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Hochdruck: Betablocker ungeeignet für junge, übergewichtige Patienten

04.04.2001


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»Betablocker
Betablocker gehören seit 35 Jahren zu den Klassikern der Medikamente. Vor allem werden sie zur Behandlung von Erkrankungen der Herzkranzgefäße, aber auch bei Herzschwäche und bestimmten
Herzrythmusstörungen verwendet und zur Senkung des Bluthochdrucks eingesetzt. Sie gelten zur Zeit als Medikamente der ersten Wahl bei jungen Hypertoniekern, die keine weiteren Störungen im Herzkreislaufbereich haben. Sind diese jungen Patienten jedoch übergewichtig (und Fettsucht ist Begleiter fast aller Hochdruckkranken) so sollten sie nicht in erster Linie mit Betablockern behandelt werden.
Zu dieser Warnung sieht sich Professor Arya Sharma von der Franz Volhard Klinik der Charité veranlasst nach Durchsicht acht großer Studien, in denen der Einsatz von Betablockern und anderen Hochdruckmitteln bei Patienten mit Bluthochdruck verglichen wurden. Seine Analyse hat Sharma in der Fachzeitschrift "Hypertension" (2001;37:250) veröffentlicht.
Sharma fiel auf, daß die Patienten während der ersten Monate der Behandlung mit Betablockern bis zu sieben Pfund an Gewicht zunehmen und dieses zusätzliche "Gepäck" im weiteren Verlauf der Behandlung auch nicht mehr verlieren. Bei Patienten, die andere Mittel eingenommen hatten, fand sich keine entsprechende Gewichtszunahme. Wachsendes Übergewicht ist jedoch ein starker Risikofaktor für die Entwicklung von weiteren Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen wie etwa Diabetes.
Die Gewichtszunahme kann im wesentlichen aus dem Wirkprofil der Betablocker auf den Energiehaushalt erklärt werden:
· So mindern Betablocker den Energiestoffwechsel um 4 bis 9%. Beispielsweise ist die natürlicherweise auftretende Wärmeentwicklung im Anschluss an eine kohlehydrathaltige Mahlzeit um 25 % geringer. Außerdem sinkt auch der durch die Mahlzeiten üblicherweise hervorgerufene Mehrbrauch an Sauerstoff um 23 %.
· Außerdem verringert sich, wie Sharmas Arbeitsgruppe kürzlich zeigen konnte, der Grundumsatz bei dicken Hypertoniekern um 12 % , verändert sich jedoch unter der Einnahme anderer blutdrucksenkender Mittel nicht.
· Weiter ist bekannt, dass Betablockade die Fettverbrennung hemmt.
· Nicht zuletzt gibt die unter Betablockern auftretende Müdigkeit wiederum Anlass zu mangelhafter körperlicher Aktivität.
Auch wenn diese Faktoren im Einzelnen gering sind, so summieren sie sich doch im Laufe der Zeit und erschweren es Übergewichtigen abzuspecken. Ob neuere "atypische" Betablocker sich hinsichtlich dieser Wirkungen von älteren Betablockern unterscheiden, muss erst noch untersucht werden.

Charité
Medizinische Fakultät der
Humboldt Universität zu Berlin

Dekanat
Pressereferat-Forschung
Dr. med. Silvia Schattenfroh
Augustenburger Platz 1
13353 Berlin

FON: (030) 450-70 400
FAX: (030) 450-70-940

E-Mail: silvia.schattenfroh@charite.de

Dr. med. Silvia Schattenfroh | idw

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