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Urologie und Radioonkologie: Neue Radiotherapie bei Prostatakrebs

05.04.2001


Prostatakrebs ist bei Männer die zweithäufigste Tumorerkrankung. Rund 25.000 Neuerkrankungen sind pro Jahr zu verzeichnen, doch die Heilungschancen sind relativ gut, wenn man den Krebs früh erkennt. An der
Heinrich-Heine-Universität kann nun in der Urologischen Klinik (Leiter Prof. Dr. Rolf Ackermann) ein erweitertes Behandlungsspektrum bei Prostatakrebs angeboten werden.
Zusätzlich zu den beiden bereits verfügbaren herkömmlichen Behandlungsarten, wie die häufig durchgeführte Radikaloperation und Bestrahlung, hat die Urologie der Heinrich-Heine-Universität in Zusammenarbeit mit der Radioonkologie (Leitung: Prof. Dr. Gerd Schmitt) seit dem 28. März die Erlaubnis der Bezirksregierung, ein neues Verfahren zum Einsatz zu bringen. Die interstitielle Radiotherapie, auch Brachytherapie genannt, wurde vor einigen Jahren in mehreren Zentren der USA, u.a. in Seattle entwickelt und kann nun nach mehrjähriger klinischer Erprobungsphase angewendet werden.
Bei der interstitiellen Radiotherapie führt der Urologe durch den Mastdarm eine Sonde ein und stellt über Ultraschall fest, wie groß die Vorsteherdrüse ist und in welcher Weise die Krebsgeschwulst die Drüse befallen hat. Diese Daten werden online an das Institut für Strahlenmedizin übertragen, dort errechnet der Arzt, welche Dosis notwendig ist und teilt dem Operateur dies mit. Anhand der ermittelten Daten wird nicht nur die Anzahl der in die Drüse einzubringenden radioaktiven Stifte ermittelt, sondern auch deren Lage. Die rund 40 strahlenden Stifte werden so platziert, dass sie nur das Gewebe der Prostata und damit den Tumor treffen, während die angrenzenden Organe geschont werden.
Prof. Dr. Rolf Ackermann, der ärztliche Direktor des Universitätsklinikums und Leiter der Urologie, ist stolz, diese Behandlungsmöglichkeit nun auch zur Verfügung zu haben. Er hat, gemeinsam mit seinen Mitarbeitern, die neue Methode in Seattle erlernt. Für den betroffenen Patienten bietet die interstitielle Radiotherapie viele Vorteile: vor allem wird ein aufwendiger operativer Eingriff vermieden und die Strahlenbelastung für die angrenzenden Organe gering gehalten. Ein stationärer Aufenthalt des Patienten ist meist nicht nötig.
Für weitere Informationen stehen Ihnen Prof. Dr. Ackermann (0211- 81-18110, Fax: 0211- 81-18676, Email: sekrurol@uni-duesseldorf.de ) und Privatdozent Dr. Stephan Gripp (0211- 81-17990 / -18993, Fax: 0211-18051, Email: strahlen@uni-duesseldorf.de ) zur Verfügung.

Victoria Stachowicz | idw

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