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Mangelnder Impfschutz gefährdet rheumakranke Kinder

16.10.2006
Viele rheumakranke Kinder sind nicht ausreichend geimpft, obwohl sie an Infektionserkrankungen schwerer erkranken würden als andere Kinder.

Eltern und auch Ärzte befürchten häufig, dass Schutzimpfungen das Rheuma der kleinen Patienten verschlimmern. "Impfungen in der Kinderrheumatologie" wird auch aus diesem Grund eines der wissenschaftlichen Hauptthemen des 34. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) in Wiesbaden sein.

Nach einer Erhebung des Rheumaforschungsinstituts aus dem Jahr 2003 ist die Durchimpfungsrate rheumakranker Kinder auffallend niedrig. Für Diphterie, Tetanus und Röteln etwa liegt sie bei 60 bis 70 Prozent. Der Grund dafür sind unter anderem Bedenken bei Eltern und Ärzten. Sie nehmen an, Impfungen könnten rheumatische Erkrankungen verstärken oder sogar auslösen. Unklar ist zudem, wie wirksam Impfungen bei Patienten mit Immunerkrankungen überhaupt sind. "Es gibt bislang viel zu wenig wissenschaftliche Untersuchungen, die sich mit der Frage beschäftigen, wie sicher und wie wirkungsvoll Impfungen für Kinder mit Rheuma sind", beklagt Kinderrheumatologe Professor Dr. med. Gerd Horneff, Direktor des Zentrums für Allgemeine Pädiatrie und Neonatologie an der Asklepios Klinik in Sankt Augustin.

Anlass zur Sorge geben die bisher durchgeführten Untersuchungen jedoch nicht. "In Einzelfällen kommt es nach einer Impfung zu vorübergehenden Gelenkbeschwerden. Ausgelöst werden chronisch-rheumatische Erkrankungen durch Impfungen jedoch nach aktuellem Kenntnisstand nicht", so Professor Horneff im Vorfeld des Kongresses in Wiesbaden. Auch verschlimmere sich die Erkrankung nach einer Impfung nicht. Kinder mit juveniler chronischer Arthritis hätten etwa nach einer Meningokokken-Impfung zunächst weniger Krankheitsschübe gehabt. Auch nach einer Masern/Mumps/Röteln-Impfung habe die rheumatische Erkrankung sich nicht verschlechtert.

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Professor Horneff betont, wie wichtig die Impfungen gerade für rheumakranke Kinder unter immunhemmender Rheuma-Therapie sind: "Wir nehmen an, dass diese Kinder infolge der Therapie ein erhöhtes Erkrankungsrisiko mit häufigen Komplikationen haben und von daher besonders gefährdet sind." Der Experte fordert, Impfungen künftig in den Mittelpunkt wissenschaftlicher Untersuchungen zu rücken, um den Kenntnisstand zu verbessern. Außerdem müssten Empfehlungen für Ärzte und Eltern erarbeitet werden, um die Durchimpfungsrate zu verbessern. Experten diskutieren dies im Rahmen des 34. Kongresses der DGRh. Der Jahreskongress der DGRh wird zum zweiten Mal gemeinsam mit der Assoziation für Ortopädische Rheumatologie (ARO) ausgerichtet und findet vom 18. bis zum 21. Oktober in Wiesbaden statt.

TERMINHINWEISE:

Eröffnungs-Pressekonferenz
Mittwoch, 18. Oktober 2006, 12.00 bis 13.00 Uhr
Rhein-Main-Hallen, Saal 1A 4
Kongress-Pressekonferenz
Donnerstag, 19. Oktober 2006, 11.00 bis 12.00 Uhr
Rhein-Main-Hallen, Raum 12
Eines der Themen: Kinder mit Rheuma: Mehr als 15.000 Kinder in Deutschland sind betroffen

Referent: Professor Dr. med. Gerd Horneff, Sankt Augustin

Pressekontakt DGRh:
DGRh Kongress-Pressestelle
Anna Julia Voormann
Postfach 30 11 20
70451 Stuttgart
Telefon: 0711 89 31 552
FAX: 0711 89 31 167
E-Mail: info@medizinkommunikation.org
Pressekontakt ARO:
ARO Pressestelle
Claudia Rehart
Vor der Höhe 45
63225 Langen
Tel: 0177 253 26 26
E-Mail:info@cr-marketing.de

| idw
Weitere Informationen:
http://awmf.org
http://www.rheuma-orthopaedie.de
http://www.dgrh.de

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