Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sensor mit Gefühl

11.10.2000


... mehr zu:
»Drucksensor »Tastsensor »Tastsinn
Chirurgen brauchen bei Operationen das richtige Fingerspitzengefühl, um unterschiedliche Gewebestrukturen zu erkennen und das Skalpell exakt zu führen. Bei Schlüsselloch-Operationen können Ärzte ihren Tastsinn jedoch
nicht hinreichend nutzen. Forscher vom Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik IBMT in St. Ingbert arbeiten an einem neuartigen Tastsensor, der ähnlich weich und flexibel wie die menschliche Haut ist. Wird dieser Drucksensor zum Beispiel in ein endoskopisches Instrument eingebaut, kann er zukünftig dazu beitragen, dem Chirurgen wieder ein Tastgefühl zu übermitteln.

Der Tastsensor ist aus zwei übereinander liegenden Folien aufgebaut: Die untere Folie enthält die Elektrodenstrukturen, die den Druck messen. Die Elektroden sind ähnlich wie ineinander greifende Finger angeordnet. Sie berühren sich jedoch nicht es fließt kein Strom. Die obere Folie besteht aus einem isolierenden Material an das stromleitende Silikonkautschuk-Pyramiden angefügt sind. Die Spitze der Pyramiden ist jeweils genau über den Elektrodenstrukturen positioniert. Übt man an einer Stelle Druck auf den Sensor aus, wird die Pyramide auf die untere Folie gepresst und breit gedrückt. Über das leitende Pyramidenmaterial kommen die Elektrodenfinger miteinander in Kontakt. Der Widerstand zwischen den Elektroden nimmt ab und es fließt Strom. Je größer der Druck ist, desto stärker wird auch die Pyramide flachgedrückt. Die Kontaktfläche zwischen den Elektroden nimmt zu und es fließt mehr Strom. »Unter Druckeinwirkung verändert der einzelne Drucksensor seinen elektrischen Widerstand«, erläutert Margit Biehl vom IBMT die Funktionsweise des Tastsensors. »Durch die räumliche Anordnung der Drucksensoren in Form eines Arrays lassen sich dann Druckverteilungen erfassen.«

Der Tastsensor eröffnet zahlreiche neue Anwendungen: Bei minimal-invasiven Operationen könnte er dem Arzt helfen, Gewebeunterschiede zu ertasten. Setzt man den Drucksensor in einen Robotergreifer ein, erhält der Roboter einen Tastsinn. Auch in der Medizintechnik bietet der Sensor neue Möglichkeiten. So könnte er in Prothesen integriert werden. Dann könnten die Menschen auch mit einer künstlichen Hand wieder Gegen-
stände ertasten oder Krümel auf einer Tischdecke fühlen. Doch das ist noch eine Zukunftsvision: Bis der Sensor einsatzreif ist und zum Beispiel in Handprothesen eingebaut werden kann, werden noch etwa zwei Jahre vergehen.

Ansprechpartner:
Margit Biehl
Telefon: 0 68 94/9 80-1 55
Telefax 0 68 94/9 80-4 00
E-Mail: biehl@fhg.de

Margit Biehl |

Weitere Berichte zu: Drucksensor Tastsensor Tastsinn

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Bekannte Arzneimittel – neue Wirkung im Kampf gegen Infektionen?
06.06.2019 | Paul-Ehrlich-Institut - Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel

nachricht Erste zugelassene Gentherapie in der Augenheilkunde am Klinikum der LMU München durchgeführt
05.06.2019 | Klinikum der Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: MPSD-Team entdeckt lichtinduzierte Ferroelektrizität in Strontiumtitanat

Mit Licht lassen sich Materialeigenschaften nicht nur messen, sondern auch verändern. Besonders interessant sind dabei Fälle, in denen eine fundamentale Eigenschaft eines Materials verändert werden kann, wie z.B. die Fähigkeit, Strom zu leiten oder Informationen in einem magnetischen Zustand zu speichern. Ein Team um Andrea Cavalleri vom Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie in Hamburg, hat nun Lichtimpulse aus dem Terahertz-Frequenzspektrum benutzt, um ein nicht-ferroelektrisches Material in ein ferroelektrisches umzuwandeln.

Ferroelektrizität ist ein Zustand, in dem die Atome im Kristallgitter eine bestimmte Richtung "aufzeigen" und dadurch eine makroskopische elektrische...

Im Focus: MPSD team discovers light-induced ferroelectricity in strontium titanate

Light can be used not only to measure materials’ properties, but also to change them. Especially interesting are those cases in which the function of a material can be modified, such as its ability to conduct electricity or to store information in its magnetic state. A team led by Andrea Cavalleri from the Max Planck Institute for the Structure and Dynamics of Matter in Hamburg used terahertz frequency light pulses to transform a non-ferroelectric material into a ferroelectric one.

Ferroelectricity is a state in which the constituent lattice “looks” in one specific direction, forming a macroscopic electrical polarisation. The ability to...

Im Focus: Konzert der magnetischen Momente

Forscher aus Deutschland, den Niederlanden und Südkorea haben in einer internationalen Zusammenarbeit einen neuartigen Weg entdeckt, wie die Elektronenspins in einem Material miteinander agieren. In ihrer Publikation in der Fachzeitschrift Nature Materials berichten die Forscher über eine bisher unbekannte, chirale Kopplung, die über vergleichsweise lange Distanzen aktiv ist. Damit können sich die Spins in zwei unterschiedlichen magnetischen Lagen, die durch nicht-magnetische Materialien voneinander getrennt sind, gegenseitig beeinflussen, selbst wenn sie nicht unmittelbar benachbart sind.

Magnetische Festkörper sind die Grundlage der modernen Informationstechnologie. Beispielsweise sind diese Materialien allgegenwärtig in Speichermedien wie...

Im Focus: Schwerefeldbestimmung der Erde so genau wie noch nie

Forschende der TU Graz berechneten aus 1,16 Milliarden Satellitendaten das bislang genaueste Schwerefeldmodell der Erde. Es liefert wertvolles Wissen für die Klimaforschung.

Die Erdanziehungskraft schwankt von Ort zu Ort. Dieses Phänomen nutzen Geodäsie-Fachleute, um geodynamische und klimatologische Prozesse zu beobachten....

Im Focus: Determining the Earth’s gravity field more accurately than ever before

Researchers at TU Graz calculate the most accurate gravity field determination of the Earth using 1.16 billion satellite measurements. This yields valuable knowledge for climate research.

The Earth’s gravity fluctuates from place to place. Geodesists use this phenomenon to observe geodynamic and climatological processes. Using...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Doc Data – warum Daten Leben retten können

14.06.2019 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - August 2019

13.06.2019 | Veranstaltungen

Künstliche Intelligenz in der Materialmikroskopie

13.06.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

German Innovation Award für Rittal VX25 Schaltschranksystem

14.06.2019 | Förderungen Preise

Fraunhofer SCAI und Uni Bonn zeigen innovative Anwendungen und Software für das High Performance Computing

14.06.2019 | Messenachrichten

Autonomes Premiumtaxi sofort oder warten auf den selbstfahrenden Minibus?

14.06.2019 | Interdisziplinäre Forschung

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics