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Macht Sport krank?

03.04.2001


Dr. Müller-Wohlfahrt, Teamarzt der deutschen Fußball-Nationalmannschaft,macht sogenannte "Freie Radikale" für die häufigsten Todesursachen unserer Gesellschaft - Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs- mitverantwortlich. Diese in Deutschland weitgehend unbekanntenaggressiven Moleküle beschädigen Zellen und Organe und beschleunigen dieAlterung. Um so wichtiger ist es, auf dieses Risiko aufmerksam zu machenund zu erklären, wie man sich davor schützen kann. Gerade Sportlerproduzieren besonders viele Freie Radikale und sind eine Risikogruppe, diesich durch eine ausreichende Versorgung mit "Radikalenfängern"gegen den Angriff der zellschädigenden Substanzen wappnen sollte. Auf denersten Blick ist es verwunderlich, dass ausgerechnet Sportler einem erhöhtenGesundheitsrisiko ausgesetzt sein sollen. Sport hält doch eigentlich jungund gesund. Erst die genauere Betrachtung des menschlichen Stoffwechselserklärt, warum beim Sport besonders hohe Mengen der gefährlichen Freien Radikale entstehen. In den Körperzellen werden die Grundbausteine unserer Nahrung (z.B. Fett, Eiweiß, Zucker) mit Hilfe von eingeatmetem Sauerstoffin Energie umgewandelt, wobei Stoffwechsel-Abfallprodukte entstehen. 5%des eingeatmeten Sauerstoffs werden im Rahmen der Energiegewinnung nichtdirekt zu Kohlendioxid und Wasserstoff "verstoffwechselt",sondern in Form aggressiver Moleküle, den Freien Radikalen, freigesetzt.

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Normalerweise kann der Körper diese Sauerstoffradikale selbst unschädlich machen, vorausgesetzt das Immunsystem ist intakt und die Menge der FreienRadikale begrenzt. Gerade bei hohen Anstrengungen und einem überdurchschnittlichen Sauerstoffverbrauch ist das körpereigene Entgiftungssystem überfordert. Daher ist ein Sportler, der sehr viel Sauerstoff aufnimmt und dementsprechend mehr Sauerstoffradikale produziert, auch einer höheren Belastung ausgesetzt. In diesem Fall gilt es, das Entgiftungssystem des Körpersdurch eine ergänzende Zufuhr von Radikalenfängern, den sogenannten Antioxidantien zu stärken. Ein bedeutendes Antioxidans ist das vitaminähnliche Coenzym Q10. Laut Dr. Müller-Wohlfahrt ist es "schwer bei CoenzymQ10 nicht ins Schwärmen zu geraten". Diese körpereigene Substanzspielt eine zentrale Rolle bei der Umwandlung von Nahrung in Energie undbefindet sich räumlich genau dort, wo Freie Radikale entstehen. CoenzymQ10 gilt als eine der wichtigsten Entdeckungen der Ernährungswissenschaftund wird besonders in den USA und in Japan aufgrund seiner vielfältigenpositiven Wirkungen bereits seit vielen Jahren eingesetzt.

Zahlreiche Sportler nehmen regelmäßig Q10, um sich zum einen vor Freien Radikalen zu schützen und gleichzeitig ihr Energieniveau zu erhöhen. Prof.Vormann, Leiter des Instituts für Prävention und Ernährung in Ismaning,weist darauf hin, dass man bei jüngeren Menschen von einer ausreichenden Versorgung und Eigenproduktion von Coenzym Q10 ausgehen kann. ErhöhterBedarf besteht bei hohen körperlichen Belastungen, Stress und einseitigerErnährung sowie ab dem 40. Lebensjahr. Mit zunehmendem Alter nimmt die körpereigene Produktion von Q10 ab und die Q10-Konzentration in den Organen sinktkontinuierlich. Dann kann eine Supplementierung mit ca. 30 mg Q10 pro Tagbestehende Defizite langfristig ausgleichen. Verstärken lässt sich dieWirkung von Q10, wenn es in Kombination mit Vitamin E und dem Spurenelement Selen eingenommen wird. Diese drei Vitalstoffe bieten zusammen einen optimalen Schutz vor Freien Radikalen und dienen derVorbeugung von Krankheiten.

Prof. Gian Paolo Littarru |

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