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Honig: Gesuender geht’s kaum / Dunkel lagern und schnell verbrauchen

14.02.2002


Honig hat eine Reihe natuerlicher antibiotischer Eigenschaften, die auf die Wirkung der sogenannten Inhibine zurueckzufuehren sind. Mitarbeiter des Schweizerischen Zentrums fuer Bienenforschung Liebefeld fanden nun heraus, dass ausser dem bekannten Wasserstoffperoxid auch noch andere antibakterielle Substanzen im Honig enthalten sind. Diese sind im Gegensatz zu den Peroxidinhibinen weitgehend unempfindlich gegenueber Lagerung, Waerme und Licht.

Die nicht-peroxiden Inhibine stammen sowohl von den Trachtpflanzen als auch von den Bienen selbst. Zu diesen Inhibinen zaehlen zum Beispiel Lysozym, Flavonoide und aromatische Saeuren. Generell koennen sie in Saeuren und Basen sowie in neutrale und fluechtige Stoffe unterteilt werden. Die Saeurefraktion ist die wirksamste. Sie macht 45 Prozent der Gesamtaktivitaet aus.

Im naechsten Schritt werden die Forscher versuchen, die neu entdeckten Substanzen genauer zu identifizieren.

Seit langem ist in der Volksmedizin Honig zur Behandlung verschiedener Leiden, zum Beispiel von Halsentzuendungen, bekannt. Die Heilwirkung von Honig ist unter anderem auch darauf zurueckzufuehren, dass Honig eine konzentrierte Zuckerloesung ist und mit seiner osmotischen Wirkung Krankheitserregern das lebenswichtige Wasser entziehen kann. Ausserdem hat Honig mit pH 3 - 4 einen niedrigen pH-Wert, bei dem sich Bakterien nicht vermehren koennen.

Zusaetzlich wirkt als wichtiges Inhibin Wasserstoffperoxid. Es bildet sich zusammen mit Gluconsaeure bei der Oxidation von Wasser und Glucose. Bei seiner Entstehung ist ein Honigenzym aus der Futtersaftdruese der Biene beteiligt. Licht und Waerme hemmen die Bildung von Wasserstoffperoxid.

Die antibakterielle Wirksamkeit der verschiedenen Honige variiert stark. Am Schweizerischen Zentrum fuer Bienenforschung wurden elf Honigsorten auf diese Eigenschaft hin getestet. Als Test-Bakterium wurde Staphylococcus aureus verwendet. Am besten schnitt Rapshonig ab, gefolgt von Honigtau- und Loewenzahnhonig. Die Schlusslichter waren Eukalyptus- und Rhododendronhonig.

Die Ergebnisse lassen vermuten, dass die nicht-peroxiden Inhibine teilweise von den Pflanzen geliefert werden. Um die gesamte antibiotische Wirkung moeglichst lange zu erhalten, empfehlen die Forscher den Honig kuehl und dunkel zu lagern und ihn moeglichst rasch zu konsumieren. Der Abbau der Peroxide nimmt unter Lichteinfluss doppelt so schnell zu wie bei einer Lagerung im Dunkeln.

Dr. Marion Morgner | aid-PresseInfo

Weitere Berichte zu: Inhibin Wasserstoffperoxid

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