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Hoher Blutdruck lässt den Kopf nicht schmerzen

26.03.2002


Schwere Kopfschmerzen sind kein Zeichen von Bluthochdruck – wie dies gemeinhin angenommen wird.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie in der Fachzeitschrift „Journal of Neurology, Neurosurgery and Psychiatry“. Wenn überhaupt, dann scheint hoher Blutdruck das Risiko für solche Kopfschmerzen zu reduzieren, fanden die norwegischen Forscher um Dr. Knut Hagen von der Universität in Trondheim.

Die Ergebnisse basieren auf den Blutdruckwerten von mehr als 22.000 Erwachsenen (gemessen zwischen 1984 und 1986), die elf Jahre später auf eine Umfrage zu Kopfschmerzen antworteten. Die Ergebnisse zeigten, dass 28 Prozent der Befragten unter wiederholten Kopfschmerzen litten, davon jeder Vierte unter Migräne. War der systolische Blutdruck (der erste Blutdruckwert) hoch (höher als 150/90 mmHg), war die Kopfschmerzhäufigkeit in allen Altersgruppen um rund 30 Prozent verringert. Menschen, die unter zu hohem Blutdruck litten, hatten demnach weniger Kopfschmerzen als Menschen mit Werten unter 140 mmHg. Je höher der systolische Wert lag, umso geringer war das Kopfschmerzrisiko.

Die Analyse nach den verschiedenen Kopfschmerz-Arten ergab folgendes Bild: Ein hoher systolischer Wert ging mit einem verringerten Risiko für Kopfschmerzen, die nicht der Migräne zuzurechnen sind, einher. Speziell bei Frauen war allerdings das Risiko für Migräne erniedrigt. Für den diastolischen Blutdruck (den zweiten Wert) ließ sich im Prinzip Ähnliches feststellen, nur zur Migräne speziell gab es keine eindeutige Verbindung.

Zudem wollten die Forscher wissen, ob sich eine Behandlung des Bluthochdrucks auf die Kopfschmerzen auswirkt: Als sie die in Therapie befindlichen Bluthochdruck-Patienten aus ihrer Analyse ausschlossen, zeigten sich allerdings keine Unterschiede.

Der hohe Blutdruck reduziere offenbar die Schmerzsensitivität in Gehirn und Rückenmark, erklären sich die Wissenschaftler die Ergebnisse. Bekannt sei das Phänomen als eine mit Bluthochdruck assoziierte verminderte Schmerzempfindlichkeit. Daran beteiligt sei vermutlich das so genannte Baroreflex-System, das den arteriellen Blutdruck in einem engen Bereich reguliert.

Journal of Neurology, Neurosurgery and Psychiatry (2002) Vol. 72, pp. 463 – 466

(mc) |

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