Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kampf gegen unwirksame Antibiotika und resistente Keime

04.12.2006
EU-Projekt BURDEN soll neue Lösungsstrategien erarbeiten

Um gegen die zunehmenden Antibiotika-Resistenzen in Europa anzukämpfen, wurde das EU-Projekt "Burden of Disease and Resistance in European Nations" (BURDEN) ins Leben gerufen. Koordiniert wird das Projekt vom Direktor des Instituts für Umweltmedizin und Krankenhaushygiene der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg, Uwe Frank. Das Projekt wird an 15 bis 20 Krankenhäusern und mehr als 200 Intensivstationen in 20 europäischen Ländern durchgeführt.

"Die Entstehung und Verbreitung antimikrobieller Resistenzen ist eine große Bedrohung für die öffentliche Gesundheit. Insbesondere die Behandlungskosten von Infektionen, die durch antibiotika-resistente Mikroorganismen ausgelöst werden, sind weitgehend unbekannt", so Frank im pressetext-Interview. "Ein Ziel des Public-Health orientierten Projekts, ist ein entsprechendes Bewusstsein und Verständnis für die gesellschaftliche Dimension des Resistenzproblems zu erzeugen", erklärt der Mediziner. Das neue EU-Projekt habe auch das Ziel, valide und vergleichbare Informationen zur finanziellen Belastung durch Infektionen und Resistenzen in Europa zu erbringen, meint Frank.

Zunächst sollen im drei Jahre dauernden Projekt quantitative Datenanalysen und individuelle Krankengeschichten realistische Bilder des Ausmaßes der Antibiotika-Resistenz in Europa liefern. "Es besteht eine deutlich erkennbare Korrelation zwischen dem Konsum der Antibiotika und den Resistenzen", erklärt der Experte. Studien hätten etwa gezeigt, dass die Verschreibung von Antibiotika bei oberen Atemwegsinfekten in bis zu 50 Prozent der Fälle nutzlos sei, weil es sich um virale Infekte handle. Deutlich werde auch am Beispiel Spaniens, wo Antibiotika frei in Apotheken abgegeben werden, wie hoch die Resistenzen gegen die Wirkstoffe dort sind. "Das macht deutlich, dass allzu häufige Verschreibung und hoher Konsum sich in der Zahl der Resistenzen widerspiegelt."

"Ein Grund, warum auch Intensivstationen an dem Projekt teilnehmen, liegt in der Tatsache, dass diese den höchsten Einsatz von Antibiotika aufweisen und damit auch als Epizentren der Resistenzen bezeichnet werden können", erklärt Frank. Genaue Informationen bezüglich Morbidität, Verlängerung der Krankenhausverweildauer, Lebensqualitätsverlust oder Letalität sind eine Grundvoraussetzung, die Problematik von Antibiotika-Resistenzen und Infektionskrankheiten richtig einzuschätzen. In Führungsbereichen des Gesundheitssystems, wie etwa bei Politikern, Managern und Spezialisten, aber auch dem Personal im Gesundheitsdienst sollen Lösungsstrategien gegen die drohende Resistenzentwicklung zu diskutiert, entwickelt und umgesetzt werden.

BURDEN basiert auf verschiedenen Netzwerken wie beispielsweise dem der European Respiratory Society (ERS), der Improving Patient Safety in Europe (IPSE), Hospital in Europe Link for Infection Control through Surveillance (HELICS) und der European Surveillance of Antimicrobial Consumption (ESAC) http://www.esac.ua.ac.be . "Im Rahmen des EU-Projekts wird beim 17. European Congress of Clinical Microbiology and Infectious Diseases ECCMID http://www.eccmid-icc.org , der vom 31. März bis 3. April 2007 in München über die Bühne gehen wird, eine Pressekonferenz zum Thema stattfinden", so Frank abschließend im pressetext-Interview.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.med.uni-freiburg.de
http://www.esac.ua.ac.be
http://www.eccmid-icc.org

Weitere Berichte zu: Antibiotika Antibiotika-Resistenz EU-Projekt European Resistenz

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Narkolepsie: Wissenschaftler entlarven den Übeltäter der rätselhaften Schlafkrankheit
20.09.2018 | Universitätsspital Bern

nachricht Virotherapie bei Bauchfellkrebs erfolgreich getestet - Neue biologische Krebstherapie
18.09.2018 | Universitätsklinikum Tübingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie Magnetismus entsteht: Elektronen stärker verbunden als gedacht

Wieso sind manche Metalle magnetisch? Diese einfache Frage ist wissenschaftlich gar nicht so leicht fundiert zu beantworten. Das zeigt eine aktuelle Arbeit von Wissenschaftlern des Forschungszentrums Jülich und der Universität Halle. Den Forschern ist es zum ersten Mal gelungen, in einem magnetischen Material, in diesem Fall Kobalt, die Wechselwirkung zwischen einzelnen Elektronen sichtbar zu machen, die letztlich zur Ausbildung der magnetischen Eigenschaften führt. Damit sind erstmals genaue Einblicke in den elektronischen Ursprung des Magnetismus möglich, die vorher nur auf theoretischem Weg zugänglich waren.

Für ihre Untersuchung nutzten die Forscher ein spezielles Elektronenmikroskop, das das Forschungszentrum Jülich am Elettra-Speicherring im italienischen Triest...

Im Focus: Erstmals gemessen: Wie lange dauert ein Quantensprung?

Mit Hilfe ausgeklügelter Experimente und Berechnungen der TU Wien ist es erstmals gelungen, die Dauer des berühmten photoelektrischen Effekts zu messen.

Es war eines der entscheidenden Experimente für die Quantenphysik: Wenn Licht auf bestimmte Materialien fällt, werden Elektronen aus der Oberfläche...

Im Focus: Scientists present new observations to understand the phase transition in quantum chromodynamics

The building blocks of matter in our universe were formed in the first 10 microseconds of its existence, according to the currently accepted scientific picture. After the Big Bang about 13.7 billion years ago, matter consisted mainly of quarks and gluons, two types of elementary particles whose interactions are governed by quantum chromodynamics (QCD), the theory of strong interaction. In the early universe, these particles moved (nearly) freely in a quark-gluon plasma.

This is a joint press release of University Muenster and Heidelberg as well as the GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt.

Then, in a phase transition, they combined and formed hadrons, among them the building blocks of atomic nuclei, protons and neutrons. In the current issue of...

Im Focus: Der Truck der Zukunft

Lastkraftwagen (Lkw) sind für den Gütertransport auch in den kommenden Jahrzehnten unverzichtbar. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Technischen Universität München (TUM) und ihre Partner haben ein Konzept für den Truck der Zukunft erarbeitet. Dazu zählen die europaweite Zulassung für Lang-Lkw, der Diesel-Hybrid-Antrieb und eine multifunktionale Fahrerkabine.

Laut der Prognose des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur wird der Lkw-Güterverkehr bis 2030 im Vergleich zu 2010 um 39 Prozent steigen....

Im Focus: Extrem klein und schnell: Laser zündet heißes Plasma

Feuert man Lichtpulse aus einer extrem starken Laseranlage auf Materialproben, reißt das elektrische Feld des Lichts die Elektronen von den Atomkernen ab. Für Sekundenbruchteile entsteht ein Plasma. Dabei koppeln die Elektronen mit dem Laserlicht und erreichen beinahe Lichtgeschwindigkeit. Beim Herausfliegen aus der Materialprobe ziehen sie die Atomrümpfe (Ionen) hinter sich her. Um diesen komplexen Beschleunigungsprozess experimentell untersuchen zu können, haben Forscher aus dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) eine neuartige Diagnostik für innovative laserbasierte Teilchenbeschleuniger entwickelt. Ihre Ergebnisse erscheinen jetzt in der Fachzeitschrift „Physical Review X“.

„Unser Ziel ist ein ultrakompakter Beschleuniger für die Ionentherapie, also die Krebsbestrahlung mit geladenen Teilchen“, so der Physiker Dr. Thomas Kluge vom...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

4. BF21-Jahrestagung „Car Data – Telematik – Mobilität – Fahrerassistenzsysteme – Autonomes Fahren – eCall – Connected Car“

21.09.2018 | Veranstaltungen

Forum Additive Fertigung: So gelingt der Einstieg in den 3D-Druck

21.09.2018 | Veranstaltungen

12. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

20.09.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Tiefseebergbau: Forschung zu Risiken und ökologischen Folgen geht weiter

21.09.2018 | Geowissenschaften

4. BF21-Jahrestagung „Car Data – Telematik – Mobilität – Fahrerassistenzsysteme – Autonomes Fahren – eCall – Connected Car“

21.09.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Optimierungspotenziale bei Kaminöfen

21.09.2018 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics