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Prothese und Pille in einem: "Stents" halten Herzkranzgefäße offen

01.02.2007
Die röhrenförmigen Gefäßstützen wirken mechanisch und durch die Abgabe von Medikamenten. Durch ihren zielgenauen Einsatz können Ulmer Kardiologen Verengungen im Herzkranzgefäß optimal behandeln.
Hintergrundinformationen zum Tag der Gesundheitsforschung am 24./25.2.2007
Thema: Herz, Motor des Lebens
Das Prinzip klingt einfach und genial: Ist ein Blutgefäß verstopft, schiebt man eine Stütze hinein, die das Gefäß für den lebenswichtigen Blutdurchfluss offenhält. Mediziner nennen diese Stütze "Stent". Besonders häufig werden Stents in verengte Herzkranzgefäße eingesetzt, um die Blutversorgung des Herzens zu gewährleisten - zum Beispiel bei einem Herzinfarkt. Das geniale Prinzip hat jedoch ein Problem: Im Bereich des stützenden Stents bilden sich im Rahmen der Einheilung mitunter erneut Verengungen in den Arterien. Verhindern soll das eine neue Generation von Stents, die Medikamente abgibt.

Es gibt zwei Wirkmechanismen für die von den Stents freigesetzten Medikamente: Sie wirken entzündungshemmend oder sie bremsen das Gewebewachstum. Je nachdem, welche Grunderkrankung ein Patient hat und welche Nebenleiden bestehen, wählen die Ulmer Kardiologen die wirksamste Therapie aus. Mit Hilfe eines detaillierten Dokumentationssystems präzisieren und verfeinern sie Diagnosen und Therapien. Bei normalen Stents bildeten sich in etwa 30 Prozent der Fälle neue Verengungen, von denen wiederum die Hälfte in einem erneuten Eingriff erweitert werden musste. Dank des passgenauen Einsatzes medikamenten-freisetzenden Stents bilden sich nur noch in etwa 15 Prozent neue Verengungen, von denen wiederum nur die Hälfte eine erneute Behandlung verlangt.

Die Kardiologie der Ulmer Universitätsklinik ist renommierte Anlaufstelle für Patienten mit komplizierten Erkrankungen in den Herzkranzgefäßen. "Viele Patienten wenden sich auch direkt an uns, um vor einer geplanten Bypassoperation am Herzen eine zweite Meinung zu erhalten", erklärt PD Dr. Jochen Wöhrle, Leiter der Herzkatheterlabore. "Mit den an der Universitätsklinik Ulm vorhandenen Techniken können wir dann oft die Herzoperation vermeiden und die betreffenden Stellen komplett durch die weniger invasive Herzkathetertechnik behandeln", so Wöhrle weiter. Die Kardiologie gehört zur Universitätsklinik für Innere Medizin II und steht unter der Leitung von Prof. Dr. Vinzenz Hombach.

Ansprechpartner ist PD Dr. Jochen Wöhrle, Tel: 0731 - 500 45001

Die Ulmer Universitätsklinik für Innere Medizin II bietet zum Tag der Gesundheitsforschung im Ulmer Stadthaus ein spannendes Programm rings um das Herz an. Das genaue Programm finden Sie im angegebenen Internet-Link.

Petra Schultze
Universitätsklinikum Ulm
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Albert-Einstein-Allee 29
89081 Ulm
Tel: 0731 - 500 43025
Fax: 0731 - 500 43026
E-Mail: petra.schultze@uniklinik-ulm.de

Petra Schultze | idw
Weitere Informationen:
http://www.tag-der-gesundheitsforschung.de/741_746.php
http://www.uniklinik-ulm.de/struktur/kliniken/innere-medizin/klinik-fuer-innere-medizin-ii.html

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