Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Menstruationszyklus wirkt sich auf Leistungen aus

18.01.2001


Den berühmten kleinen Unterschied, Gegenstand zahlloser Witze und hartnäckiger Vorurteile, haben die RUB-Biopsychologen Prof. Dr. Onur Güntürkün und Dr. Markus Hausmann zusammen mit Forschern der Universität
Utrecht (NL) nun näher erforscht: Sexualhormone scheinen für Unterschiede zwischen Männern und Frauen in räumlichen und anderen kognitiven Fähigkeiten verantwortlich zu sein. Tests mit Probandinnen in verschiedenen Phasen ihres Menstruationszyklus ergaben unterschiedliche Ergebnisse, die vom Hormonspiegel abhängig sind. Darüber berichten die Wissenschaftler in der soeben erschienenen "Behavioral Neuroscience", 114, S. 1245-1250.

Männliche und weibliche Stärken

Von Geschlechtsunterschieden in kognitiven Fähigkeiten berichten viele experimentelle Studien. Zwar überschneiden sich die Fähigkeiten von Männern und Frauen größtenteils, aber Frauen zeigen in spezifischen Aspekten der sprachlichen Kompetenz durchschnittlich bessere Leistungen als Männer - Männer hingegen durchschnittlich bessere Leistungen in Aufgaben zum räumlichen Vorstellungsvermögen. Die Wissenschaftler interessierte nun die Rolle der Sexualhormone, besonders Östradiol und Testosteron. Um ihnen auf die Spur zu kommen, stellten sie 12 Probandinnen in unterschiedlichen Phasen ihres Zyklus kognitive Aufgaben. Da der Hormonspiegel im Zyklusverlauf stark variiert, vermuteten sie, auch starke Variationen insbesondere in räumlichen Fähigkeiten zu finden.

Bessere Leistungen während der Menstruation

Die Frauen mussten eine Aufgabe lösen, bei der sie dreidimensionale Würfelfiguren mental drehen mussten. Und tatsächlich schnitten sie während ihrer Menstruation (2. Zyklustag) besser ab als in der Phase nach dem Eisprung (22. Tag). Hohe Konzentrationen von Testosteron in Verbindung mit niedrigen Östrogenspiegeln sind für diese Leistungssteigerung verantwortlich. In zweidimensionalen Tests fand sich dieses Ergebnis nicht.

Keine Sorge: Übung macht den Meister

Frauen sollten sich aber trotzdem keine Sorgen machen, denn: Im Alltag äußert sich dieser Effekt normalerweise nicht. Nur in Situationen, in denen das dreidimensionale Vorstellungsvermögen besonders gefordert wird, etwa beim Medizinertest. Außerdem können sie durch Training die hormonbedingten Defizite ausgleichen, was z. B. für die Pilotinnenausbildung wichtig ist. Gut zu wissen: die "Einparkfähigkeit" von Frauen wird durch die zyklusbedingten Hormonschwankungen nicht beeinflusst...

Weiteren Informationen

Dr. Markus Hausmann, Fakultät für Psychologie der Ruhr-Universität, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-24323, Fax: 0234/32-14-377, E-Mail: markus.hausmann@ruhr-uni-bochum.de

Dr. Josef König | idw

Weitere Berichte zu: Menstruationszyklus Sexualhormon

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Gangmessdaten visualisieren und analysieren
16.07.2018 | Fachhochschule St. Pölten

nachricht „Small meets smaller“ – Nanopartikel beeinflussen Schimmelpilzinfektion der Atemwege
05.07.2018 | Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Im Focus: First evidence on the source of extragalactic particles

For the first time ever, scientists have determined the cosmic origin of highest-energy neutrinos. A research group led by IceCube scientist Elisa Resconi, spokesperson of the Collaborative Research Center SFB1258 at the Technical University of Munich (TUM), provides an important piece of evidence that the particles detected by the IceCube neutrino telescope at the South Pole originate from a galaxy four billion light-years away from Earth.

To rule out other origins with certainty, the team led by neutrino physicist Elisa Resconi from the Technical University of Munich and multi-wavelength...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungen

Conference on Laser Polishing – LaP: Feintuning für Oberflächen

12.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Optische Kontrolle von Herzfrequenz oder Insulinsekretion durch lichtschaltbaren Wirkstoff

17.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Umweltressourcen nachhaltig nutzen

17.07.2018 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Textilien 4.0: Smarte Kleidung und Wearables als Innovation

17.07.2018 | Innovative Produkte

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics