Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Medizinische Universität Innsbruck eröffnet erstes Koordinierungszentrum für Klinische Studien (KKS) in Österreich

13.11.2006
Klinische Studien sind eine Grundvoraussetzung dafür, neue Therapien und Medikamente zu entwickeln. Sie sind aber auch ein wesentliches Instrument der medizinischen Forschung und der Qualitätssicherung in der Medizin.

Darüber hinaus bieten klinische Studien den PatientInnen die Chance, nach den aktuellsten Erkenntnissen der Wissenschaft behandelt zu werden. An der Medizinischen Universität Innsbruck wurde nun das erste Koordinierungszentrum für Klinische Studien (KKS) in Österreich eröffnet.

Dessen Ziel ist es, den Forschungs- und Medizinstandort Innsbruck durch eine entsprechende professionelle Infrastruktur für akademische und durch Firmen finanzierte Studien national und international attraktiver zu machen und insgesamt die Qualität klinischer Studien zu heben.

Am 2. Oktober 2006 wurde mit der Eröffnung des Koordinierungszentrums für Klinische Studien (KKS) ein weiterer Schritt zur Optimierung der klinischen Forschungstätigkeiten an der Medizinischen Universität Innsbruck getätigt. Die Medizinische Universität will mit diesem, in Österreich einzigartigen Zentrum, den Forschungstandort Innsbruck für akademische und durch Firmen unterstützte Studien sowohl national als auch international attraktiver machen. Dazu werden künftig entsprechende Fachleute mit einer professionellen Infrastruktur die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bei ihrer Arbeit unterstützen. Eine weitere Aufgabe des KKS besteht darin, die Bevölkerung viel intensiver als bisher über die Chancen, die sich für Patientinnen und Patienten durch klinische Studien ergeben, zu informieren und aufzuklären.

... mehr zu:
»KKS »Koordinierungszentrum

Das Forschungsprofil weiter stärken

Das KKS wird nun die Voraussetzungen dafür schaffen, die Qualität klinischer Studien insgesamt zu heben und dazu beitragen, dass internationale Qualitätsstandards noch mehr als bisher in die wissenschaftliche Arbeit einfließen können. Darüber hinaus es es ein Ziel, mit Hilfe der inhaltlichen und organisatorischen Kompetenz des KKS künftig vermehrt klinische Studien in Innsbruck bzw. in Österreich durchführen zu können.

Zu den wichtigsten Aufgaben gehören:

* Entwicklung und Pflege von Qualitätsstandards in Zusammenarbeit mit den klinischen Abteilungen

* Unterstützung bei Planung, Durchführung und Auswertung klinischer Studien

* Unterstützung bei Dokumentation und anschließender Archivierung der Studiendokumentation

* Weiterbildung für die verschiedenen Funktionsbereiche im Rahmen von klinischen Prüfungen

* Seminare mit VertreterInnen der Industrie, der Behörden bzw. anderer klinischer Forschungseinrichtungen für Studienpersonal und StudienteilnehmerInnen

* Informationsbereitstellung für PatientInnen und niedergelassene ÄrztInnen

Großer Nutzen für Menschen und Wissenschaft

Das Ziel von klinischen Studien ist, wissenschaftlich gesicherte Erkenntnisse über Krankheitsentstehung und Krankheitsverlauf zu gewinnen, sowie neue diagnostische und therapeutische Verfahren, insbesondere neue Arzneimittel und Medizinprodukte unter international standardisierten Bedingungen zu entwickeln und zu erproben. Klinische Studien stellen somit ein wesentliches Instrument der medizinischen Forschung und Qualitätssicherung in der Medizin dar. An der Medizinischen Universität Innsbruck werden jährlich zirka 240 klinische Studien neu begonnen. Die enorme Innovationskraft der medizinischen Wissenschaften und der pharmazeutischen Unternehmen stellen zahlreiche neue besser wirksame Arzneimittel, besser verträgliche Behandlungsmethoden und neue treffsichere diagnostische Verfahren zur Verfügung. Eine breite Anwendung zum Nutzen der PatientInnen in der medizinischen Versorgung ist jedoch nur nach vorheriger Genehmigung durch die jeweiligen Bundesbehörden basierend auf wissenschaftlichen Untersuchungen möglich. Hierbei gilt: keine Zulassung ohne klinische Studien.

"Klinische Studien sind ein hochkomplexer Prozess und benötigen ein hohes Ausmaß an formaler Organisation. Sie unterliegen einer Vielzahl internationaler und nationaler Regelungen und folgen strengsten ethischen Prinzipien. Dazu gehören u.a. die Deklaration von Helsinki, die Vorschriften zur Guten klinischen Praxis (ICH-GCP)´ sowie die Anforderungen des österreichischen Arzneimittelgesetzes und des österreichischen Medizinproduktegesetzes in der jeweils gültigen Fassung. Eine klinische Studie darf nur durchgeführt werden, wenn diese von der zuständigen Ethikkommission und der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit mbH (AGES) freigegeben wurde. Das KKS soll hier mit dem entsprechenden Know how informieren und unterstützen", betont der Direktoriumssprecher des KKS, Prof. Karl-Peter Pffeiffer.

PatientInnen, die an klinischen Studien teilnehmen haben die Chance nach den neuesten Erkenntnissen der medizinischen Wissenschaften behandelt zu werden. Eine umfassende Planung, eine Überprüfung durch eine unabhängige Ethikkommission und eine kontinuierlich begleitende Qualitätskontrolle gewährleisten ein hohes Maß an Sicherheit für die teilnehmenden PatientInnen.

Einmalig in Österreich

Das Koordinierungszentrum für Klinische Studien (KKS) ist das Ergebnis eines Antrags der Medizinischen Universität Innsbruck im Zuge der Profilbildung, analog zu ähnlichen Einrichtungen an zwölf Universitäten in Deutschland auch erstmals in Österreich ein entsprechendes Zentrum zu errichten. "Wir wollen", so Prof. Clemens Sorg, Rektor der Medizinischen Universität Innsbruck, "dass Innsbruck mittelfristig zu einer Drehscheibe für solche nationalen und internationalen Studien wird. Wir wollen dazu beitragen, dass die Qualität dieser Studien insgesant weiter verbessert wird und dass es auch ein entsprechendes Register entsteht um Mehrgleisigkeiten zu vermeiden. Bei Neuentwicklungskosten von 200- 800 Mio Euro pro Medikament wäre das ein wichtiger Effekt, um entsprechende Mittel auch zielgerichtet verwenden zu können." Der Innsbrucker Antrag wurde vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur (bm:bwk) mit Hilfe der Infrastrukturmittel auch finanziell soweit unterstützt, dass in der Startphase entsprechendes Personal eingestellt werden kann. Ebenfalls unterstützt wird das KKS von der Tiroler Landeskrankenanstalten GesmbH (Tilak), die die nötigen Räume und deren Einrichtung stellt und fünf sogenannte "Study-Nurses" beschäftigen wird. Insgesamt stehen für die kommenden drei Jahre etwas mehr als 2 Mio. Euro zur Verfügung, die zu nahezu gleichen Teilen vom Bund und den beteiligten Kliniken und klinischen Abteilung erbracht werden.

Zur Leitung des KKS hat der Rektor der Medizinischen Universität Innsbruck, Univ.-Prof. Dr. Clemens Sorg, für die kommenden drei Jahre ein Direktorium bestellt, dem neben Univ.-Prof. Dr. Karl-Peter Pfeiffer (Sektion für Medizinische Statistik und Informatik), der auch zum Sprecher dieses Gremiums gewählt wurde, Univ.-Prof. Dr. Günther Gastl (Klinische Abteilung für Hämatologie und Onkologie), Univ.-Prof. Dr. Peter Lukas (Universitätsklinik für Strahlentherapie-Radioonkologie), Univ.-Prof. Dr. Werner Poewe (Universitätsklinik für Neurologie) und der Vizerektor für Angelegenheiten der Universitätskliniken, Univ.-Prof. DDr. Roland Staudinger, als Vertreter des Rektors, angehören. Mit der Geschäftsführung wurde Frau Mag.(FH) Sabine Embacher beauftragt, die bisher in der pharmazeutischen Industrie tätig war und daher über sehr viele Erfahrungen mit klinischen Studien im nationalen und internationalen Umfeld verfügt.

Rückfragen bitte an:
Mag. (FH) Sabine Embacher
Geschäftsführerin des Koordinierungszentrums für Klinische Studien (KKS)
Mobil: 0676 8716 72085
ctc@i-med.ac.at

| Medizinische Universität Innsbru
Weitere Informationen:
http://www.i-med.ac.at
http://www.i-med.ac.at/mypoint/

Weitere Berichte zu: KKS Koordinierungszentrum

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Narkolepsie: Wissenschaftler entlarven den Übeltäter der rätselhaften Schlafkrankheit
20.09.2018 | Universitätsspital Bern

nachricht Virotherapie bei Bauchfellkrebs erfolgreich getestet - Neue biologische Krebstherapie
18.09.2018 | Universitätsklinikum Tübingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kupfer-Aluminium-Superatom

Äußerlich sieht der Cluster aus 55 Kupfer- und Aluminiumatomen aus wie ein Kristall, chemisch hat er jedoch die Eigenschaften eines Atoms. Das hetero-metallische Superatom, das Chemikerinnen und Chemiker der Technischen Universität München (TUM) hergestellt haben, schafft die Voraussetzung für die Entwicklung neuer, kostengünstiger Katalysatoren.

Chemie kann teuer sein. Zum Reinigen von Abgasen beispielsweise benutzt man Platin. Das Edelmetall dient als Katalysator, der chemische Reaktionen...

Im Focus: Hygiene im Handumdrehen – mit neuem Netzwerk „CleanHand“

Das Fraunhofer FEP beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit der Entwicklung von Prozessen und Anlagen zur Reinigung, Sterilisation und Oberflächenmodifizierung. Zur Bündelung der Kompetenzen vieler Partner wurde im Mai 2018 das Netzwerk „CleanHand“ zur Entwicklung von Systemen und Technologien für saubere Oberflächen, Materialien und Gegenstände ins Leben gerufen. Als Partner von „CleanHand“ präsentiert das Fraunhofer FEP im Rahmen der Messe parts2clean, vom 23.-25. Oktober 2018, in Stuttgart, am Stand der Fraunhofer-Allianz Reinigungstechnik (Halle 5, Stand C31), das Netzwerk sowie aktuelle Forschungsschwerpunkte des Institutes im Bereich Hygiene und Reinigung.

Besonders um die Hauptreisezeiten gehen vermehrt Testberichte und Studien über die Reinheit von europäischen Raststätten, Hotelbetten und Freibädern durch die...

Im Focus: Hygiene at your fingertips with the new CleanHand Network

The Fraunhofer FEP has been involved in developing processes and equipment for cleaning, sterilization, and surface modification for decades. The CleanHand Network for development of systems and technologies to clean surfaces, materials, and objects was established in May 2018 to bundle the expertise of many partnering organizations. As a partner in the CleanHand Network, Fraunhofer FEP will present the Network and current research topics of the Institute in the field of hygiene and cleaning at the parts2clean trade fair, October 23-25, 2018 in Stuttgart, at the booth of the Fraunhofer Cleaning Technology Alliance (Hall 5, Booth C31).

Test reports and studies on the cleanliness of European motorway rest areas, hotel beds, and outdoor pools increasingly appear in the press, especially during...

Im Focus: Neue Therapien bei Gefäßerkrankungen

Auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Angiologie (DGA) vom 12. bis 15. September in Münster stellten Gefäßspezialisten aus ganz Deutschland die neuesten Therapien bei Gefäßerkrankungen vor. Vor allem in den Bereichen periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) und venöse Verschlusskrankheiten wie die Tiefe Venenthrombose (TVT) gibt gute Neuigkeiten für die Patienten. Viele der 720 Gefäßspezialisten, die an der Jahrestagung teilnahmen, stellten neueste Studienergebnisse vor.

Millionen Menschen leiden in Deutschland unter Gefäßerkrankungen, allein rund fünf Millionen unter der „Schaufensterkrankheit“, medizinisch periphere...

Im Focus: Wie Magnetismus entsteht: Elektronen stärker verbunden als gedacht

Wieso sind manche Metalle magnetisch? Diese einfache Frage ist wissenschaftlich gar nicht so leicht fundiert zu beantworten. Das zeigt eine aktuelle Arbeit von Wissenschaftlern des Forschungszentrums Jülich und der Universität Halle. Den Forschern ist es zum ersten Mal gelungen, in einem magnetischen Material, in diesem Fall Kobalt, die Wechselwirkung zwischen einzelnen Elektronen sichtbar zu machen, die letztlich zur Ausbildung der magnetischen Eigenschaften führt. Damit sind erstmals genaue Einblicke in den elektronischen Ursprung des Magnetismus möglich, die vorher nur auf theoretischem Weg zugänglich waren.

Für ihre Untersuchung nutzten die Forscher ein spezielles Elektronenmikroskop, das das Forschungszentrum Jülich am Elettra-Speicherring im italienischen Triest...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Fachkonferenz "Automatisiertes und autonomes Fahren"

25.09.2018 | Veranstaltungen

4. BF21-Jahrestagung „Car Data – Telematik – Mobilität – Fahrerassistenzsysteme – Autonomes Fahren – eCall – Connected Car“

21.09.2018 | Veranstaltungen

Forum Additive Fertigung: So gelingt der Einstieg in den 3D-Druck

21.09.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Bisher unbekannter Mechanismus der Blut-Hirn-Schranke entdeckt

25.09.2018 | Biowissenschaften Chemie

Suche nach Grundwasser im Ozean - Neues deutsch-maltesisches Forschungsprojekt gestartet

25.09.2018 | Geowissenschaften

Auf dem Weg zur Prothese der Zukunft

25.09.2018 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics