Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die Arzneipflanze des Jahres 2001 heißt Arnika

16.01.2001


Arnica montana - die Arzneipflanze des

Jahres 2001.


... mehr zu:
»Arzneipflanze
Die Blüten der Arnika werden in der Medizin erfolgreich eingesetzt, zum Beispiel bei Prellungen oder rheumatischen Beschwerden. Doch diese Pflanze birgt vermutlich noch ein viel größeres Potenzial in sich. Aus
diesem Grund wurde sie zur "Arzneipflanze des Jahres 2001" gekürt, und zwar vom "Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzen" am Institut für Geschichte der Medizin der Universität Würzburg.

Die Arnikablüten werden dem Studienkreis zufolge derzeit ausschließlich äußerlich angewandt, etwa bei Blutergüssen, Prellungen, Quetschungen, rheumatischen Muskel- und Gelenkbeschwerden, bei Furunkelbildungen nach Insektenstichen sowie bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum.

Der augenblickliche Stand der Forschung lasse aber vermuten, dass die Arnika als Arzneipflanze noch ein erhebliches Potenzial in sich trage, das es zu erschließen gilt: Im Tierversuch seien zum Beispiel Arnika-Wirkungen auf das Herz und den Kreislauf nachgewiesen worden, vor der Einnahme von Arnika-Tinktur oder -Extrakten müsse jedoch eindringlich gewarnt werden.

Die Arnica montana - ihr deutscher Name ist Bergwohlverleih - spielt seit knapp 500 Jahren eine Rolle in der europäischen Medizin, wobei ihre Bedeutung ständig wuchs. Der Dichter und Naturforscher Johann Wolfgang von Goethe schätzte sie besonders, während die Medizin der Antike die Pflanze nicht kannte und das Mittelalter nur wenig Notiz von ihr nahm.

Das änderte sich an der Wende zur Neuzeit grundlegend, und der ausgiebige Gebrauch in den Apotheken des 18. und 19. Jahrhunderts ließ die Arnika in Mitteleuropa beinahe verschwinden. Noch heute gehört sie zu den besonders gefährdeten Pflanzen: 1981 wurde sie ins Washingtoner Artenschutzabkommen aufgenommen, und in Deutschland wurde an ihrer Stelle die leicht anzubauende, aus Nordamerika stammende Wiesenarnika zur Gewinnung der Blüten für Arnikapräparate zugelassen.

Der feldmäßige Anbau des Bergwohlverleihs galt laut einer Mitteilung des Würzburger Studienkreises lange Zeit als problematisch und nicht lohnend. Doch nach Freilandversuchen, die von 1983 bis 1993 an der Bayerischen Landesanstalt für Bodenkultur und Pflanzenbau in Freising-Weihenstephan durchgeführt wurden, sei der wirtschaftliche Anbau inzwischen möglich. Somit seien die wichtigsten Voraussetzungen geschaffen, um den weiteren Einsatz des Bergwohlverleihs in der auf Pflanzen gründenden Therapie zu ermöglichen.

Weitere Informationen: Dr. Johannes G. Mayer, Institut für Geschichte der Medizin der Universität Würzburg, T (0931) 7 96 78-0, Fax (0931) 7 96 78-78, E-Mail:  
johannes.mayer@mail.uni-wuerzburg.de

Robert Emmerich | idw

Weitere Berichte zu: Arzneipflanze

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Bekannte Arzneimittel – neue Wirkung im Kampf gegen Infektionen?
06.06.2019 | Paul-Ehrlich-Institut - Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel

nachricht Erste zugelassene Gentherapie in der Augenheilkunde am Klinikum der LMU München durchgeführt
05.06.2019 | Klinikum der Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die verborgene Struktur des Periodensystems

Die bekannte Darstellung der chemischen Elemente ist nur ein Beispiel, wie sich Objekte ordnen und klassifizieren lassen.

Das Periodensystem der Elemente, das die meisten Chemiebücher abbilden, ist ein Spezialfall. Denn bei dieser tabellarischen Übersicht der chemischen Elemente,...

Im Focus: The hidden structure of the periodic system

The well-known representation of chemical elements is just one example of how objects can be arranged and classified

The periodic table of elements that most chemistry books depict is only one special case. This tabular overview of the chemical elements, which goes back to...

Im Focus: MPSD-Team entdeckt lichtinduzierte Ferroelektrizität in Strontiumtitanat

Mit Licht lassen sich Materialeigenschaften nicht nur messen, sondern auch verändern. Besonders interessant sind dabei Fälle, in denen eine fundamentale Eigenschaft eines Materials verändert werden kann, wie z.B. die Fähigkeit, Strom zu leiten oder Informationen in einem magnetischen Zustand zu speichern. Ein Team um Andrea Cavalleri vom Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie in Hamburg, hat nun Lichtimpulse aus dem Terahertz-Frequenzspektrum benutzt, um ein nicht-ferroelektrisches Material in ein ferroelektrisches umzuwandeln.

Ferroelektrizität ist ein Zustand, in dem die Atome im Kristallgitter eine bestimmte Richtung "aufzeigen" und dadurch eine makroskopische elektrische...

Im Focus: MPSD team discovers light-induced ferroelectricity in strontium titanate

Light can be used not only to measure materials’ properties, but also to change them. Especially interesting are those cases in which the function of a material can be modified, such as its ability to conduct electricity or to store information in its magnetic state. A team led by Andrea Cavalleri from the Max Planck Institute for the Structure and Dynamics of Matter in Hamburg used terahertz frequency light pulses to transform a non-ferroelectric material into a ferroelectric one.

Ferroelectricity is a state in which the constituent lattice “looks” in one specific direction, forming a macroscopic electrical polarisation. The ability to...

Im Focus: Konzert der magnetischen Momente

Forscher aus Deutschland, den Niederlanden und Südkorea haben in einer internationalen Zusammenarbeit einen neuartigen Weg entdeckt, wie die Elektronenspins in einem Material miteinander agieren. In ihrer Publikation in der Fachzeitschrift Nature Materials berichten die Forscher über eine bisher unbekannte, chirale Kopplung, die über vergleichsweise lange Distanzen aktiv ist. Damit können sich die Spins in zwei unterschiedlichen magnetischen Lagen, die durch nicht-magnetische Materialien voneinander getrennt sind, gegenseitig beeinflussen, selbst wenn sie nicht unmittelbar benachbart sind.

Magnetische Festkörper sind die Grundlage der modernen Informationstechnologie. Beispielsweise sind diese Materialien allgegenwärtig in Speichermedien wie...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Automatisiertes Fahren

17.06.2019 | Veranstaltungen

Doc Data – warum Daten Leben retten können

14.06.2019 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - August 2019

13.06.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neue Weizensorten bewähren sich auch unter widrigen Anbaubedingungen

17.06.2019 | Agrar- Forstwissenschaften

Inventur in der Synapse

17.06.2019 | Biowissenschaften Chemie

Zellbiologie - Qualitätskontrolle für Mitochondrien

17.06.2019 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics