekonstruktion eines verstümmelten Ohres erfolgreich einzusetzen. Diese Erfolge basieren auf jahrelanger Forschungstätigkeit der Freiburger Arbeitsgruppe im Bereich Tissue Engineering. Die Gruppe beschäftigt sich mit der Anwendung des Tissue Engineering in zahlreichen Bereichen der rekonstruktiven und plastischen Chirurgie.

Im Falle des nun operativ eingesetzten Gelenkknorpels isolierten die Ärzte zunächst von einer kleinen Gewebeprobe Knorpelzellen. In einem nächsten Schritt brachten sie eine Gelenkfläche auf Knochenträgermaterial auf, das dann ebenfalls durch im Labor vermehrte patienteneigene Knochenzellen besiedelt und außerhalb des Körpers weitergezüchtet wurde. In einer dreistündigen Operation gelang es Schaefer und Klemt, die beiden Hälften des Konstruktes passend aufeinander zu setzen und somit ein Fingergelenk zu rekonstruieren. Die beiden Freiburger Ärzte sind sich sicher, dass eine Abstossungsreaktion nicht zu befürchten ist, da Patientenzellen verwendet wurden, als Trägermaterial für die Knorpelzellen diente Fibrin. Ferner erwarten sie eine reibungslose Bewegung des implantierten Fingergelenks.

Mit dieser neuen Methode sehen die Freiburger Mediziner die Möglichkeit, Gelenke aus Kunststoff zu vermeiden, die gerade bei jungen Patienten problematisch sind. Biologische Gelenke können eine Verbindung zum Knochengewebe eingehen und fest integriert werden. Mögliche Anwendungen ergeben sich insbesondere für die Wiederherstellung von Zerstörten Gelenken nach Unfällen und möglicherweise auch Arthrosen, wobei bei größeren Gelenken noch das Problem der fehlenden Durchblutung zu lösen ist.


Kontakt:

Dr. med. Dirk Schaefer,
Abt. Plastische und Handchirurgie
oder
Dr. med. Christof Klemt
Abt. Unfallchirurgie

Chirurgische Universitätsklinik
Universitätsklinikum Freiburg
Hugstetter Str. 55
79106 Freiburg
Tel. 0761/270-2401
Fax 0761/270-2501

Leiter Kommunikation und Presse Rudolf-Werner Dreier | idw

Weitere Berichte zu: Fingergelenk Knorpelzelle

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Digitaler Zwilling für personalisierte Medizin - Schick den Avatar zum Arzt
12.07.2019 | Empa - Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt

nachricht Umfangreiche genetische Studie klärt Transformation von Vorleukämie zur vollständigen Leukämie auf
12.07.2019 | Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Bessere Wärmeleitfähigkeit durch geänderte Atomanordnung

Die Anpassung der Wärmeleitfähigkeit von Materialien ist eine aktuelle Herausforderung in den Nanowissenschaften. Forschende der Universität Basel haben mit Kolleginnen und Kollegen aus den Niederlanden und Spanien gezeigt, dass sich allein durch die Anordnung von Atomen in Nanodrähten atomare Vibrationen steuern lassen, welche die Wärmeleitfähigkeit bestimmen. Die Wissenschaftler veröffentlichten die Ergebnisse kürzlich im Fachblatt «Nano Letters».

In der Elektronik- und Computerindustrie werden die Komponenten immer kleiner und leistungsfähiger. Problematisch ist dabei die Wärmeentwicklung, die durch...

Im Focus: Better thermal conductivity by adjusting the arrangement of atoms

Adjusting the thermal conductivity of materials is one of the challenges nanoscience is currently facing. Together with colleagues from the Netherlands and Spain, researchers from the University of Basel have shown that the atomic vibrations that determine heat generation in nanowires can be controlled through the arrangement of atoms alone. The scientists will publish the results shortly in the journal Nano Letters.

In the electronics and computer industry, components are becoming ever smaller and more powerful. However, there are problems with the heat generation. It is...

Im Focus: Nanopartikel mit neuartigen elektronischen Eigenschaften

Forscher der FAU haben Konzept zur Steuerung von Nanopartikeln entwickelt

Die optischen und elektronischen Eigenschaften von Aluminiumoxid-Nanopartikeln, die eigentlich elektronisch inert und optisch inaktiv sind, können gesteuert...

Im Focus: First-ever visualizations of electrical gating effects on electronic structure

Scientists have visualised the electronic structure in a microelectronic device for the first time, opening up opportunities for finely-tuned high performance electronic devices.

Physicists from the University of Warwick and the University of Washington have developed a technique to measure the energy and momentum of electrons in...

Im Focus: Neues Verfahren für den Kampf gegen Viren

Forschende der Fraunhofer-Gesellschaft in Sulzbach und Regensburg arbeiten im Projekt ViroSens gemeinsam mit Industriepartnern an einem neuartigen Analyseverfahren, um die Wirksamkeitsprüfung von Impfstoffen effizienter und kostengünstiger zu machen. Die Methode kombiniert elektrochemische Sensorik und Biotechnologie und ermöglicht erstmals eine komplett automatisierte Analyse des Infektionszustands von Testzellen.

Die Meisten sehen Impfungen als einen Segen der modernen Medizin, da sie vor gefährlichen Viruserkrankungen schützen. Doch bevor es ein Impfstoff in die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Testzone für die KI-gestützte Produktion

18.07.2019 | Veranstaltungen

„World Brain Day“ zum Thema Migräne: individualisierte Therapie statt Schmerzmittelübergebrauch

18.07.2019 | Veranstaltungen

Kosmos-Konferenz: Navigating the Sustainability Transformation in the 21st Century

17.07.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vielfältiger einsetzbare Materialien

19.07.2019 | Biowissenschaften Chemie

Regulation des Wurzelwachstums aus der Ferne

19.07.2019 | Biowissenschaften Chemie

Bessere Wärmeleitfähigkeit durch geänderte Atomanordnung

19.07.2019 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics