Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Genetische Ursachen der Multiplen Sklerose sollen geklärt werden

13.03.2002


Die genetischen Faktoren, die bei der Entstehung der Multiplen Sklerose eine Rolle spielen, sind bislang weitgehend unbekannt. Wissenschaftler von den Neurologischen Universitätskliniken in Würzburg und Marburg suchen jetzt geeignete Patienten für entsprechende Untersuchungen aus.

Die Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des Zentralen Nervensystems, die nach wie vor eine der häufigsten Ursachen für frühzeitige Arbeitsunfähigkeit darstellt. Die Ursache der Erkrankung ist bisher nicht eindeutig geklärt.

Es wird angenommen, dass die MS durch eine falsch regulierte Immunantwort auf dem Boden einer genetischen Veranlagung entsteht. Zwar ist laut Prof. Dr. Peter Rieckmann von der Neurologischen Klinik der Uni Würzburg kein klassischer Erbgang für die Multiple Sklerose bekannt. Anhand epidemiologischer Untersuchungen und aus Familienstudien sei aber hinreichend belegt, dass sich mit steigendem Verwandtheitsgrad auch das Erkrankungsrisiko erhöht. So wurde bei eineiigen Zwillingen ein gemeinsames Auftreten der Erkrankung von bis zu 30 Prozent nachgewiesen.

Neben einer erblichen Veranlagung spielen laut Dr. Rieckmann auch Umweltfaktoren eine wichtige Rolle. Damit werde unter anderem die weltweit unterschiedliche Häufung der Erkrankung erklärt.

Peter Rieckmann: "Was die Aufklärung der genetischen Ursachen für die MS angeht, so ergeben sich aufgrund der rasanten Entwicklung im Bereich der Genomforschung beim Menschen jetzt neue methodische Ansätze in der Gentechnologie und Bioinformatik." Diese Ansätze sollen in einem gemeinsamen Forschungsprojekt in Würzburg und Marburg verfolgt werden.

An beiden Neurologischen Universitätskliniken bestehen langjährige Erfahrungen in der Forschung über die Entstehung der Multiplen Sklerose. Zunächst gehe es darum, so Rieckmann, Patientenkollektive für genetische Untersuchungen aufzubauen. Diese sollen dann als Grundlage für international konkurrenzfähige Genomprojekte zur Erforschung der MS in Deutschland dienen.

In dem von der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung (Frankfurt/Main) geförderten Projekt werden bei MS-Patienten und Kontrollpersonen nach einheitlichen Kriterien Assoziations- und Kopplungsanalysen für Gene durchgeführt, die für den Krankheitsprozess relevant sind. Ausgehend von den in Würzburg und Marburg gesammelten Erfahrungen ist dann geplant, weitere Zentren in ein bundesweites MS-Genetik-Netzwerk einzubinden. So will man auch in Deutschland wichtige Informationen über die Bedeutung einzelner Kandidatengene für die MS erhalten.

Weitere Informationen: Prof. Dr. Peter Rieckmann, T (0931) 201-23766, Fax (0931) 201-23488, E-Mail: 
p.rieckmann@mail.uni-wuerzburg.de

Robert Emmerich | idw

Weitere Berichte zu: Multiple Sklerose Sklerose

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Die Schurken der Schuppenflechte
20.11.2018 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Mit körpereigenem Protein Herpes bekämpfen
13.11.2018 | Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Nonstop-Transport von Frachten in Nanomaschinen

Max-Planck-Forscher entdecken die Nanostruktur von molekularen Zügen und den Grund für reibungslosen Transport in den „Antennen der Zelle“

Eine Zelle bewegt sich ständig umher, tastet ihre Umgebung ab und sendet Signale an andere Zellen. Das ist wichtig, damit eine Zelle richtig funktionieren kann.

Im Focus: Nonstop Tranport of Cargo in Nanomachines

Max Planck researchers revel the nano-structure of molecular trains and the reason for smooth transport in cellular antennas.

Moving around, sensing the extracellular environment, and signaling to other cells are important for a cell to function properly. Responsible for those tasks...

Im Focus: InSight: Touchdown auf dem Mars

Am 26. November landet die NASA-Sonde InSight auf dem Mars. Erstmals wird sie die Stärke und Häufigkeit von Marsbeben messen.

Monatelanger Flug durchs All, flammender Abstieg durch die Reibungshitze der Atmosphäre und sanftes Aufsetzen auf der Oberfläche – siebenmal ist das Kunststück...

Im Focus: Weltweit erstmals Entstehung von chemischen Bindungen in Echtzeit beobachtet und simuliert

Einem Team von Physikern unter der Leitung von Prof. Dr. Wolf Gero Schmidt, Universität Paderborn, und Prof. Dr. Martin Wolf, Fritz-Haber-Institut Berlin, ist ein entscheidender Durchbruch gelungen: Sie haben weltweit zum ersten Mal und „in Echtzeit“ die Änderung der Elektronenstruktur während einer chemischen Reaktion beobachtet. Mithilfe umfangreicher Computersimulationen haben die Wissenschaftler die Ursachen und Mechanismen der Elektronenumverteilung aufgeklärt und visualisiert. Ihre Ergebnisse wurden nun in der renommierten, interdisziplinären Fachzeitschrift „Science“ veröffentlicht.

„Chemische Reaktionen sind durch die Bildung bzw. den Bruch chemischer Bindungen zwischen Atomen und den damit verbundenen Änderungen atomarer Abstände...

Im Focus: Rasende Elektronen unter Kontrolle

Die Elektronik zukünftig über Lichtwellen kontrollieren statt Spannungssignalen: Das ist das Ziel von Physikern weltweit. Der Vorteil: Elektromagnetische Wellen des Licht schwingen mit Petahertz-Frequenz. Damit könnten zukünftige Computer eine Million Mal schneller sein als die heutige Generation. Wissenschaftler der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) sind diesem Ziel nun einen Schritt nähergekommen: Ihnen ist es gelungen, Elektronen in Graphen mit ultrakurzen Laserpulsen präzise zu steuern.

Eine Stromregelung in der Elektronik, die millionenfach schneller ist als heutzutage: Davon träumen viele. Schließlich ist die Stromregelung eine der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Personalisierte Implantologie – 32. Kongress der DGI

19.11.2018 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz diskutiert digitale Innovationen für die öffentliche Verwaltung

19.11.2018 | Veranstaltungen

Naturkonstanten als Hauptdarsteller

19.11.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Für eine neue Generation organischer Leuchtdioden: Uni Bayreuth koordiniert EU-Forschungsnetzwerk

20.11.2018 | Förderungen Preise

Nonstop-Transport von Frachten in Nanomaschinen

20.11.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie sich ein Kristall in Wasser löst

20.11.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics