Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Proteinmuster des Urins erlauben die Früherkennung lebensbedrohender Komplikationen nach Stammzelltransplantation

29.03.2007
Die allogene Stammzelltransplantation wird mit großem Erfolg zur Behandlung von bösartigen Erkrankungen des Blut bildenden Systems eingesetzt (Leukämien, Lymphome etc.).

Trotz der guten Heilungschancen birgt der Einsatz Risiken durch schwer wiegende Komplikationen wie die GvHD (Spender gegen Empfänger Erkrankung), bei der die Zellen aus dem Transplantat die gesunden Organe des Empfängers angreifen und schwer schädigen können. Die Diagnose einer solchen Komplikation erfolgt meist klinisch durch die Untersuchung von kleinen Gewebeproben, die aus den befallenen Organen (Haut, Darm, Leber etc.) entnommen werden.

In Hannover hat sich ein Forschungsteam unter der Leitung von Frau Prof. Dr. Eva Mischak-Weissinger und Herrn Prof. Dr. Arnold Ganser zum Ziel gesetzt, diese Untersuchung mit Hilfe von Harnproben von Patienten durchzuführen, um die Entwicklung einer GvHD deutlich früher zu erkennen und rechtzeitig eine entsprechende Therapie einzuleiten. Das Projekt wurde mit 240.000,- Euro von der Deutschen José Carreras Leukämie-Stiftung gefördert.

Neue Entwicklungen im Rahmen der Proteinanalyse erlauben die rasche und reproduzierbare Analyse sämtlicher Polypeptide (Proteine) in biologischen Proben. Unter Anwendung einer bisher einzigartigen Methode, die viele Proteine im Urin gleichzeitig nachweisen kann und durch geeignete Computerprogramme eine Erstellung von Mustern zulässt, hat das Forscherteam Messungen im Urin von 141 Patienten nach allogener Stammzelltransplantation durchgeführt. Die Forscher haben an Hand einer kleinen Gruppe von Patienten (10 mit GvHD, 20 ohne GvHD zum selben Zeitpunkt) ein Muster etabliert, welches spezifisch für die Vorhersage des Auftretens einer akuten GvHD ist. Dieses Muster wurde in einer prospektiven, geblindeten Studie auf die Messungen von Urin der 141 Patienten aus fünf unterschiedlichen Kliniken angewendet und seine Einsatztauglichkeit im klinischen Alltag geprüft. Die Vorhersage der Entwicklung einer GvHD (> grad II, schwerere Verlaufsformen) liegt bei 83%. Der Einsatz der Proteinanalyse eröffnet daher die Möglichkeit, die Entwicklung einer GvHD deutlich vor dessen klinischer Manifestation zu erkennen. Der Arzt kann die entsprechende Therapie frühzeitig beginnen, den Therapieerfolg kontrollieren und somit auch die Therapie im Verlauf individuell anpassen. Darüber hinaus erlaubt die Methode, Proteine zu identifizieren, die für die Pathophysiologie der GvHD bedeutsam sind, und liefert damit die Grundlage für die Entwicklung neuartiger Therapiekonzepte.

Diese Arbeit wurde am 4. März 2007 in der Zeitschrift BLOOD online publiziert. Der Originalartikel wird voraussichtlich im Juni 2007 in Druck erscheinen.

Der spanische Tenor gründete 1995 die Deutsche José Carreras Leukämie-Stiftung e.V. - aus Dankbarkeit dafür, dass er selbst seine Leukämie-Erkrankung nach einer Stammzelltransplantation überwunden hat. Die Stiftung förderte bislang über 500 Projekte. Dazu gehören die Förderung von Wissenschaft und Forschung, die Finanzierung von Strukturmaßnahmen, wie zum Beispiel der Bau von Transplantationseinheiten, Tageskliniken oder Rehabilitationszentren, und die Unterstützung von Selbsthilfegruppen und Elterninitiativen. Weitere Informationen und Einblicke in die Projekte gibt es unter www.carreras-stiftung.de.

Spendenkonto:
Dresdner Bank AG
BLZ: 700 800 00
Konto: 319 966 601
Weitere Informationen:
Deutsche José Carreras Leukämie-Stiftung e. V.
Anne Rein
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel: 089 / 27 29 04 - 40
E-Mail: presse@carreras-stiftung.de
Medizinische Hochschule Hannover
Simone Corpus
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel: 0511 / 532 - 6774
E-Mail: corpus.simone@mh-hannover.de

Stefan Zorn | idw
Weitere Informationen:
http://www.mh-hannover.de/

Weitere Berichte zu: GVHD Komplikation Leukämie-Stiftung Protein Stammzelltransplantation Urin

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Modernste Diagnostik eröffnet neue Perspektiven für eine "personalisierte“ Medizin
14.08.2018 | Universitätsklinikum Magdeburg

nachricht Ist Salz besser als sein Ruf?
10.08.2018 | Universitätsspital Bern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue interaktive Software: Maschinelles Lernen macht Autodesigns aerodynamischer

Neue Software verwendet erstmals maschinelles Lernen um Strömungsfelder um interaktiv designbare 3D-Objekte zu berechnen. Methode wird auf der renommierten SIGGRAPH-Konferenz vorgestellt

Wollen Ingenieure oder Designer die aerodynamischen Eigenschaften eines neu gestalteten Autos, eines Flugzeugs oder anderer Objekte testen, lassen sie den...

Im Focus: New interactive machine learning tool makes car designs more aerodynamic

Scientists develop first tool to use machine learning methods to compute flow around interactively designable 3D objects. Tool will be presented at this year’s prestigious SIGGRAPH conference.

When engineers or designers want to test the aerodynamic properties of the newly designed shape of a car, airplane, or other object, they would normally model...

Im Focus: Der Roboter als „Tankwart“: TU Graz entwickelt robotergesteuertes Schnellladesystem für E-Fahrzeuge

Eine Weltneuheit präsentieren Forschende der TU Graz gemeinsam mit Industriepartnern: Den Prototypen eines robotergesteuerten CCS-Schnellladesystems für Elektrofahrzeuge, das erstmals auch das serielle Laden von Fahrzeugen in unterschiedlichen Parkpositionen ermöglicht.

Für elektrisch angetriebene Fahrzeuge werden weltweit hohe Wachstumsraten prognostiziert: 2025, so die Prognosen, wird es jährlich bereits 25 Millionen...

Im Focus: Robots as 'pump attendants': TU Graz develops robot-controlled rapid charging system for e-vehicles

Researchers from TU Graz and their industry partners have unveiled a world first: the prototype of a robot-controlled, high-speed combined charging system (CCS) for electric vehicles that enables series charging of cars in various parking positions.

Global demand for electric vehicles is forecast to rise sharply: by 2025, the number of new vehicle registrations is expected to reach 25 million per year....

Im Focus: Der „TRiC” bei der Aktinfaltung

Damit Proteine ihre Aufgaben in Zellen wahrnehmen können, müssen sie richtig gefaltet sein. Molekulare Assistenten, sogenannte Chaperone, unterstützen Proteine dabei, sich in ihre funktionsfähige, dreidimensionale Struktur zu falten. Während die meisten Proteine sich bis zu einem bestimmten Grad ohne Hilfe falten können, haben Forscher am Max-Planck-Institut für Biochemie nun gezeigt, dass Aktin komplett von den Chaperonen abhängig ist. Aktin ist das am häufigsten vorkommende Protein in höher entwickelten Zellen. Das Chaperon TRiC wendet einen bislang noch nicht beschriebenen Mechanismus für die Proteinfaltung an. Die Studie wurde im Fachfachjournal Cell publiziert.

Bei Aktin handelt es sich um das am häufigsten vorkommende Protein in höher entwickelten Zellen, das bei Prozessen wie Zellstabilisation, Zellteilung und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Das Architekturmodell in Zeiten der Digitalen Transformation

14.08.2018 | Veranstaltungen

EEA-ESEM Konferenz findet an der Uni Köln statt

13.08.2018 | Veranstaltungen

Digitalisierung in der chemischen Industrie

09.08.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Kleine Helfer bei der Zellreinigung

14.08.2018 | Biowissenschaften Chemie

Neue Oberflächeneigenschaften für holzbasierte Werkstoffe

14.08.2018 | Materialwissenschaften

Fraunhofer IPT unterstützt Zweitplatzierten bei SpaceX-Wettbewerb

14.08.2018 | Förderungen Preise

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics