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Weltweit nur drei Geräte: In 20 Sekunden Aufnahmen des ganzen Körpers

27.03.2002


Die nicht invasive Diagnostik von Erkrankungen mit schnellen Schnittbildgebungsverfahren wie der Magnetresonanztomographie und der Computertomographie hat in den letzten Jahren einen riesigen Fortschritt gemacht. Konnten vor wenigen Jahren in einer Untersuchung nur einzelne Körperregionen abgebildet werden, ist es jetzt möglich große Teile des gesamten Körpers in einer Untersuchung schonend zu erfassen.

"Früher erkennen was los ist" ist daher das Leitmotiv zur Einführung zweier Schnittbildgeräte der neuesten Generation.
Bei den Geräten, mit denen in der Diagnostik ein Quantensprung möglich wurde, handelt es sich um einen ultraschnellen Magnetresonanztomographen sowie einen neuen Volumen-Computertomograph, die Herzgefäße, Lunge und Bauchorgane in wenige Sekunden abbilden können. Der neue Mehrschicht-CT-Tomograph Sensation ist weltweit mit Cleveland/USA und Tübingen einer der ersten drei Installationen. Mit diesem Gerät können in weniger als einer Sekunde 16 Schichten des Körpers aufgenommen werden. Damit sind zum Beispiel Untersuchungen der gesamten Lunge in hochauflösender Technik in nur wenigen Sekunden möglich. Durch neue technische Verbesserungen, die teilweise weltweit erstmals am Institut für Klinische Radiologie in München eingesetzt werden, ist es möglich, die Strahlenexposition zum Teil um über 100% zu reduzieren

Der Magnetresonanztomograph Sonata verfügt über die neue 8-Kanal-Technik, mit der eine Gefäßdarstellung der Lunge und der Bauchorgane ebenfalls in nur wenigen Sekunden möglich ist. Hiermit gelingt es, die Gefäße des gesamten Köpers in einer einzigen Untersuchung abzubilden, um Gefäßverengungen frühzeitig zu erkennen.

Mit diesen schnellen Aufnahmetechniken können Datensätze des gesamten menschlichen Körpers in einer einzigen Untersuchung aufgenommen werden. Diese Datensätze lassen sich mit speziellen Nachverarbeitungstechniken weiter bearbeiten. So ist es möglich, dreidimensionale Darstellungen von einzelnen Organen, wie zum Beispiel des Dickdarms (sogenannte virtuelle Coloskopie), der Gefäße (sogenannte virtuelle Angiographie) oder des Tracheobronchialbaums (sogenannte virtuelle Bronchoskopie) zu errechnen. Darüber hinaus können durch die schnelle Akquisition von Bilddaten Funktionsabläufe dargestellt werden. Dazu zählen Darstellungen des schlagenden Herzens in Echtzeit, um frühzeitig Herzerkrankungen mit Auswirkungen auf die Herzfunktion zu erkennen. Ebenfalls ist es möglich, Durchblutung der Organe zu messen oder den Sauerstofftransport in der Lungen zu bestimmen. Ein wesentlicher Vorteil ist hierbei, dass sich mit diesen Techniken immer die genaue Beurteilung der Organmorphologie mit der Darstellung von Funktionsabläufen kombinieren lässt.

Natürlich bringen solche bisher ungeahnten diagnostischen Möglichkeiten Fragen mit sich, wie diese Verfahren optimal in der klinischen Versorgung des Patienten sowie in der Früherkennung von Erkrankungen eingesetzt werden können. Ein Möglichkeit der Anwendung ist die frühe Erkennung von Gefäßkrankheiten. Verschiedene Studien haben gezeigt, dass die rechtzeitige Erkennung von Gefäßverengungen im Bereich der Hals- oder Nierengefäße sowie der Becken/Beinarterien die richtige Therapie ermöglicht und damit schwerwiegende Erkrankungen wie Schlaganfall, Dialysepflichtigkeit mit Niereninsuffizienz oder Extremitätenverlust verhindert. Wichtig ist, dass Patienten, die etwa eine Verengung der Halsschlagadern haben und damit schlaganfallgefährdet sind, auch häufig Verengungen in anderen Gefäßarealen wie etwa der Nierengefäßen haben können, was ein weiteres Risiko für den Patienten darstellt. Allein durch die frühe Therapie solcher Gefäßerkrankungen könnten große Kosten im Gesundheitssystem verhindert werden. Ein weiterer wesentlicher Vorteil ist die umfassende Beurteilung des gesamten Körpers bei malignen Erkrankungen. Ist ein Tumor mit radiologischen Mitteln erkannt, so ist es wesentlich, seine genaue Ausdehnung zu erkennen, aber auch weitere Herde im Körper zu erfassen. Durch die Verwendung dieser neuen Schnittbildverfahren mit hochauflösender Technik können auch kleinere Herde (sogenannte Metastasen) frühzeitig erkannt werden und damit insgesamt die therapeutischen Möglichkeiten verbessert werden. Einige dieser Verfahren sind bereits klinisch etabliert, andere werden derzeit in wissenschaftlichen Studien geprüft und sind teilweise in klinischer Anwendung.

S. Nicole Bongard | idw
Weitere Informationen:
http://www.ikra.med.uni-muenchen.de

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