Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Darüber spricht man nicht - oder doch?

11.09.2007
GBE-Heft "Harninkontinenz" erschienen

Harninkontinenz ist ein immer noch sehr tabuisiertes Leiden. Die Fähigkeit zur Blasenkontrolle wird als Meilenstein der kindlichen Entwicklung und als Indikator für die geistigen und sozialen Fähigkeiten einer Person angesehen.

Wer inkontinent ist, also die Blase nicht mehr jederzeit kontrollieren kann, gerät leicht in den Verdacht, auch in der geistigen Leistungsfähigkeit eingeschränkt zu sein und gilt schnell als problematisch im sozialen Umgang. Das neue Heft der Gesundheitsberichterstattung (GBE) mit dem Titel Harninkontinenz fasst auf gut 40 Seiten die wichtigsten Fakten zu Verbreitung, Ursachen, Folgen, Therapie- und Präventionsmöglichkeiten zusammen. Außerdem werden eine Reihe von Vorurteilen und Fehleinschätzungen bei Betroffenen, Medizinern und in der Gesellschaft zu dieser Gesundheitsstörung angesprochen.

Die psychischen und sozialen Folgen von mehr als geringfügiger Inkontinenz können erheblich sein. Dazu gehören Einschränkungen von Alltagsaktivitäten, sozialen Kontakten und Freizeitunternehmungen sowie Belastungen durch Scham- und Minderwertigkeitsgefühle. Insbesondere im Alter kann daraus Vereinsamung und beschleunigter Verfall entstehen. Versuche, das Leiden durch eingeschränkte Flüssigkeitsaufnahme zu beeinflussen, können zu Kreislaufproblemen oder Verwirrtheit führen. Inkontinenz ist zudem ein wesentlicher Grund für Pflegebedürftigkeit, Heimunterbringung und Wundliegen (Dekubitus).

... mehr zu:
»Harninkontinenz »Inkontinenz

Die Ursachen und Risikofaktoren für Harninkontinenz sind vielfältig. Für manche Risikofaktoren lassen sich Präventionsmöglichkeiten ableiten. Vor allem wegen der anatomischen Unterschiede ist bei Frauen Inkontinenz häufiger als bei Männern. Ihr flexiblerer Beckenboden wird zudem durch Schwangerschaften und Entbindungen stark beansprucht. Das Risiko erhöhen auch manche Krankheiten oder die Einnahme bestimmter Medikamente. Auch medizinische Eingriffe wie die in Deutschland sehr verbreitete Gebärmutterentfernung können eine Harninkontinenz fördern. Mit der Lebensweise verbundene Risiken sind zum Beispiel schwere körperliche Belastungen (vor allem schweres Heben), mangelnde körperliche Fitness, starkes Übergewicht und Rauchen. Im Alter gibt es zusätzliche Risiken, wie zum Beispiel Immobilität, funktionale Einschränkungen und Demenz.

Die Häufigkeit von Inkontinenz steigt mit zunehmendem Alter an, insbesondere durch die Häufung von Risikofaktoren. Der Schweregrad der Inkontinenz und das Ausmaß der Beeinträchtigung sind wichtige Kriterien für den Versorgungsbedarf. Von den Befragten, die beim Telefonischen Gesundheitssurvey 2005 des Robert Koch-Institutes angaben, von unfreiwilligem Harnverlust betroffen zu sein, gab der überwiegende Teil geringe bis mäßige Beeinträchtigungen an.

Es gibt gute hausärztliche Behandlungs- und Beratungsmöglichkeiten bei Inkontinenz, für komplizierte Fälle zudem zahlreiche spezialärztliche Methoden. Für einen Therapieversuch mit nicht eingreifenden (nicht invasiven) Methoden ist keine aufwändige oder unangenehme Diagnostik nötig.

Das GBE-Heft Harninkontinenz kann schriftlich kostenlos bestellt werden (Robert Koch-Institut, Gesundheitsberichterstattung, Seestraße 10, 13353 Berlin, E-Mail: gbe@rki.de, Fax: 030-18754-3513) und ist im Internet unter www.rki.de abrufbar.

Herausgeber:
Robert Koch-Institut
Nordufer 20
D-13353 Berlin
Pressestelle:
Susanne Glasmacher
(Pressesprecherin)
Günther Dettweiler
(stellv. Pressesprecher)
Claudia Eitner
Heidi Golisch
Kontakt:
Tel.: 030 18754 -2239, -2562 und -2286
Fax: 030 18754 -2265
E-Mail: presse@rki.de

Susanne Glasmacher | idw
Weitere Informationen:
http://www.rki.de

Weitere Berichte zu: Harninkontinenz Inkontinenz

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Gangmessdaten visualisieren und analysieren
16.07.2018 | Fachhochschule St. Pölten

nachricht „Small meets smaller“ – Nanopartikel beeinflussen Schimmelpilzinfektion der Atemwege
05.07.2018 | Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Im Focus: First evidence on the source of extragalactic particles

For the first time ever, scientists have determined the cosmic origin of highest-energy neutrinos. A research group led by IceCube scientist Elisa Resconi, spokesperson of the Collaborative Research Center SFB1258 at the Technical University of Munich (TUM), provides an important piece of evidence that the particles detected by the IceCube neutrino telescope at the South Pole originate from a galaxy four billion light-years away from Earth.

To rule out other origins with certainty, the team led by neutrino physicist Elisa Resconi from the Technical University of Munich and multi-wavelength...

Im Focus: Magnetische Wirbel: Erstmals zwei magnetische Skyrmionenphasen in einem Material entdeckt

Erstmals entdeckte ein Forscherteam in einem Material zwei unabhängige Phasen mit magnetischen Wirbeln, sogenannten Skyrmionen. Die Physiker der Technischen Universitäten München und Dresden sowie von der Universität zu Köln können damit die Eigenschaften dieser für Grundlagenforschung und Anwendungen gleichermaßen interessanten Magnetstrukturen noch eingehender erforschen.

Strudel kennt jeder aus der Badewanne: Wenn das Wasser abgelassen wird, bilden sie sich kreisförmig um den Abfluss. Solche Wirbel sind im Allgemeinen sehr...

Im Focus: Neue Steuerung der Zellteilung entdeckt

Wenn eine Zelle sich teilt, werden sämtliche ihrer Bestandteile gleichmässig auf die Tochterzellen verteilt. UZH-Forschende haben nun ein Enzym identifiziert, das sicherstellt, dass auch Zellbestandteile ohne Membran korrekt aufgeteilt werden. Ihre Entdeckung eröffnet neue Möglichkeiten für die Behandlung von Krebs, neurodegenerative Krankheiten, Alterungsprozessen und Virusinfektionen.

Man kennt es aus der Küche: Werden Aceto balsamico und Olivenöl miteinander vermischt, trennen sich die beiden Flüssigkeiten. Runde Essigtropfen formen sich,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungen

Conference on Laser Polishing – LaP: Feintuning für Oberflächen

12.07.2018 | Veranstaltungen

Materialien für eine Nachhaltige Wasserwirtschaft – MachWas-Konferenz in Frankfurt am Main

11.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vertikales Begrünungssystem Biolit Vertical Green<sup>®</sup> auf Landesgartenschau Würzburg

16.07.2018 | Architektur Bauwesen

Feinstaub macht Bäume anfälliger gegen Trockenheit

16.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Krebszellen Winterschlaf halten

16.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics