Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Simpler Bluttest soll Alzheimerrisiko vorhersagen

15.10.2007
Diagnose bisher erst nach dem Tod möglich

Ein einfacher Bluttest könnte in Zukunft verraten, ob ein älterer Mensch später an Alzheimer erkranken wird oder nicht. Ein Forscherteam der Stanford Universität in Kalifornien hat über Monate hinweg das Blut von 40 Alzheimerpatienten und ebenso vielen gesunden Probanden untersucht. Als Ergebnis ihrer Untersuchungen präsentierten die Forscher nun ein Testverfahren, das ein späteres Alzheimer-Leiden bereits zwei bis sechs Jahr im Voraus diagnostizierbar macht.

Der Neurologe Tony Wyss-Coray und seine Kollegen an der Stanford Universität in Kalifornien stellen in der aktuellen Ausgabe des Fachjournals "Nature Medicine" einen simplen Bluttest zur Alzheimerprognose vor. Das bisher noch nicht zugelassene Testverfahren stützt sich dabei auf Eiweißstoffe, die beim Austausch von Botschaften zwischen Zellen eine wichtige Rolle spielen. Das Forscherteam stellte fest, dass die Werte von 18 dieser 120 Kommunikations-Proteine ausreichen, um eine Aussage über das Alzheimerrisiko oder die bereits erfolgte Erkrankung eines Patienten zu treffen. Nach Angaben der Universität Stanford traf die dabei gestellte Prognose in 90 Prozent aller Fälle zu.

Wyss-Coray und sein Team entwickelten den Test anhand von Blutproben 259 älterer Menschen mit milden bis schweren Symptomen. Die 18 entscheidenden Proteine, auf die sich die Untersuchungen konzentrierten, sind vor allem für das Immunsystem und die Blutbildung von entscheidendem Interesse. Wie schon in früheren Studien vermutet, sind es gerade diese Systeme, die sich schon zu einem frühen Zeitpunkt der Alzheimer-Erkrankung verändern. Eine gezielte Beobachtung dieser Bereiche könnte daher auch die Diagnostik des Leidens ermöglichen. Bisher lässt sich eine Erkrankung mit Alzheimer erst durch eine Obduktion - also nach dem Tod - mit Sicherheit feststellen.

Die Forscher hoffen, dass die beobachteten Eiweißstoffe neben der Diagnose zukünftig auch den Weg zur Behandlung der schweren Nervenkrankheit weisen könnten. Eher kritisch sieht dies der Neurologe Reinhold Schmidt im Gespräch mit pressetext: "Das Problem solcher neuen Ansätze liegt zumeist in der spezifischen Verwendung von Biomarkern, die nicht immer das leisten können, was zuvor versprochen wurde." Gleichzeitig sei der präsentierte Ansatz aber interessant und verfolgenswert. Um die Zulassung des Tests voran zu treiben, müssen die Stanford-Ergebnisse nun auch durch andere Labors bestätigt werden. "Der Zulassungsprozess ist ein jahrelanges Verfahren bei dem vor allem auch die klinische Routine des Verfahrens einen zentralen Stellenwert einnimmt", so der Neurologe.

Markus Steiner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.stanford.edu
http://www.nature.com/nm

Weitere Berichte zu: Alzheimer Alzheimerrisiko Bluttest

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Spezialfarbstoff erlaubt völlig neue Einblicke ins Gehirn
16.08.2018 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Keime fliegen mit
16.08.2018 | Friedrich-Schiller-Universität Jena

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Farbeffekte durch transparente Nanostrukturen aus dem 3D-Drucker

Neues Design-Tool erstellt automatisch 3D-Druckvorlagen für Nanostrukturen zur Erzeugung benutzerdefinierter Farben | Wissenschaftler präsentieren ihre Ergebnisse diese Woche auf der angesehenen SIGGRAPH-Konferenz

Die meisten Objekte im Alltag sind mit Hilfe von Pigmenten gefärbt, doch dies hat einige Nachteile: Die Farben können verblassen, künstliche Pigmente sind oft...

Im Focus: Color effects from transparent 3D-printed nanostructures

New design tool automatically creates nanostructure 3D-print templates for user-given colors
Scientists present work at prestigious SIGGRAPH conference

Most of the objects we see are colored by pigments, but using pigments has disadvantages: such colors can fade, industrial pigments are often toxic, and...

Im Focus: Eisen und Titan in der Atmosphäre eines Exoplaneten entdeckt

Forschende der Universitäten Bern und Genf haben erstmals in der Atmosphäre eines Exoplaneten Eisen und Titan nachgewiesen. Die Existenz dieser Elemente in Gasform wurde von einem Team um den Berner Astronomen Kevin Heng theoretisch vorausgesagt und konnte nun von Genfern Astronominnen und Astronomen bestätigt werden.

Planeten in anderen Sonnensystemen, sogenannte Exoplaneten, können sehr nah um ihren Stern kreisen. Wenn dieser Stern viel heisser ist als unsere Sonne, dann...

Im Focus: Magnetische Antiteilchen eröffnen neue Horizonte für die Informationstechnologie

Computersimulationen zeigen neues Verhalten von Antiskyrmionen bei zunehmenden elektrischen Strömen

Skyrmionen sind magnetische Nanopartikel, die als vielversprechende Kandidaten für neue Technologien zur Datenspeicherung und Informationsverarbeitung gelten....

Im Focus: Unraveling the nature of 'whistlers' from space in the lab

A new study sheds light on how ultralow frequency radio waves and plasmas interact

Scientists at the University of California, Los Angeles present new research on a curious cosmic phenomenon known as "whistlers" -- very low frequency packets...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

LaserForum 2018 thematisiert die 3D-Fertigung von Komponenten

17.08.2018 | Veranstaltungen

Aktuelles aus der Magnetischen Resonanzspektroskopie

16.08.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2018

16.08.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Bionik im Leichtbau

17.08.2018 | Verfahrenstechnologie

Klimafolgenforschung in Hannover: Kleine Pflanzen gegen große Wellen

17.08.2018 | Biowissenschaften Chemie

HAWK-Ingenieurinnen und -Ingenieure entwickeln die leichteste 9to-LKW-Achse ihrer Art

17.08.2018 | Messenachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics