Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Innovatives Verfahren verbessert Strahlentherapie

14.08.2000


... mehr zu:
»IMRT »Prostata »Strahlentherapie
Die "intensitätsmodulierte Strahlentherapie" macht es möglich, Tumore intensiver zu bestrahlen und dennoch akute und chronische Nebenwirkungen zu verringern. Das Verfahren eignet sich auch besonders für
die Behandlung von Prostatakrebs.

MEDIZINISCHE FAKULTÄT DER HUMBOLDT - UNIVERSITÄT ZU BERLIN


Dekanat
Pressereferat-Forschung
Dr. med. Silvia Schattenfroh FON: (030) 450-70-400
Augustenburger Platz 1 FAX: (030) 450-70-940
13 353 Berlin e-mail: silvia.schattenfroh@charite.de

AUS DER MEDIZIN FÜR DIE MEDIEN 30 - 2000

Innovatives Verfahren verbessert Strahlentherapie

An der "Klinik für Strahlentherapie" der Charité, Campus Mitte, (Direktor: Professor Dr. Volker Budach) ist es durch die sogenannten "intensitätsmodulierte Strahlentherapie" (IMRT) seit kurzem möglich, Tumore intensiver als bisher zu bestrahlen und dennoch akute und chronische Nebenwirkungen zu reduzieren.. Mit der IMRT lassen sich die Strahlen besonders eng, wie maßgeschneidert, der Tumorform anpassen. Eine exakt reproduzierbare Lagerung und eine verfeinerte Diagnostik sind allerdings Voraussetzungen für diese Therapieform.
Für die Planung der Bestrahlung werden Detailinformationen aus den bildgebendenden Verfahren der Computertomographie, der Magnetresonanztomographie und der Positronenemissionstomographie auf dem Computerbildschirm zusammengeführt. So erhält man eine millimetergenaues Bild der Tumorausbreitung und jener angrenzenden Gewebe, die noch ein geringes Krebsrisiko tragen. Aus all diesen Daten errechnet der Medizinphysiker dann einen dreidimensionalen Bestrahlungsplan.
Bei den täglichen, bis zu 40 aufeinander folgende Einzelbestrahlungen sind eine Reihe von Qualitätssicherungen eingebaut. Dazu gehört ein an der Strahlenklinik weiterentwickelten Immobilisierungssystemen, das die exakte und bei jeder Sitzung reproduzierbare Lagerung des Patienten ermöglicht.
Die Bestrahlungsfelder werden mit automatisch gesteuerten Blenden ("Multi-Leaf- Kollimatoren") begrenzt. Diese bestehen aus zahlreichen feinen Lamellen in einer Dicke von nur wenigen Millimetern, die mit kleinen Elektromotoren individuell bewegt werden und so jede beliebige Form des Bestrahlungsfeldes erzeugen können. Zusätzlich kann durch Bewegung einzelner Strahlenblenden die Intensität der Strahlung in bestimmten Bereichen des Feldes modifiziert werden. Selbst unregelmäßig geformte Tumore werden so in allen Teilen gleichmäßig und mit hoher Dosis bestrahlt, ohne daß die Toleranz der angrenzenden Organe/Gewebe überschritten und damit deren Funktion beeinträchtigt würde.
Die IMRT unter Einsatz der Multileaf-Kollimatoren wird zur Zeit nur von der Berliner Charité (Campus Mitte), in Helsinki (Finnland) und in Nancy (Frankreich) angeboten. Sie wurde in enger Kooperation mit der Firma "Varian" entwickelt.
Seit Kurzem wird die IMRT " in der Charité auch routinemäßig zur Behandlung der frühen Stadien (T1, T2) des Prostatakarzinoms als Konkurrenzverfahren zur radikalen chirurgischen Entfernung der Prostata und der sogenannten "interstitiellen Palladiumsspickung eingesetzt. Hiermit können trotz Dosiserhöhung (auf insgesamt 82 Gy) in der Prostata die umliegenden gesunden Gewebe - wie Dickdarm und Harnblase - weitestgehend von den früher häufig beobachteten Komplikationen verschont bleiben. Die zu erwartenden akuten Nebenwirkungen sind gering ausgeprägt und bilden sich nach Abschluss der Strahlentherapie gewöhnlich zurück. Silvia Schattenfroh.

Dr. med. Silvia Schattenfroh |

Weitere Berichte zu: IMRT Prostata Strahlentherapie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Jenaer Sepsisexperten erforschen im EU-Verbund personalisierte Immuntherapie bei Sepsis
11.02.2020 | Universitätsklinikum Jena

nachricht Maßgeschneiderte Immuntherapie bei Sepsis
10.02.2020 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lichtpulse bewegen Spins von Atom zu Atom

Forscher des Max-Born-Instituts für Nichtlineare Optik und Kurzpulsspektroskopie (MBI) und des Max-Planck-Instituts für Mikrostrukturphysik haben durch die Kombination von Experiment und Theorie die Frage gelöst, wie Laserpulse die Magnetisierung durch ultraschnellen Elektronentransfer zwischen verschiedenen Atomen manipulieren können.

Wenige nanometerdünne Filme aus magnetischen Materialien sind ideale Testobjekte, um grundlegende Fragestellungen des Magnetismus zu untersuchen. Darüber...

Im Focus: Freiburg researcher investigate the origins of surface texture

Most natural and artificial surfaces are rough: metals and even glasses that appear smooth to the naked eye can look like jagged mountain ranges under the microscope. There is currently no uniform theory about the origin of this roughness despite it being observed on all scales, from the atomic to the tectonic. Scientists suspect that the rough surface is formed by irreversible plastic deformation that occurs in many processes of mechanical machining of components such as milling.

Prof. Dr. Lars Pastewka from the Simulation group at the Department of Microsystems Engineering at the University of Freiburg and his team have simulated such...

Im Focus: Transparente menschliche Organe ermöglichen dreidimensionale Kartierungen auf Zellebene

Erstmals gelang es Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, intakte menschliche Organe durchsichtig zu machen. Mittels mikroskopischer Bildgebung konnten sie die zugrunde liegenden komplexen Strukturen der durchsichtigen Organe auf zellulärer Ebene sichtbar machen. Solche strukturellen Kartierungen von Organen bergen das Potenzial, künftig als Vorlage für 3D-Bioprinting-Technologien zum Einsatz zu kommen. Das wäre ein wichtiger Schritt, um in Zukunft künstliche Alternativen als Ersatz für benötigte Spenderorgane erzeugen zu können. Dies sind die Ergebnisse des Helmholtz Zentrums München, der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) und der Technischen Universität München (TUM).

In der biomedizinischen Forschung gilt „seeing is believing“. Die Entschlüsselung der strukturellen Komplexität menschlicher Organe war schon immer eine große...

Im Focus: Skyrmions like it hot: Spin structures are controllable even at high temperatures

Investigation of the temperature dependence of the skyrmion Hall effect reveals further insights into possible new data storage devices

The joint research project of Johannes Gutenberg University Mainz (JGU) and the Massachusetts Institute of Technology (MIT) that had previously demonstrated...

Im Focus: Skyrmionen mögen es heiß – Spinstrukturen auch bei hohen Temperaturen steuerbar

Neue Spinstrukturen für zukünftige Magnetspeicher: Die Untersuchung der Temperaturabhängigkeit des Skyrmion-Hall-Effekts liefert weitere Einblicke in mögliche neue Datenspeichergeräte

Ein gemeinsames Forschungsprojekt der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) und des Massachusetts Institute of Technology (MIT) hat einen weiteren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Chemnitzer Linux-Tage am 14. und 15. März 2020: „Mach es einfach!“

12.02.2020 | Veranstaltungen

4. Fachtagung Fahrzeugklimatisierung am 13.-14. Mai 2020 in Stuttgart

10.02.2020 | Veranstaltungen

Alternative Antriebskonzepte, technische Innovationen und Brandschutz im Schienenfahrzeugbau

07.02.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Erste Untersuchungsergebnisse zum "Sensations-Meteoritenfall" von Flensburg

17.02.2020 | Geowissenschaften

Lichtpulse bewegen Spins von Atom zu Atom

17.02.2020 | Physik Astronomie

Freiburger Forscher untersucht Ursprünge der Beschaffenheit von Oberflächen

17.02.2020 | Materialwissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics