Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Test für selbstauflösende Herzstents angelaufen

12.12.2006
Nebenwirkungen werden verringert

Eine neue Art von Stents für das Herz wurde entwickelt, die das Risiko von Nebenwirkungen verringern sollen. Der BVS Stent befreit die blockierten Arterien und löst sich dann ohne eine Spur zu hinterlassen auf. Derzeit wird dieses Verfahren am Auckland City Hospital perfektioniert. Erwartet werden Verbesserungen gegenüber Stents aus Metall, die immer wieder zu zusätzlichen Blutgerinnseln im Bereich des Implantats führen. Stents werden bei Angina Pectoris oder Herzanfällen eingesetzt.

An Kliniken sind derzeit ausschließlich Stents aus Metall im Einsatz. Diese Implantate bleiben lebenslang in den Arterien des Patienten. Der BVS Stent besteht aus einem Polymer, dass sich innerhalb von zwei bis drei Jahren in Milchsäure auflöst. Milchsäure kommt natürlich im Körper vor und wird zu Kohlendioxid sowie Wasser abgebaut und vom Körper aufgenommen. Das gleiche passiert mit den winzigen Mengen von Milchsäure, die durch den Stent entstehen.

Der leitende Wissenschafter John Ormiston erklärte, dass man beispielsweise auch einen Gips nicht mehr tragen wolle, nachdem der gebrochene Arm wieder verheilt sei. Aus den gleichen Gründen mache es keinen Sinn einen Stent in der Arterie zu belassen. "Ich denke, dass wir in zehn Jahren über die Idee lachen werden, Metallstücke in Herzkranzarterien zu implantieren, die dann dort bleiben." Der Einsatz der neuen Stents soll auch weitere Eingriffe an der Arterie entscheidend erleichtern. Zusätzlich sollen noch seltener Thrombosen auf dem Stent selbst auftreten. In manchen Fällen bilden sich auch nach Monaten und Jahren auf der unebenen Oberfläche des Implantats Blutgerinnsel, die zu einem Herzanfall führen können. Ein weiterer Vorteil soll die bessere Abbildbarkeit des Herzens sein. Metalstents können bei Scan-Verfahren wie CT oder MRI zu Problemen führen. Das weniger steife Material der neuen Implantate soll schließlich auch eine bessere Anpassung an die natürliche Form der Arterie ermöglichen.

... mehr zu:
»Arterie »BVS »Implantat »Nebenwirkung »Stent

Laut BBC wurde der BVS Stent bisher 30 Patienten in Europa und Neuseeland eingesetzt. Ormiston führte acht dieser Eingriffe durch und ist von den ersten Ergebnissen beeindruckt. "Bei diesen 30 Patienten haben wir 30 Tage lang Daten gesammelt. Es gab keine Nebenwirkungen." Der BVS Stent hält die Arterie offen und setzt das Medikament Everolimus frei, das eine erneute Verengung verhindert. Der Neuseeländer John Lamb erhielt als erster Patient vor neun Monaten den neuen Stent. Bisher kam es zu keinen Nebenwirkungen. Im März 2007 werden Daten über einen Zeitraum von sechs Monaten der ersten Patientengruppe veröffentlicht.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.adhb.govt.nz/ACH/ach.htm

Weitere Berichte zu: Arterie BVS Implantat Nebenwirkung Stent

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Die Gene sind nicht schuld
20.07.2018 | Technische Universität München

nachricht Staus im Gehirn: FAU-Forscher identifizieren eine Ursache für Parkinson
20.07.2018 | Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Future electronic components to be printed like newspapers

A new manufacturing technique uses a process similar to newspaper printing to form smoother and more flexible metals for making ultrafast electronic devices.

The low-cost process, developed by Purdue University researchers, combines tools already used in industry for manufacturing metals on a large scale, but uses...

Im Focus: Rostocker Forscher entwickeln autonom fahrende Kräne

Industriepartner kommen aus sechs Ländern

Autonom fahrende, intelligente Kräne und Hebezeuge – dieser Ingenieurs-Traum könnte in den nächsten drei Jahren zur Wirklichkeit werden. Forscher aus dem...

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neue Anwendungen für Mikrolaser in der Quanten-Nanophotonik

20.07.2018 | Physik Astronomie

Need for speed: Warum Malaria-Parasiten schneller sind als die menschlichen Abwehrzellen

20.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Die Gene sind nicht schuld

20.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics