Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kunststoffnetz gegen Zwerchfellbruch

20.08.2007
Chirurgische Universitätsklinik Heidelberg sucht Studienteilnehmer / Vergleich zweier Operationsverfahren

Die Chirurgische Universitätsklinik Heidelberg sucht in Zusammenarbeit mit dem Klinischen Studienzentrum der Chirurgie (KSC) Patientinnen und Patienten, die an einem Zwerchfellbruch leiden, der operiert werden sollte. Mit einer klinischen Studie soll überprüft werden, ob durch die Implantation eines Kunststoffnetzes ein entscheidender Fortschritt bei der Operation von Zwerchfellbrüchen erzielt werden kann.

Große Zwerchfellbrüche sollten in der Regel operiert werden, wenn sie Beschwerden wie Sodbrennen, Aufstoßen, Schwierigkeiten beim Schlucken, wiederholtes Erbrechen, Atemnot und Schmerzen hinter dem Brustbein verursachen. Der Grund dafür liegt darin, dass diese Brüche mit der Zeit immer mehr Probleme machen, so dass die Patienten schließlich in einem Alter zur Operation gezwungen werden, in dem sie nicht mehr so gut belastbar sind. Deshalb sollte die Operation frühzeitig, solange die Patienten sich noch in gutem Allgemeinzustand befinden, durchgeführt werden.

Können Beschwerden und Lebensqualität günstig beeinflusst werden?

Es konnte bereits gezeigt werden, dass bei großen Zwerchfellbrüchen durch die Implantation von Kunststoffnetzen die Rate von Wiederholungsbrüchen gesenkt werden kann. Offen geblieben sind die Fragen, ob damit auch die Beschwerden und die Lebensqualität der Patienten im Langzeitverlauf günstig beeinflusst wird.

Bisher wurden Zwerchfellbrüche meist durch eine Einengung der Zwerchfelllücke und eine Magenmanschette - eine so genannte Fundoplikatio -, die um die untere Speiseröhre gelegt wird, versorgt. "Ziel der Fundoplikatio ist es, das Zurückgleiten des Magens durch die Zwerchfelllücke zu vermeiden und den Schließmuskel der unteren Speiseröhre zu verstärken und damit das Zurückfließen von Magensaft in die Speiseröhre zu verhindern", erklärt Professor Dr. Carsten Gutt, Leiter der Sektion "Minimal Invasive Chirurgie" an der Chirurgischen Universitätsklinik Heidelberg.

Manchmal hat diese Operation jedoch unerwünschte Folgen: Die Patienten sind nicht mehr in der Lage, aufzustoßen oder zu erbrechen. Dies kann zu Magenschmerzen, Blähungen, Durchfall und vermehrtem Windabgang führen. Aus diesem Grund prüft die Heidelberger Studie nun, ob eine Fundoplikatio überhaupt angelegt werden muss, wenn ein Zwerchfellbruch mit einem Kunststoffnetz versorgt wird. Es ist gut denkbar, dass eine kunststoffnetzverstärkte Einengung der Zwerchfelllücke und die Fixation des Mageneingangs unterhalb des Zwerchfells durch flächige Verklebung mit dem Kunststoffnetz für eine dauerhafte Heilung ausreichen.

In der Heidelberger Studie werden zwei Operationsverfahren miteinander verglichen. In jedem Fall wird mittels "Schlüssellochchirurgie" operiert und ein Kunststoffnetz implantiert. Bei der Hälfte der Patienten wird zusätzlich eine Fundoplikatio angelegt, bei der anderen Hälfte wird darauf verzichtet. Um internationalen Wissenschaftsstandards zu genügen, erfahren die Patienten nicht, mit welcher Methode sie operiert werden.

Gesucht werden Patienten und Patientinnen, die älter als 18 Jahre alt sind und an Beschwerden infolge eines Zwerchfellbruches leiden (Sodbrennen, Aufstoßen, Schluckbeschwerden, wiederholtes Erbrechen, Atemnot, Schmerzen).

Interessierte Patienten und Ärzte wenden sich bitte an:

Prof. Dr. Carsten N. Gutt
Leiter der Sektion Minimal Invasive Chirurgie
Chirurgische Universitätsklinik Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 110
69120 Heidelberg
Tel: 06221- 56- 6209
Fax: 06221- 56 -8645
E-Mail: Carsten_Gutt@med.uni-heidelberg.de
Bei Rückfragen von Journalisten:
Dr. Annette Tuffs
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Universitätsklinikums Heidelberg
und der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 672
69120 Heidelberg
Tel.: 06221 / 56 45 36
Fax: 06221 / 56 45 44
E-Mail: Annette_Tuffs(at)med.uni-heidelberg.de
Dr. Annette Tuffs
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Universitätsklinikums Heidelberg
und der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg

Dr. Annette Tuffs | idw
Weitere Informationen:
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/presse

Weitere Berichte zu: Kunststoffnetz Operation Zwerchfellbruch

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Ist Salz besser als sein Ruf?
10.08.2018 | Universitätsspital Bern

nachricht Neue Antigene für Typ-1-Diabetes bestätigt
09.08.2018 | Institut für Diabetesforschung, Helmholtz Zentrum München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Der Roboter als „Tankwart“: TU Graz entwickelt robotergesteuertes Schnellladesystem für E-Fahrzeuge

Eine Weltneuheit präsentieren Forschende der TU Graz gemeinsam mit Industriepartnern: Den Prototypen eines robotergesteuerten CCS-Schnellladesystems für Elektrofahrzeuge, das erstmals auch das serielle Laden von Fahrzeugen in unterschiedlichen Parkpositionen ermöglicht.

Für elektrisch angetriebene Fahrzeuge werden weltweit hohe Wachstumsraten prognostiziert: 2025, so die Prognosen, wird es jährlich bereits 25 Millionen...

Im Focus: Robots as 'pump attendants': TU Graz develops robot-controlled rapid charging system for e-vehicles

Researchers from TU Graz and their industry partners have unveiled a world first: the prototype of a robot-controlled, high-speed combined charging system (CCS) for electric vehicles that enables series charging of cars in various parking positions.

Global demand for electric vehicles is forecast to rise sharply: by 2025, the number of new vehicle registrations is expected to reach 25 million per year....

Im Focus: Der „TRiC” bei der Aktinfaltung

Damit Proteine ihre Aufgaben in Zellen wahrnehmen können, müssen sie richtig gefaltet sein. Molekulare Assistenten, sogenannte Chaperone, unterstützen Proteine dabei, sich in ihre funktionsfähige, dreidimensionale Struktur zu falten. Während die meisten Proteine sich bis zu einem bestimmten Grad ohne Hilfe falten können, haben Forscher am Max-Planck-Institut für Biochemie nun gezeigt, dass Aktin komplett von den Chaperonen abhängig ist. Aktin ist das am häufigsten vorkommende Protein in höher entwickelten Zellen. Das Chaperon TRiC wendet einen bislang noch nicht beschriebenen Mechanismus für die Proteinfaltung an. Die Studie wurde im Fachfachjournal Cell publiziert.

Bei Aktin handelt es sich um das am häufigsten vorkommende Protein in höher entwickelten Zellen, das bei Prozessen wie Zellstabilisation, Zellteilung und...

Im Focus: The “TRiC” to folding actin

Proteins must be folded correctly to fulfill their molecular functions in cells. Molecular assistants called chaperones help proteins exploit their inbuilt folding potential and reach the correct three-dimensional structure. Researchers at the Max Planck Institute of Biochemistry (MPIB) have demonstrated that actin, the most abundant protein in higher developed cells, does not have the inbuilt potential to fold and instead requires special assistance to fold into its active state. The chaperone TRiC uses a previously undescribed mechanism to perform actin folding. The study was recently published in the journal Cell.

Actin is the most abundant protein in highly developed cells and has diverse functions in processes like cell stabilization, cell division and muscle...

Im Focus: Arctic Ocean 2018 - Forscher untersuchen Wolken und Meereis in der Arktis

"Arctic Ocean 2018": So heißt die diesjährige Forschungsexpedition des schwedischen Eisbrechers ODEN in der Arktis, an der auch ein Wissenschaftler der Universität Leipzig beteiligt ist. Noch bis zum 25. September wollen die etwa 40 Forscher an Bord vor allem das mikrobiologische Leben im Ozean und im Meereis untersuchen und wie es mit der Wolkenbildung in der Arktis zusammenhängt.

Während der Fahrt durch die Arktis, die Ende Juli gestartet ist, sollen im Rahmen der Kampagne MOCCHA 2018 (Microbiology-Ocean-Cloud-Coupling in the Hight...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

EEA-ESEM Konferenz findet an der Uni Köln statt

13.08.2018 | Veranstaltungen

Digitalisierung in der chemischen Industrie

09.08.2018 | Veranstaltungen

Herausforderung China – Wissenschaftler aus der ganzen Welt diskutieren miteinander auf UW/H-Tagung

03.08.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Weltkleinster Transistor schaltet Strom mit einzelnem Atom in festem Elektrolyten

13.08.2018 | Energie und Elektrotechnik

Your Smartphone is Watching You: Gefährliche Sicherheitslücken in Tracker-Apps

13.08.2018 | Informationstechnologie

Was wir von Ameisen und Amöben über Koordination und Zusammenarbeit lernen können

13.08.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics