Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Notfall Herzinfarkt: Mobiles EKG-Gerät plus Handy rettet Leben

09.04.2002


Die Rettungskette, die bei einem Herzinfarkt mit dem Notarzt beginnt, lässt sich dank moderner Kommunikationstechnik verbessern.

Das zeige seit November 2001 ein entsprechender bayerischer Modellversuch, teilte jüngst die Deutsche Telekom mit, die das Projekt zusammen mit dem Medizintechnik-Anbieter Medtronic unterstützt. Die beiden Unternehmen haben 30 Münchner Krankenwagen mit Handys, Mobilfunkanschlüssen sowie einem mobilen 12-Kanal-EKG Gerät ausgestattet. Das Gerät verfügt sowohl über einen EKG-Monitor zur Diagnose eines möglichen Herzinfarktes als auch über einen Defibrillator. Bei akutem Herzversagen hilft der Defibrillator durch Abgabe eines Elektroschocks, einen plötzlichen Herztod zu verhindern.

Eine Fax-Karte macht das mobile EKG-Gerät zudem datenfunktauglich. Dadurch kann der Arzt bereits vor Ort nicht nur ein 12-Kanal-EKG vom Patienten ableiten und eine erste Diagnose stellen, sondern auch die Ergebnisse per Mobiltelefon direkt in die Klinik senden. Seinen Kollegen im Krankenhaus erlaubt das unmittelbar, die nächsten therapeutischen Schritte gezielt vorzubereiten: „Früher konnten wir mit der Diagnose und der Vorbereitung der Behandlung erst beginnen, wenn der Patient im Krankenhaus eingetroffen war. Jetzt verfügen wir über die entscheidenden Daten, bevor uns der Patient vom Rettungsdienst übergeben wird. Durch die Funkübertragung der EKG-Auswertung gewinnen wir bis zu einer Stunde“, erklärt Dr. Karl-Georg Kanz, Oberarzt am Klinikum Innenstadt der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität. Er ist überzeugt davon, dass das Projekt Schule machen wird – denn im Notfall geht es um Minuten.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: In Deutschland gibt es jährlich bis zu 200.000 Herzinfarkt-Fälle, etwa 70.000 Menschen sterben an den Folgen. Ein Viertel der Infarkt-Patienten stirbt innerhalb der ersten 60 Minuten, ein weiteres Drittel während der ersten 24 Stunden.

Generell gilt: Die besten Überlebenschancen hat, wer innerhalb der ersten zwei bis vier Stunden behandelt wird. „Ursache für den Herzinfarkt ist ein Blutgerinnsel in der Koronararterie“, erklärt Kanz. „Dadurch werden Teile des Herzmuskels nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt und können absterben. Je schneller die Behandlung vorgenommen wird, desto geringer sind die schädlichen Auswirkungen auf das Herzmuskelgewebe. Die Chancen der Genesung steigen damit erheblich.“ Inzwischen nutzt auch das Bayerische Rote Kreuz in den Städten Hof und Rosenheim die neuen Technologien.

Allerdings: Im Notfall sind der Patient und die Menschen in seiner nächsten Umgebung gefragt, rasch und überlegt zu handeln. Kanz rät deshalb, Symptome wie Brustschmerzen, Beklemmungsgefühle beim Atmen und Schweißausbrüche unbedingt ernst zu nehmen und den Notruf zu wählen: „Ist jemand unsicher, sollte er den Rettungsdienst lieber einmal zu viel alarmieren, bevor es dann wirklich knapp wird.“

mc | Bayervital

Weitere Berichte zu: EKG-Gerät Herzinfarkt

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Zwischen Erregung und Hemmung
06.12.2019 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

nachricht Wenn der Rücken vom vielen Sitzen schmerzt
05.12.2019 | Technische Universität Chemnitz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Geminiden - Die Wünsch-dir-was-Sternschnuppen vor Weihnachten

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde (VdS) und des Hauses der Astronomie in Heidelberg - Die Geminiden, die Mitte Dezember zu sehen sind, sind der "zuverlässigste" der großen Sternschnuppen-Ströme mit bis zu 120 Sternschnuppen pro Stunde. Leider stört in diesem Jahr der Mond zur besten Beobachtungszeit.

Sie wurden nach dem Sternbild Zwillinge benannt: Die „Geminiden“ sorgen Mitte Dezember immer für ein schönes Sternschnuppenschauspiel. In diesem Jahr sind die...

Im Focus: Electronic map reveals 'rules of the road' in superconductor

Band structure map exposes iron selenide's enigmatic electronic signature

Using a clever technique that causes unruly crystals of iron selenide to snap into alignment, Rice University physicists have drawn a detailed map that reveals...

Im Focus: Das 136 Millionen Atom-Modell: Wissenschaftler simulieren Photosynthese

Die Umwandlung von Sonnenlicht in chemische Energie ist für das Leben unerlässlich. In einer der größten Simulationen eines Biosystems weltweit haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler diesen komplexen Prozess an einem Bestandteil eines Bakteriums nachgeahmt – am Computer, Atom um Atom. Die Arbeit, die jetzt in der renommierten Fachzeitschrift „Cell“ veröffentlicht wurde, ist ein wichtiger Schritt zum besseren Verständnis der Photosynthese in einigen biologischen Strukturen. An der internationalen Forschungskooperation unter Leitung der University of Illinois war auch ein Team der Jacobs University Bremen beteiligt.

Das Projekt geht zurück auf eine Initiative des inzwischen verstorbenen, deutsch-US-amerikanischen Physikprofessors Klaus Schulten von der University of...

Im Focus: Developing a digital twin

University of Texas and MIT researchers create virtual UAVs that can predict vehicle health, enable autonomous decision-making

In the not too distant future, we can expect to see our skies filled with unmanned aerial vehicles (UAVs) delivering packages, maybe even people, from location...

Im Focus: Freiformflächen bis zu 80 Prozent schneller schlichten: Neue Werkzeuge und Algorithmen für die Fräsbearbeitung

Beim Schlichtfräsen komplexer Freiformflächen können Kreissegment- oder Tonnenfräswerkzeuge jetzt ihre Vorteile gegenüber herkömmlichen Werkzeugen mit Kugelkopf besser ausspielen: Das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen entwickelte im Forschungsprojekt »FlexiMILL« gemeinsam mit vier Industriepartnern passende flexible Bearbeitungsstrategien und implementierte diese in eine CAM-Software. Auf diese Weise lassen sich große frei geformte Oberflächen nun bis zu 80 Prozent schneller bearbeiten.

Ziel im Projekt »FlexiMILL« war es, für die Bearbeitung mit Tonnenfräswerkzeugen nicht nur neue, verbesserte Werkzeuggeometrien zu entwickeln, sondern auch...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

QURATOR 2020 – weltweit erste Konferenz für Kuratierungstechnologien

04.12.2019 | Veranstaltungen

Die Zukunft der Arbeit

03.12.2019 | Veranstaltungen

Intelligente Transportbehälter als Basis für neue Services der Intralogistik

03.12.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vulkan „F“ ist der Ursprung der schwimmenden Steine

09.12.2019 | Geowissenschaften

Magnetschwebetrennung in der Drogenfahndung - Analyse illegaler Substanzen in Pulver durch magnetische Levitation

09.12.2019 | Biowissenschaften Chemie

Luftverschmutzung: IASS legt erstes Emissionsinventar für Nepal vor

09.12.2019 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics