Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erfindung aus der Uni kommt auf den Markt

03.05.2007
Vor etwa zwei Jahren stellte Peter Schneider der Öffentlichkeit eine Neuheit vor: Der Medizinprofessor von der Uni Würzburg hatte ein Gerät entwickelt, mit dem sich der Trainingszustand der Muskulatur messen lässt. Die Universität meldete die Erfindung zum Patent an - und hat sie inzwischen auch an den Mann gebracht: Die Soehnle Professional GmbH & Co. KG aus Murrhardt wird das Gerät weltweit vertreiben.

Schneiders Erfindung ist ganz schön ansehnlich geworden. Als Marke Eigenbau - der Professor hatte einen Prototypen konstruiert - sah sie anfangs wie eine einfache Personenwaage aus, verkabelt mit einem Computer. Aber durch die Entwicklungsarbeit der Firma Soehnle Professional erinnert sie jetzt stark an ein Profi-Sportgerät aus dem Fitness-Studio. Und sie hat einen Namen bekommen: Balance-X-Sensor.

Die Person, deren Muskelleistung gemessen werden soll, stellt sich auf eine Bodenplattform und vollführt dort bestimmte Körperübungen, etwa schnelle Kniebeugen. Sensoren in der Plattform registrieren die einwirkenden Kräfte, die Signale gehen an einen PC. Dort werden sie mit einer Software verarbeitet, die ebenfalls auf das Erfinder-Konto von Schneider geht. Auf diese Weise lässt sich der Trainingszustand der schnellen Muskulatur erfassen.

Die Daten sind für Mediziner interessant, denn sie liefern unter anderem Hinweise darauf, ob Gleichgewichtsstörungen zentralnervös oder muskulär bedingt sind. Außerdem geben sie Aufschluss über das Sturzrisiko: Bei etlichen Krankheiten besteht eine erhöhte Gefahr hinzufallen und sich dabei Knochen zu brechen. Das gilt zum Beispiel bei der Muskeldystrophie oder nach Schlaganfällen. In beiden Fällen werden Bizeps & Co. nicht mehr ausreichend von den Nerven stimuliert und bauen darum immer stärker ab. "Je schlechter die Muskelfunktion, desto höher das Risiko für Knochenbrüche", sagt Schneider. Denn Menschen mit mangelhafter Muskulatur können einen Sturz nicht schnell genug verhindern oder fangen ihn schlechter ab.

... mehr zu:
»Erfindung »Muskulatur »SFI

Die Erfindung des Würzburger Professors eignet sich aber nicht nur für Reha und Medizin. Als Ergometer hilft sie auch beim Fitness-Training. So berechnet das Gerät zum Beispiel die Muskelleistung, die jemand beim Hantelstemmen oder bei anderen Aktivitäten vollbringt. Auf diese Weise können Spitzensportler den Erfolg ihres Trainingsprogramms kontrollieren.

Wenn ein Hochschullehrer wie Schneider eine Diensterfindung macht, dann kann die Universität die Rechte daran in Anspruch nehmen. Für die Patentanmeldung sorgen an der Uni Würzburg die Erfinderberater im Servicezentrum Forschung und Innovation (SFI), angesiedelt in der Verwaltung. Das SFI hat in diesem Fall auch den Lizenzvertrag verhandelt und zum Abschluss gebracht.

Auf der Messe Medica in Düsseldorf hat Soehnle Professional den Balance-X-Sensor erstmals dem Fachpublikum präsentiert. Bislang wurden zehn Exemplare hergestellt und verkauft, das Stück für rund 7.000 Euro. Ein vertraglich festgelegter Anteil davon geht an die Universität, die dem Erfinder hiervon wiederum die gesetzliche Erfindervergütung in Höhe von 30 Prozent auszahlt. Demnächst soll das Gerät aus Würzburg bei Soehnle Professional in Serienfertigung gehen.

Weitere Informationen: Prof. Dr. Peter Schneider, T (0931) 201-35873, schneider_p@nuklearmedizin.uni-wuerzburg.de

Servicezentrum Forschung und Innovation (SFI) der Universität, Markus Löffler, T (0931) 31-2895, sfi@zv.uni-wuerzburg.de, http://www.zv.uni-wuerzburg.de/sfi/

Robert Emmerich | idw
Weitere Informationen:
http://www.zv.uni-wuerzburg.de/sfi/

Weitere Berichte zu: Erfindung Muskulatur SFI

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Narkolepsie: Wissenschaftler entlarven den Übeltäter der rätselhaften Schlafkrankheit
20.09.2018 | Universitätsspital Bern

nachricht Virotherapie bei Bauchfellkrebs erfolgreich getestet - Neue biologische Krebstherapie
18.09.2018 | Universitätsklinikum Tübingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie Magnetismus entsteht: Elektronen stärker verbunden als gedacht

Wieso sind manche Metalle magnetisch? Diese einfache Frage ist wissenschaftlich gar nicht so leicht fundiert zu beantworten. Das zeigt eine aktuelle Arbeit von Wissenschaftlern des Forschungszentrums Jülich und der Universität Halle. Den Forschern ist es zum ersten Mal gelungen, in einem magnetischen Material, in diesem Fall Kobalt, die Wechselwirkung zwischen einzelnen Elektronen sichtbar zu machen, die letztlich zur Ausbildung der magnetischen Eigenschaften führt. Damit sind erstmals genaue Einblicke in den elektronischen Ursprung des Magnetismus möglich, die vorher nur auf theoretischem Weg zugänglich waren.

Für ihre Untersuchung nutzten die Forscher ein spezielles Elektronenmikroskop, das das Forschungszentrum Jülich am Elettra-Speicherring im italienischen Triest...

Im Focus: Erstmals gemessen: Wie lange dauert ein Quantensprung?

Mit Hilfe ausgeklügelter Experimente und Berechnungen der TU Wien ist es erstmals gelungen, die Dauer des berühmten photoelektrischen Effekts zu messen.

Es war eines der entscheidenden Experimente für die Quantenphysik: Wenn Licht auf bestimmte Materialien fällt, werden Elektronen aus der Oberfläche...

Im Focus: Scientists present new observations to understand the phase transition in quantum chromodynamics

The building blocks of matter in our universe were formed in the first 10 microseconds of its existence, according to the currently accepted scientific picture. After the Big Bang about 13.7 billion years ago, matter consisted mainly of quarks and gluons, two types of elementary particles whose interactions are governed by quantum chromodynamics (QCD), the theory of strong interaction. In the early universe, these particles moved (nearly) freely in a quark-gluon plasma.

This is a joint press release of University Muenster and Heidelberg as well as the GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt.

Then, in a phase transition, they combined and formed hadrons, among them the building blocks of atomic nuclei, protons and neutrons. In the current issue of...

Im Focus: Der Truck der Zukunft

Lastkraftwagen (Lkw) sind für den Gütertransport auch in den kommenden Jahrzehnten unverzichtbar. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Technischen Universität München (TUM) und ihre Partner haben ein Konzept für den Truck der Zukunft erarbeitet. Dazu zählen die europaweite Zulassung für Lang-Lkw, der Diesel-Hybrid-Antrieb und eine multifunktionale Fahrerkabine.

Laut der Prognose des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur wird der Lkw-Güterverkehr bis 2030 im Vergleich zu 2010 um 39 Prozent steigen....

Im Focus: Extrem klein und schnell: Laser zündet heißes Plasma

Feuert man Lichtpulse aus einer extrem starken Laseranlage auf Materialproben, reißt das elektrische Feld des Lichts die Elektronen von den Atomkernen ab. Für Sekundenbruchteile entsteht ein Plasma. Dabei koppeln die Elektronen mit dem Laserlicht und erreichen beinahe Lichtgeschwindigkeit. Beim Herausfliegen aus der Materialprobe ziehen sie die Atomrümpfe (Ionen) hinter sich her. Um diesen komplexen Beschleunigungsprozess experimentell untersuchen zu können, haben Forscher aus dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) eine neuartige Diagnostik für innovative laserbasierte Teilchenbeschleuniger entwickelt. Ihre Ergebnisse erscheinen jetzt in der Fachzeitschrift „Physical Review X“.

„Unser Ziel ist ein ultrakompakter Beschleuniger für die Ionentherapie, also die Krebsbestrahlung mit geladenen Teilchen“, so der Physiker Dr. Thomas Kluge vom...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

4. BF21-Jahrestagung „Car Data – Telematik – Mobilität – Fahrerassistenzsysteme – Autonomes Fahren – eCall – Connected Car“

21.09.2018 | Veranstaltungen

Forum Additive Fertigung: So gelingt der Einstieg in den 3D-Druck

21.09.2018 | Veranstaltungen

12. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

20.09.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Tiefseebergbau: Forschung zu Risiken und ökologischen Folgen geht weiter

21.09.2018 | Geowissenschaften

4. BF21-Jahrestagung „Car Data – Telematik – Mobilität – Fahrerassistenzsysteme – Autonomes Fahren – eCall – Connected Car“

21.09.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Optimierungspotenziale bei Kaminöfen

21.09.2018 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics